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Political Videogames - Super Chick Sisters

In Anlehnung an meinen Vortrag beim Virtual Worlds Camp und angeregt durch das Colonel Sanders-Konterfei auf dem Ben Frost-Bild im letzte Post, möchte ich das Anti-Advergame Super Chick Sisters vorstellen:

Super Chick Sisters

Das, von den People For The Ethical Treatment Of Animals in Auftrag gegebene, Game soll einen großangelegte Anti-KFC-Boykott unterstützen, in der mehrere Prominente wie z.B. Pamela Anderson oder Sir Paul McCartney mitwirken und sogar ein Film gedreht wurde.

Kentucky Fried Cruelty

Technisch gesehen ist Super Chick Sisters, ein Super Mario Bros-RipOff, welches versucht das Ansehen der Marke KFC zu beschmutzen, indem das Branding im Game mit Blut besudelt wird und der Spieler laufend über Aktivisten stolpert, die unbequeme Fakten über den Hähnchenbrater mitteilen. Gerettet werden muss aber nicht - wie bei Nintendo üblich - Princess Peach, sondern: Pamela Anderson

“People come for the game and stay for the shocking videos and information about KFC’s cruelty to chickens. It is always a challenge to promote a serious message to our tabloid-filled and entertainment-focused society. People don’t want serious news conferences - they want to be entertained. While we do it all - using both hard-hitting and softer approaches - PETA often wraps our serious messages within eye-catching, light-hearted stunts.”
Joel Bartlett, PETA Marketing Manager

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Website des Monats - benfrostisdead.com

Der gebürtige Australier Ben Frost hat seine Tätigkeit als Performing Artist dem kontoversen MashUp von kulturellen Normen und den Werten der westliche Gesellschaft gewidmet. Seine bildnerischen Arbeiten montieren bekannte Ikonographie aus Werbung, Unterhaltung und Politik in kontroverse Zusammenhänge.

KFC Colonel

Der Website-URL benfrostisdead.com resultiert aus einer Ausstellung im Jahr 2000, wo Ben Frost seinen eigenen Tod in Form einer weltweiten Newspaper-Anzeige gefaket hat. Erinnert ein wenig an die Darko Maver-Nummer von 01.org die ich für meinen Film Culture Jamming seinerzeit interviewt habe.

Ähnlich wie die letzte Website des Monats erfreuen die Bilder der neuen Ausstellung Crapitalism durch einen synästhetischen Hyperpop-Overkill, den man schon fast als Subversive Affirmation verstehen kann, oder?
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realvinylz-Community auf sixgroups.com

Ich hatte ja in der Vergangenheit schon angekündigt durch möglichst bedingungslose Affirmation jedes auch noch so seltsamen Web2.0-Phänomens eine Implosion der Realität im Baudrillardschen Sinne zu initiieren und bin entschlossen wie nie zuvor:

Auf dem Virtual Worlds Camp von Frogster Interactive habe ich nun das tolle Widget von sixgroups.com entdeckt, mit dem ich der gesichtslosen Leserschaft endlich das virtuelle Antlitz entlocken möchte.

sixgroups logo

Das Widget ist in der Sidebar zu sehen und die Anmeldung ist unkompliziert und schnell. Auch ein twitter-MashUp existiert und wird von mir aktiviert, sobald ich da durchgestiegen bin…
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Political Games auf dem Virtual Worlds Camp 2008

Wenn es nicht gerade darum geht einen Sündenbock für amoklaufende Jugendliche zu finden, haben Videospiele nur selten ein Gastspiel in den Mainstream-Medien. Seit den späten Achtzigern müssen vor allem First-Person-Shooter wie Wolfenstein, Doom, Halflife oder Counterstrike für das angeblich so neue Phänomen der Jugendgewalt geradestehen. Abgesehen davon haben Videogames – trotz ihrer oft non-linearen und komplexen Struktur - kaum Einfluss auf kulturelle Debatten.

Doch – beflügelt durch die Praxis der Situationistischen Internationalen um den französischen Philosophen Guy Debord – hat sich in den letzten Jahren eine Subszene innerhalb der Game Designer herausgebildet, die den Einfluß, den Computerspiele auf die Vorstellungs- und Bilderwelt der Gamer habe, für sich nutzen wollen.

VWC Badge

Das Virtual Worlds Camp der Firma Frogster Interactive hat mich am 24. September zu einem Vortrag über diese sogenannten Political Games in die Hardenbergstrasse 9a, 10623 Berlin eingeladen.

In meinem Vortrag um ca. 14:15 Uhr möchte ich einige dieser politischen Videospiele und die Ihnen zugrundeliegenden Ansätze vorstellen und einen Ausschnitt aus meinem Film Culture Jamming zeigen, in dem ich Paolo Pedercini vom italienischen Programmiererkollektiv Molleindustria interviewe und deren Spiele McDonalds Videogame und Tuboflex vorstelle.

Als Teilnehmer können sich Interessierte hier kostenlos anmelden, ich denke allerdings, dass auch spontanen Besuchern die Türen offenstehen werden.
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Es ist doch nur Musik [h1 - Fernsehen aus Hannover]

Der letzte Post liegt nun schon 2 Wochen zurück, was unter anderem daran liegt, das ich in geheimer Mission nach Hannover musste, was mir - in einer einsamen Nacht in einem drittklassigen Hotel - das Vergnügen verschaffte, eine Folge der Sendung Es Ist Doch Nur Musik auf dem Hannoveraner Regionalsender h1 zu sehen.

Dort besprachen sich, in herrlicher Post-VIVA-Lo-Fi-Optik, zwei Männer - mutmaßlich Musikjournalisten - mit erstaunlicher Sachkenntnis und einer Menge Witz.

Es ist doch nur Musik logo

Es handelte sich um Matthias Wieland und Bernd “Tiga” Schwope, zwei aus dem wohl insgesamt zehnköpfigen Team der Sendung. Obwohl die Sendung vom Moderator mehrmals als Aufzeichnung entlarvt wurde, wurden eingespielte Videos mittendrin unterbrochen, was dieser mit den Worten kommentierte, da sei das falsche Video ausgekramt worden und das richtige könne man jetzt nicht finden. Dieses und die merkwürdig-amateurhaften Kamerapositionen und Schnitte kreierten eine leicht surreale Atmosphäre, zu der die ausgewählte Musik wunderbar beitrug.

Zwar kamen auch die beiden geschmäcklerischen Herren nicht um die neuen Alben von Mia. und Klee herum, aber immerhin nutzte Herr Wieland eine Mia.-Rezension der Zeitschrift Intro um deren musikalisch unterbelichtete Rezensentin elegant vorzuführen, hatte die doch einen Walzer-Part in Mia.s neuer Single Mein Freund als Tango bezeichnet.

Auch die Tatsache, dass Bernd Schwope Nu Jazz und Brazilectro als ‘anspruchsvolle Musik’ bezeichnete, kann man wohl nur im Hannoveraner Mikrokosmos verstehen, wenn man weiß, dass Schwope einen Club im Hannoveraner Asodissen-Viertel am Raschplatz betreibt, der im gegebenen Umfeld wohl tatsächlich extrem distinguiert sein dürfte…

Im Rahmen der Sendung wurden Platten von Lady GaGa, Calexico, The Faint, Martina Topley Bird, 3-11 Porter und Rex The Dog vorgestellt und besprochen, was im deutschen Musikfernsehen erst mal einer nachmachen soll.

Apropos Rex The Dog: Der - mittlerweile als nicht Daniel Miller seiend - geoutete Produzent Jake Williams hat ja gerade sein erstes Album draussen, das nach der 12″ Frequency nun schon seit 4 Jahren erwartet wurde.

Rex The Dog - I Can See You, Can You See Me?

Ich war ja am 26. August 2005, als Rex the Dog auf der TOTAL 6-Party im Rahmen des c/o pop Festivals erstmalig seine Identität lüftete, persönlich anwesend, kann mich aber nur noch an massives Abfeiern zu seinem Hit I Look Into Mid Air erinnern und nicht mehr an sein Gesicht.

Rex Comic

Das Album The Rex the Dog Show weist rextypische Abgeh-Tracks im Drei-Minuten-Popformat auf.
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