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Netaudio-Radiosendung: Netzspannung, heute 20h

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Ungeachtet der ideologischen Schlachten um CreativeCommons- oder Bezahl-Downloads, die derzeit im Netz entbrennen, startete mit nOtheen das - meines Wissens - erste Netradio, das ausschließlich auf Musik setzt, die lizensiert ist unter Copyleft, Public Domain und CreativeCommons - manchen auch besser bekannt als freie Musik oder Netaudio.

Das führt nicht nur zu Freudensprüngen bei uns. Auch die drei Mainzer (Alex, Gutti, Simon) rund um OC-Records fanden die Idee total dufte und starteten neben Label und Party die Sendung Netzspannung, die alle zwei Wochen Samstags um 20h läuft.

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Für die fixen geht es in einer knappen Stunde los. Alle anderen können sich die Sendung auch als Podcast per iTunes abonnieren oder hier herunterladen.

Ein Interview über ihre Sendung, CreativeCommons und ob sie lieber Riesling oder Silvaner bevorzugen, kommt demnächst.

Janez Janša - The Borghild Project Reconstruction

Der italienische Konzeptkünstler und Performer Janez Janša, der seit 1995 in Ljubljana, Slowenien lebt, verwirklicht in seiner Arbeit einen stark intermedialen Ansatz. Zu seinen Arbeiten gehören Videos, Installationen, Dokumentationen und Medienprojekte die u.v.a. auf der Transmediale.08 und der Ars Electronica zu sehen waren.

Borghild

Die Arbeit ‘SS-XXX Die Frau Helga - The Borghild Project Reconstruction’ ist eine Dokumentation des Media Hoax, der mit der Website borghild.de begann. Auf der Website wird kolportiert, dass Naziwissenschaftler bereits 1941 die erste Sexpuppe der Geschichte entwickelt haben. Diese sollte den sexuellen Hunger der deutschen Soldaten im Krieg befriedigen, ohne ihre Gesundheit durch Geschlechtskrankheiten zu beeinträchtigen. Schnell als Hoax enttarnt, gibt es jedoch bis heute weder einen Beweis für die Wahrheit der Story noch für das Gegenteil.

Dieses geschichtlichen Schwarze Loch, das mittlerweile zu einem Selbstläufer im Internet geworden ist, wird bis heute von verschiedenen Seiten sowohl widerlegt als auch mit neuen Informationen angereichert. Janez Janša hat seinerseits durch neue Objekte, historische und dokumentarische Beweise und Details neue Spuren gelegt, die durch Journalisten und Fanatiker regelmäßig zu Tage gefördert werden.

[via fabioparisartgallery.com]

TV Like It’s 1994

Die Rave-Retrowelle nimmt kein Ende: Nach dem Medien-Hype um Ex-Frontpage-Fotograf Tilman Brembs alias Zeitmaschine nun dieses Video einer Acid-Jam mit Mike Ink aus der VIVA-Sendung Housefrau. Als Product Design Director bei Native Instruments mit schickem Prep-Style hat Moderator Mate Galic heute übrigens weder mit analogen Klangmaschinchen noch mit lila Haaren viel am Hut.

[via freehospital]

Harry Axt / Daniel Steinberg: Friede, Freude, Techno

Harry Axt Releases

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Friede, Freude, Techno

von Bastian Thüne aus De:Bug 130

Techno ist neben der Musik vor allem auch eine Art des Feierns. Spaß, Hedonismus und Unvernunft treibt uns viele Wochenenden in die Clubs. Dabei geht es mitunter ganz schön humorlos zu, wenn dann im Endeffekt viele mit Sonnenbrille am Rumposen sind. “Im Techno nehmen sich manche auch immer sehr ernst und man kann das auch ein bisschen von der spaßigen Seite sehen”, erzählt uns ein gut gelaunter Harry Axt, der in einem Grand-Petrol-Video auch gerne mal einen Ein-Mann-Balkon-Rave inszeniert und dessen Name so unverfroren bodenständig klingt, als müsste er aussehen wie das deutsche Pendant zu Albert “Al” Borland aus der Serie “Hör mal, wer da hämmert”.

Hämmern tut es natürlich schon bei ihm, aber längst nicht so grobschlächtig, wie es der Name vermuten lässt. Das rote Karohemd, dass zwar wieder gut zu einem grundkonservativen Lebensstil passen würde, wird eben nicht durch einen wohlgenährten Bauch ausladend nach vorne zur Schau gestellt, sondern durch eine viel zu kleine Lederjacke aufs Korn genommen, die man sich gerne als Karnevalskostüm wünscht. Die knallenge Lackhose tut ihr übriges.

Aber Harry Axt ist ja auch Daniel Steinberg, der dem tranfunzeligen Minimal dieser Tage einen ordentlichen Schuss Chicago, Cut-Up und locker-hüftschwingende Housegrooves hinzufügt. Das funktioniert und hat Humor. Ob als DS auf Overdrive, als Daniel Steinberg auf Frontroom und Style Rockets oder eben als Harry Axt auf Grand Petrol und Kiddaz.fm. Da wundert es nicht, dass seine frühen Einflüsse neben den ersten Acidhouse-Platten, Phuture und Strictly Rhythm auch die gängige Dancemusic der frühen 90er war, wie Black Box, Technotronic oder Bizarre Inc.

Jedenfalls sind die beiden Alter Egos des 32-Jährigen derzeit auf vielen Tanzflächen anzutreffen und auch als DJ will sich der Berliner nicht nur auf einen Namen festlegen: “Ich lege meist unterschiedlich auf. Als Daniel Steinberg spiele ich eher einen nicht so harten, mehr techhousigeren Sound und bei Harry Axt wird es dann schon härter und technoider.” Beim Produzieren verlässt er sich ebenfalls auf diese Dichotomie, die es ihm ermöglicht zwei Seiten auszuleben. “Harry Axt ist dann immer ein bisschen doller, technoider und wirkt düsterer. Bei Daniel Steinberg fluffig, housig. Mit Samples … so Friede, Freude … (lacht).”

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Auf seinem Debutalbum Planet Axt, das er jetzt als Harry Axt veröffentlicht, fügt Daniel glücklicherweise beide Seiten zusammen und nimmt uns mit auf seinen Planeten, auf dem schon sehnsüchtig die ravenden Weltraumgeschöpfe mit den Äxten in ihren Händen rumwedeln. Mit düsteren Basslines unterlegte Tracks, die die Melancholie mit Vocalfetzen auf ein funkiges Level anheben, und drohnigen Tunneln, durch die einzelne Klaviertöne hindurchschwirren, baut sich Daniel sein Universum zusammen. Das darf dann auch elektronische Big Band im Slowmotion-Tempo sein oder voll auf die Zwölf gehen. Schließlich geht es um Techno und dabei vor allem um den Spaß.

Particle Riot 10 im Künstlerverein Malkasten am 21.03.2009

Diesen Samstag ist es endlich wieder soweit, anlässlich der Veröffentlichung von Oliver Hackes Dues And Needs EP auf Trapez Records findet die erste Particle Riot in 2009 statt.

Live spielt der gebürtige Kapstädter Alan Abrahams aka Portable. Seine sehr persönliche Interpretation von House lässt Bezugspunkte im Kwaito, dem Garage-Pendant Südafrikas und Soundtrack von Alan’s Jugend in den Townships, verorten, zudem finden sich auch Einflüsse traditionellerer afrikanischer Musikstile in den Tracks.

Particle Riot 10

Die strahlenden Installationen und Projektionen von Julius Schmiedel, Jjesu Cunst Kore, Ingo Klingenhegel und Raumwerk leuchten durch die Nacht – ungesehn und in einer Vielzahl und mit einem Aufwand erschaffen, wie sie hier noch nicht aufgebaut wurden.

Die schon jetzt sehr erfolgreiche EP gibt es auch am Abend zu kaufen und Oliver Hacke legt natürlich wie immer auch als Resident-DJ auf, ebenso wie Daniel Fritschi.

Particle Riot 10

Samstag 21.03.2009, 22:30 Uhr - Künstlerkeller im Künstlerverein Malkasten, Jacobistr. 6a, 40211 Düsseldorf

Serge Santiago - Re-Editing Italo Disco

Serge Santiago Releases

Ein verschmitztes Grinsen soll mir erlaubt sein, wenn schon knapp einen Monat nach meiner Italo Disco 2.0-Prophezeihung ein Serge Santiago im House-Special der De:Bug erscheint, der ‘die originalen Italo-Disco-Tracks aus den 80ern um die wirren Synthieexzesse’ abspeckt und dessen Label Arcobaleno den ‘analogen Synthie-Geist von Patrick Cowley, Giorgio Moroder, Gino Soccio oder Rinder & Lewis in farbigem Vinyl’ nachspürt.

Auf der myspace-Seite finden sich Edits des Claudio Simonetti Soundtracks zu Dario Argentos Film Tenebre und Mel & Kim’s 80er-Jahre Stottersample-Orgie Showing Out.

Das kommende Album unter dem Projektnamen Retro/Grade zusammen mit Tom Neville ist in Produktion. Stay Tuned!

School of Stylez [Vol.2 - Dub, Grime, Dubstep] - Teil 3

Dubstep Releases

(Fortsetzung von Teil 2)

Wie hat man sich eine Ethnie Dubstep vorzustellen?

„Das sind Leute, die machen Drum n’ Bass oder Breakbeats, oder Leute, die HipHop oder Techno machen. Die versuchen jetzt alle, diese gebrochenen, minimalen Beats zu machen. Ich glaube, dadurch, dass Dubstep und Grime Fusionen aus verschiedenen Musikrichtungen sind, kommen die Leute aus allen möglichen Ecken. Und das ist schön dabei.“

Der Grime aus Deutschland rückt mit seiner fein programmierten Elektronik in Richtung Dubstep. Ich spreche hier vor allem von DJ Maxximus und seinem Berliner Label MG77.

„Hier gibt’s auch so einige Leute, die machen coole Sachen. Die Freak Camp Posse z.B. das ist eine Gruppe hier in Berlin, Dubstep DJs. Eine Partyreihe im WMF hieß Grime Time. In Maria am Ostbahnhof sind ab und zu Sachen – Bass the World findet statt im Josef, im kleinen Club von Maria. Und natürlich seit letztem Jahr alle drei Monate Dubstep-Party im Techno-Club Berghain.“

Er erzählt mir von seinen Plänen, mit anderen Berliner Künstlern eine CD oder sogar ein Doppelalbum herauszubringen. Genug Material hätte er bereits für die Compilation. Es müsste sich nur noch ein Vertrieb finden, der mutig genug ist, diese neue Musik unter die Leute zu bringen.

Lässt sich eine Theorie des Grime formulieren?

„Zum Glück gibt’s immer noch nicht diese Formel, wie man einen Song baut, was wir sehr oft in elektronischer Musik erlebt haben. Denn wenn es diese Formel gibt, dann weißt Du: erst gibt’s das Intro, dann den Break, danach geht’s los, dann nochmal Intro, und dann geht’s volle Kanne los … und das ist bei dieser Musik immer noch nicht so, es ist immer noch sehr experimentierfreudig, immer noch sehr frisch.“

Apropos frisch: was ist eigentlich die Wortbedeutung von Grime?

„Grime ist, wenn Deine Waschmaschine ausläuft, und nach sieben Jahren bewegst Du Deine Waschmaschine aus der Ecke. Das, was Du in der Ecke findest, das ist Grime (lacht).“

Wir hören Phokus aus Hamburg mit seinem Klassiker ‘Dem All Shot’ – zu deutsch: Wir haben alle abgeschossen.

„Die spielen natürlich wieder mit dieser Provokationstechnik, was ja auch Punkrock damals gemacht hat, so zu schocken, deswegen benutzen die auch ziemlich aggressive Texte.“

Zu uns gesellt sich DJane Spoke, um neue Platten zu hören. Sie berichtet von ihrem aktuellen Projekt mit einem Kollegen namens Wasserstoff. Sie arbeiten an einem Sound, den sie TechDub nennen, eine langsame Form von klassischem Techno, gemischt mit Dub und 2step-Einflüssen: „Auf der Party im RAW haben die Leute geschrieen vor Vergnügen! Am Ostersonntag im Rosi’s werde ich unseren neuen zweiten Track zum ersten mal spielen.“

Ich mache mich auf den Heimweg und höre die Abendglocken läuten. Funk, Dub, Disco, Electro, HipHop, House, Techno, Breakbeat, 2step, R’ n’ B, Grime, Dubstep … Diese Begriffe aus 40 Jahren Musikgeschichte umkreisen meinen Kopf wie kleine zwitschernde Vögelchen:

Ob Dean für seine deutsche Grime-Compilation einen Vertrieb finden wird? - Werden die Dubstep-Parties im Berghain auch weiterhin gut besucht sein? - Gibt es eigentlich schon Dub-Jazz? - Habe ich nicht zuhause noch eine CD mit Balkan-Dub? - Und was hat Dean beim Abschied doch gleich gesagt?

„Ich bin sicher, das wird jetzt mehr und mehr, weil, ich merke auch, hier in Deutschland sind mehr und mehr Leute, die das produzieren.“