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Thabo - The Machines [Ornaments 016]

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Mit einem verhangenen Polka-Rhythmus und zehn Katalognummern später beginnt Thabos [zweite EP] auf Ornaments. Nach dem sommerlichen Überhit, der soundmäßig schon ein kleiner Ausreißer war - dreht sich die Nadel aus der Höhe der Euphorie in die Tiefen des Dub. Doch auch nicht allzutief.

Eher noch in der Mitte, ohne mittelmäßig zu sein, baut sich klar gegliedert alles auf, fügt sich eins nach dem anderen zusammen. Nur statt großer Geste sind es die feinen Unterschiede, die Thabo fein säuberlich herausarbeitet, ganz so als hätten ihm Bourdieus Fleischkonsumtabellen als Vorbild in Sachen minimaler Differenzen - etwas abgewandelt: ‘Das kleine ist mehr als die Summe seiner Teile’ - Pate gestanden. Dubbiger Rave also mit angezogener Handbremse, ganz so als sei Minimal(ismus) eben doch ein geniales Konzept, statt Schindluder mit Hallräumen. Sehr gelungen dieser versteckte Hit.


Thabo - The Machines
[via ornaments-music.com]

Fosters Remix von ‘The Machines’ klingt sowas nach Moodymanns ‘Dem Young Sconies’, dass es glatt als dessen Remix durchgehen könnte. Sofern es sich um das Fundament handelt, schließlich versöhnt er den 97er Killer aus Detroit mit kreisenden Choruspads und einer gehörigen Portion Deepness. Allerdings will der Funke nicht so ganz überspringen.

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Platte des Tages: Tim Toh - No Trace [Ornaments 015]

Sommerzeit ist Eiszeit und Housezeit. Beides am besten zartschmelzend. Doch wo die klebrige Verzückung des Eises meist im Hals stecken bleibt, wenn man nicht ausreichend Wasser hinterherspült, ist das Angenehme dieses Vinyls nachhaltiger als das Nachhaltige eines verklebten Halses. Schließlich serviert Tim Toh die schönsten ‘Yeah Yeahs’ im House seit gefühlten eineinhalb Dekaden und dazu musste er noch nicht einmal in die Dolomiten oder nach New York reisen.

Eine Liebe, die spurlos und verblichen in der Erinnerung - wie die durch Licht geblässten Langnese-Fahnen an diversen Strandbuden in diversen Urlaubsorten Europas - einen ganz Track durchströmt. Besonders dann, wenn kurz vor Ende die Bassdrum, wohl nicht umsonst, noch dicker und - Achtung Paradoxie - noch sanfter wird. Aber Ambivalenzen gehören dazu. Wie sonst würde ein Spannungsbogen aussehen, wenn es doch gerade die Spannung zwischen Euphorie und melancholischer Sehnsucht ist, die einen auf Wolke 7 katapultiert, wenn die Hoffnung voll aubricht: ‘If I find you one day’ … und auch noch so zuckersüß gesungen.


Tim Toh - No Trace
[via ornaments-music.com]

Und für den Zeitpunkt, an dem sich die Farbpigmente der Langnesefahnen ausruhen können, der Hals genug durchspült ist, allgemein das euphorische Dahintraben auf Energie umgeswitcht wird, gibt es Manuel Turs ‘Non Chill Filtration Rmx’. Hier sind auch die Vocals im Vordergrund, allerdings kommt die Bassdrum stringenter zur Geltung. Ein wenig des beschwingten Glücks wird durch Vorwärtsdrang ersetzt und mit mehr Techno unter dem Arsch angetrieben, bis sich alles weiter verdichtet.

Nach der unterschätzten 013 und der dubbig-guten 014 wieder ein Ausnahme-Release - und ja jetzt kann ich endlich adeln - des besten Labels seit Eye Q. 15 extrem gute Platten rauszubringen ist äußerst schwer. Oder kennt jemand noch andere Labels die das in letzter Zeit schafften?

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Platte des Tages: Unknown - Escape [Aldebaran 001]

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Vinyl strikes back. Wieder einmal. Und wieder limitiert. Für diesen zeitlosen Dubtechno aber auch mehr als gerechtfertigt, dieser seinerseits zeitlose Tonträger. Aldebaran ist also ein Sternenbild, das 65 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Man wird zwar nie wissen, ob die Dubs soweit ins All hineinreichen, doch dringen sie tief in den Körper/ins Bewusstsein ein, vor allem die männlichen leicht leierigen Vocals setzen sich ungemein fest und beglücken jeden Moment.

Einfach hittig, da brauchen sich auch die Dubs keine zwei Parsec auszubreiten. Spitzen Track. Die B geht trockener und mit Bandechos zur Sache. Ebenfalls schön mit seinem mehr nach vorne gehendem Drive.

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Hooved - Soul Closed EP [Kammer Musik 012]

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Irgendwie ist in Hooveds EP der Wurm drin. Zwar absolut spielbarer, sauber produzierter und funktionierender Techhouse, aber auch nur das. Nichts mit dem die 012 an die herausragende Qualität der letzten VÖs anschließen kann. Schade! ‘Ridin’ toolt sich so durch und weniger Redundanzen hätten sicherlich gut getan. Mit den orientalischen Sounds klingt ‘Without a Reason’ interessanter und bleibt spannender. Angenehm, ,leider aber auch nicht mehr.

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Marko Fürstenberg - Remix Royale [Rotary Cocktail RC024]

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Royale Remixe im schickem James Bond-Layout und was würde dieses Release mehr adeln als dass ihn das Kollektiv Turmstrasse und Sven Weisemann als Remixer schmücken. Auch wenn dies eine remasterte Wiederveröffentlichung von 2007 ist, klingen beide Tracks noch unheimlich frisch.

Das KTS macht aus ‘Juni KK’ einen stampfenden Clubtrack der zwar mit ihrem charmanten Rasseln ausgestattet ist, aber keinerlei Flächen drin hat - für mich ungewohnt. Sven Weisemann schwebt sich durch die Ewigkeit. Zeitlos schön, bleibt eben zeitlos, auch Jahre später. Als limitiertes, durchsichtiges Vinyl kriegt man zu den Remixen auch ein schickes Sammlerstück.

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Platte des Tages: Deo & Z-Man - No EP [Dekadent, Dkdnt015]

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Eine Gabelstapler-Ralley im Club veranstalten und dazu ‘The Damaja’ als Soundtrack. Das wäre das perfekte Bild für diese Art von Durchness, in der die Trommeln nur so durch die Gegend fliegen. Doch dann nach dem HipHop-Break ändert sich alles und es geht mehr nach vorne. Stapler werden durch Sneakers ausgetauscht. Und es bleibt eine skurrile Perle im Ohr hängen. Formidable!

Luftiger, wärmer und beschwingter wird ‘Get Busy’, dass übrigens auch eine A-Seite wert gewesen wäre, aber da die 015 ‘No EP’ heißt, passt das. Und die Musik ist eh riesig.

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T.D. - Mara [We can do it 007]

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Ein verzaubert-hypnotischer Track. In den Bann ziehend wie die dunklen Augen der spanischen Mara, die wohl als Patin für den Track steht. Wieder mal ein hochgradig illegales Bootleg, dessen Höhepunkt ein Sample eines unbekannten spanischen Liedes ist. Das hat Deepness und Humor und klingt einfach großartig. Eine B-Seite braucht es natürlich nicht, sie würde nur die Einzigartigkeit des Tracks kaputt machen.

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