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Italoboyz - Bla Bla Bla [Mothership 023]

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Techno und Humor gehen oft getrennte Wege. Bei den Italoboyz glücklicherweise nicht. Schon im ersten Track ihres Club-Albums mischt sich die gesamplete Big-Ben-Glocke mit Flamenco-Gitarre und Klavier. Das klingt an vielen Stellen improvisiert - wobei das spontane ‘mit-dem-Klavier-drüberspielen’ das Debut durchzieht - und vor allem humorig. Da wird dann ein Speak-and-Spell-artiges ‘I don’t speak Chinese’-Sample um chinesische Folkloreklänge ergänzt oder unverständliche Umlaute ins Jomox-Gewand gekleidet und immer wieder ertönt das Klavier, manchmal auch die jazzige Trompete. Die groovigen Beats darunter sind eh nur die Spielwiese, auf der sich die Improvisationen ausbreiten. Mit ‘The Pink Unicorn’ bekommt das Album ein Outro, das gleich einer tanzende Schönheit an sich klingt.

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Giuseppe Cennamo - Voyage EP [Kammer Musik 007]

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Beim Hören von Guiseppes zweiter EP auf Kammer wünscht man sich sofort ein italienisches Rennrad. Präzise wie eine Campagnolo-Schaltung, genauso elegant, leichtgewichtig und mit mächtigem Vortrieb klingt es, wenn der Newcomer aus Neapel an seinen Tracks werkelt. Jedes der drei für sich zeigt andere Facetten (jazzig, asiatisch, ravig), Herangehensweisen (hüpfend oder nach vorne gehend) um am Ende doch zu wissen, wie es die Leute kriegt. Mich überzeugt das und macht neugierig auf mehr. Super EP, besonders ‘Tropicana’.

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make-capitalism-history.de

‘Die Blogsphäre hat so gut wie keine gesellschaftliche Relevanz’ ist doch auch mal eine Erkenntnis…’ SubKid via twitter.com

Das Ergebnis der vergangenen Bundestagswahl war ein Schock für mich. Nicht weil ich noch der große Umwälzer der Verhältnisse oder Salonbolschewist wäre, der ich vor einigen Jahren war, sondern weil ich aus dem Aufstieg der FDP und der anhaltenden Erfolge der CDU nur einen Schluss ziehen kann: Der Großteil der Deutschen scheint sich gesagt zu haben: ‘So jetzt ist Schluss mit Solidarität und Engagement für randständige Themen. Ich muss mein Geld zusammenhalten und es nicht von Politikern verpulvern lassen. Weniger Steuern klingt gut und ich zieh’ noch das letzte bisschen Geld aus dem System, bevor der Laden hier dichtmacht.’

So zumindest erkläre ich mir die ultimative Bejahung eines Politik- und Wirtschaftsverständnisses, dass die Finanzkrise erst möglich gemacht hat und sich jetzt in die Knochen des bürgerlichen Subjekts fortpflanzt. ‘Der Ehrliche ist der Dumme’, wie Ulrich Wickert sagen würde, als Ausrede für den Zukurzgekommenen es jetzt den Großen gleichzutun. Umso glücklicher bin ich über das Gegengewicht in Form eines Kongresses der am Wochenende an der FU Berlin stattfindet.

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Wenn alle im Tigerentenclub sind, dann muss ich wohl wieder stärker in die Opposition, deswegen bin ich mit Film und Workshop dabei:

FILM: “CULTURE JAMMING“
mit David Schwertgen (Dipl.-Ing. Photoingenieurwesen und Medientechnik, freier Autor, Regisseur und Blogger)
Die Dokumentation Culture Jamming verfolgt die subversive Kulturstrategie des 21. Jahrhundert von den Anfängen bei Marcel Duchamp und der Situationistischen Internationalen bis hin zum postmodernen Info-War. Culture Jamming verbreitet virale Information, gefakte Medienkampagnen oder Websites, um die Massenmedien zu jammen. (www.culture-jamming.de)
Samstag, 10-11 Uhr (Input), Raum K 24/21

DISKUSSION: “CULTURE JAMMING“ Medienaktivismus im 21. Jahrhundert
mit David Schwertgen
Im Anschluss an das Screening werden wir darüber diskutieren, inwieweit ästhetische Subversion für linke Politik sinnvoll sein kann. Ausgehend von der Suche einer Utopie in Debords ‘Gesellschaft des Spektakel’ und Ecos Anmerkungen in dem Essay ‘Die Fälschung und der Konsens’ ist die Fragestellung, ob eine Kritik der Kommunikation über die Warenzirkulation eine gute strategische Option sein kann.
Samstag, 11.15-13 Uhr (Workshop), Raum K 24/21
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Sa, 19.9.: Tag der freien Lizenzen in Leipzig

Bin gerade zu faul, das nochmal zu posten. Auf Wechselwirkungen gibt es alle Infos und Links zum Spektakel aus Vorträgen, Diskussionen und abschließender Party.

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Kenny Glasgow - Taste for the Lowlife Remixes [No.19 Music]

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Die zweite Remix-EP aus Kenny Glasgows sehr rührend-nostalgisch verhaftetem Album wartet mit fünf Versionen unterschiedlicher Künstler auf. Mal sanft und getragen wie bei My Favorite Robot, die mit einer Fläche und einem Beat die morgendliche Feierstimmung einzufangen wissen oder dubbig-verhallt wie bei Jonny White, der eher zum Anfang des Abends passt. Der Track schlechthin ist aber James Teejs Version von ‘T.W.A.M.’, bei der sich die Bassline so galant zwischen den trancigen Melodien durchschlängelt - ziemlich gut. Justin Drakes Tribalhouse und Alex Jones unschlüssiger Techhouse überzeugen mich nicht.
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Less - Mut zur Veränderung [Pour 003]

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Auch Less folgt dem Spoken-Word-Trend auf dem Thüringer Label mit dem unglücklich gewählten Namen - Militärorden haben halt oft einen seltsamen Beigeschmack. Und folglich sind es auch die Vocals, die mehr abtörnen als den Track zu steigern, der solider, runder Deephouse ist.

Glücklicherweise versteckt sich auf der B-Seite ein echter Hit. Less remixed Brotherhoods ‘Memorial Smith’ auf so eine bezaubernde Weise, dass man ihm ganz im Sinne des Labels den Deep-Orden verleihen möchte für das schöne Klavier. Erst zieht es den Tänzer in seinen Bann und nach dem Break drückt es ordentlich von hinten. Ein Stück das verzaubert. Großartig.
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youANDme - Breakdown EP [Dkdnt010]

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Die Beats von youANDme klingen immer etwas roher als bei anderen. Vielmehr wie man es vom härteren Techno gewohnt ist, obwohl er davon genauso weit entfernt ist, wie vom beliebigen Soundgeplänkel. Angenehm, dass die Platte mit einem ungeraden Beat beginnt und sich davon abhebt und ganz sachte einen eigenen Drive entwickelt, der sich um ein Sample herum abspielt. Knochentrockener, treibender House.

Abgehackt geht es bei ‘Jack Box’ zu. Knallig schwirren die Snares durch die Luft (erinnert in seiner Art an alte DJ Rush-Platten). Das zieht mächtig an und die Euphorie erreicht es mühelos durch das discoide “Feel”-Sample, wobei youANDme genau wissen zu scheint, wann er es abhackt oder langzieht. Killertrack.

Dekadent Schallplatten

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