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Guilty Simpson + Madlib = OJ Simpson - Prelistening Track

Am 18. Mai diesen Jahres wird das Album des Ausnahmeproduzenten Madlib - zusammen mit Guilty Simpson als OJ Simpson - releast. Auf stonesthrow.com gibt es eine digitale Vorabversion und auf realvinylz.de einen Prelistening-Track:

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Guilty Simpson - Cali Hills
[via stonesthrow.com]

Platte des Tages: The Souljazz Orchestra - Rising Sun [Strut Records 058]

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Jazz ist bekanntermaßen nicht nur immer noch der Teacher, sondern auch mein persönlicher Soundtrack des langsam aber sicher beginnenden Frühlings. Dafür verantwortlich ist das kanadische Souljazz Orchestra mit seinem passend betitelten dritten Longplayer Rising Sun. Die Namensähnlichkeit mit dem Londoner Label und Plattenladen ist rein zufällig, doch musikalisch trennt das Sextett aus Ottawa weit weniger als ein schnödes Leerzeichen von den Briten. Denn so wie letztere sich für ihre Compilations immer wieder tief in die Wurzeln vorzugsweise afrikanischer und karibischer Soundkultur eingraben, schöpft auch das Souljazz Orchestra aus dem reichen Fundus von Ethnojazz und Afrobeat.

Pate gestanden haben für Rising Sun natürlich in erster Linie Mulatu Astatke und Fela Kuti, doch bleibt die Interpretation des Orchestras so zeitgemäß wie eigenständig. Selten hört man Jazz so frei von Daddeligkeit und Klischees und so durchgehend rhythmisch und deep. Hier ist alles gleichzeitig wie aus einem Guss und dabei so voller betörender kurzweiliger Momente vor denen man einfach huldigend niederknien muss, wie die Sonnenanbeter auf dem Cover.

So wie bei ‘Negus Negust’, in dem lateinamerikanisch anmutende Bläsersätze kongenial mit dem glasklaren Vibraphon harmonieren oder dem kinematographischen Kleinod ‘Lotus Flower’, das mit dem Cadillac direkt vor der Hotelbar parkt. In ‘Serenity’ tappst schließlich ein schüchternes Pianointro in die Szenerie, bevor es in einen samtenen Umhang aus Saxklängen gehüllt wird. Ein wenig freier und weniger groove-orientiert gestaltet sich das letzte Drittel der Platte, das mit ‘Rejoice’ eine Coverversion des Sun Ra-Kompagnons Pharaoh Sanders enthält.

Die Art und Weise, in der die sechs Musiker jedem Element den nötigen Raum zur Entfaltung geben, erinnert nicht nur an den klassischen Minimalismus eines Steve Reich, sondern an jazz-geschulte Detroiter House- und Techno-Legenden wie Theo Parrish oder Carl Craig. Hier schließt sich dann wieder der Kreis ins heute. Und genau da ist Rising Sun ab jetzt Pflichtprogramm.

Portformat - The Repeat Factor Remixes

Zum am 3. Dezember 2009 auf dem Label Tokyo Dawn Records erschienenen Album ‘The Repeat Factor’ von Portformat erscheint Ende nächsten Monats ein Remix-Album von u.a. Swede:art, Comfort Fit, Alien Entertainment und Soulparlor.

Portformat Cover

Die Remixe sind in Produktionsstil und -technik sehr vielfältig und ein klein wenig durchwachsen, so dass mein Herz nur für circa sechs Tracks richtig heftig schlägt. Die von mir hochgeschätzten Vokalisten Dudley Perkins und Georgia Anne Muldrow können hier mal nicht recht überzeugen, zumindest gefallen mir beide Mothership-Remixe (Opolopo / Comfort Fit) nicht so gut. Eher für den open-minded Dancehall-Floor, zu sehr nach vorne gemischt und offensichtlich shuffelnd.

Knock Knock im Resound-Remix geht dafür richtig ab. 90s Techno-Lead Synths haben natürlich immer einen Platz in meinem Herzen und geben dem dubbigen Schieber einen freshen Touch! Auch Negghead haben sich an Knock Knock versucht und machen Barry White alle Ehre. Hierzu möchte man mit einem Pontiac Firebird über den Broadway cruisen.

Bei U$ feat. Suzi Analogue shreddert Dandario den Soultune etwas zu sehr durch die Roots Manuva/Dabrye-Mühle, so dass der Track nur noch auf Crack richtig Spaß macht und auch Jedeye nimmt bei U Gotta Find zu sehr das Tempo raus. Das wobbelt ganz amtlich, ist aber auch nicht auf der aktuellen Dupstep-Höhe…

Andreas Saag zieht dagegen das Tempo an und peitscht einen unerwarteten Floorfiller mit Hüftschwung-Torkelgroove aus dem Original heraus. Nervt mich aber auch ein wenig.

Die deutschen Soulparlor machen aus Fairy Child einen 4Hero-artigen NuSoul-Track, von denen es ja nie wirklich genug geben kann. Sehr schön.

Portformat feat. Shuanise - Fairy Child (Soulparlor Remix) by soulparlor

Eigentlich müßte der Alien Entertainment Brightstar Dub von Life Water viel, viel länger sein, ist aber auch so der beste Remix der Platte. Mysteriös schlingernder Groove, pfundige Bassline und funky Drumprogramming.

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Life Water feat. Thesaurus Rex (Alien Entertainment Brightstar Dub)
[via tokyodawn.net]

Swede:art macht mit dem It’s on-Remix einen guten Job, gefolgt von schönen dicken Rockdrums und Discobassline von Ronni Vindahl, der eine ganz andere Interpretation von Fairy Child und das einzige uneingeschränkt tanzbare Stück der Compilation abliefert.

Résumée: Sechs von vierzehn Tracks absolute Hammer, für Kenner des Originals auch noch ein paar interessante Bearbeitungen und ein paar nervige Tracks. Wobei die härteren Dancehall/Ragga/FreakFunk-Bearbeitungen vielleicht auch eine ganz eigene Klientel ansprechen.

Releasepage mit Prelistening - Available April 29th 2010

Diggin’ The Crates: Fennesz - Endless Summer

Zwei Drittel des Covers Himmel, ein Drittel Wasser. Die Sonne steht für Sonnenuntergangsverhältnisse noch ziemlich weit hoch am Himmel, von links und rechts schieben sich gemütliche Abendwolken in das Bild, die weder besonders schlechtes noch besonders gutes Wetter, vielleicht lediglich ein bisschen Kühle verheißen. Der Himmel hat den leicht magentastichigen-orangefarbenen Teint den er auch hierzulande an Baggerseen annehmen kann, jedoch würde ich den Enstehungsort des Bildes eher in Nordspanien vermuten. Für Europa sprechen die kontrollgesellschaftlich von unten-links nach rechts ins Bild ragenden Schwimmbereichsabgrenzungsbojen.

Fennesz - Endless Summer

‘Schwimmen über diesen Punkt hinaus auf eigenen Gefahr’ und sowieso ist die Badezeit für heute, vielleicht auch bald für den Rest des Jahres vorbei. Das Schöne in diesem Bild ist der Augenblick des Vergehens in der Versprechung der ewigen Wiederkehr eines solchen Moments und genau da korrespondiert das Artwork perfekt mit der Musik von ‘Endless Summer’.

Eigthy-8 - If you Think Radiohead’s KID A is Weird, Then You Should Really Hunt This Music Down ist ein Essaybuch von Paul Morley betitelt, indem er darüber philosophiert warum Radiohead mit KID A nicht ein halb so großes Risiko eingangen sind wie es manchem Rolling Stone-Leser vielleicht schien. Denn, so Morley, Radiohead riskierten lediglich ein Publikum zu verlieren und nicht jemals eines zu haben. Dann folgt eine Liste von 88 großen weirden Alben.

Endless Summer von Fennesz ist so ein Album, es ist für mich das endlich eingelöste Versprechen hunderter Minimal-Techno-Maxis, langweiliger Ambient-Collections und anstrengender Krachplatten. Hier ist die Drone, das Störgeräusch, die Statik, das Knistern einem einzigen Zweck untergeordnet: Die bestmöglichste, allgemeingültigste, verstörendste, atemberaubendste, herzstoppendste, monochromatischste, opakeste und fragilste Vision eines ‘Endless Summer’ hörbar zu machen. Ein Sommer der immer nur in der Erkenntnis seiner zeitlichen Begrenztheit so schön ist, dass man ihn für immer haben will. Was wiederum ein Widerspruch in sich ist.

So sind die schönen Momente, die Fennesz auf ‘Endless Summer’ erzeugt, auch unter diversen Klangschichten vergraben und man/frau muss sich den klanglichen Sonnenuntergang erstmal erarbeiten, bevor er in vollster Klarheit erscheint. Dann ist er auch manchmal schon wieder weg oder bleibt überraschend lange, wie in ‘Happy Audio’.

Eine *öhem*, ja, eine… Jahrhundertplatte.

Party: Cooly G und Débruit in Köln + Mix

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Wo?: Stadtgarten Köln
nn?: Freitag den 26. März - 23:00 Uhr
Wer?: Cooly G, Débruit, Johnny Flash & Gutterfinger, Iriefieldconvention

Ein frischer Wind aus London wird Kölns Partylandschaft am morgigen Freitag den 26. März von der Bühne des Stadtgarten entgegen wehen. Mit Merrisa Campbell alias Cooly G kommt eines der hoffnungsvollsten Nachwuchs-Talente aus Londons Musikszene an den Rhein. Die Tracks der Teilzeit-Profifußballerin bewegen sich elegant zwischen House-kompatiblem 2Step und UK-Funky und haben bisher nicht nur Kode9 überzeugt, der sie für sein Hyperdub-Label unter Vertrag nahm.

Ähnlicher Erfolg könnte auch schon bald den Franzosen Débruit erwarten, der seine Version von wonky Hip Hop live präsentieren wird. Lokaler Support kommt von Johnny Flash & Gutterfinger sowie der Iriefieldconvention.

Einen Vorgeschmack auf Cooly Gs Mixing-Skills gibts bei den Kollegen vom Besti-Blog, die einen exklusiven Mix der Dame zum Download anbieten.

Platte des Tages: Toby Dreher - Landmass EP [Dekadent 013]

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Toby Dreher scheint einen definitiven Hang zum Trance zu haben, anders kann ich mir diesen Track nicht erklären. Die Fläche steht hier, wie schon lange nicht mehr gehört, komplett im Mittelpunkt. Dennoch wirkt die im Minimalkorsett drumherum nicht kitschig, da sie im richtigen Moment verschwindet und nicht durch andere Melodien ersetzt wird. Sehr schön.

Nur die Grundatmo derselben nimmt sich Agaric heraus und fügt dem einen röhrenden Sound hinzu - etwa in der Art wie das Holz in meinen Boxen klingt, wenn der Bass zu stark föhnt. And.id mimt in seinem Remix einen schönen Mittneunziger-Omen-Track lässt die Fläche wie die Vocalsounds von Waldorfs Wavetables klingen, gibt dem Kitsch aber ebenfalls keine Chance. Sehr schöne 12”.

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Dekadent Schallplatten

V.A. - Start to Remind EP [Kammer Musik 010]

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Mit einer kleinen Werkschau startet Kammer Musik das neue Jahr und zeigt auf vier Tracks vier verschiedene Facetten seiner Artists, deren Gemeinsamkeit nach vorne gehendes House ist. Im ersten Track vor allem die schiebende Bassline im sonst loopigen Stück. Im nächsten geht es mit Congos und sommerlichen Chords weiter.

Zwar beides gut tanzbar, doch keine Chance gegen die andere Seite. Dort steht der Groove weniger im Mittelpunkt. Stattdessen Melodien, kleine Spielereien, die wie im ersten vor lauter Freude ein inneres Volksfest verursachen (Killertrack) oder wie im Zweiten durch detroige(s) Sounds und Rascheln überzeugen - auch ein Hit.

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