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Jesper Dahlbäck - Moggl [H Productions, HPX045]

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Da ist wohl jemand auf den Fastnachts-Button seiner Synthies gekommen und das nervt gewaltig, aber ‘Cripx’ macht zum Glück nur ein Drittel der EP aus. Dann lieber das dunkel-minimalistische ‘Cvan’ mit einer nicht zu starken distorted 909, die weiß, wie sie die Alarmgeräusche einbettet. Soviel Horrorshow darf dann sein und wenn das zwischendurch noch nach Topfschlagen auf der Kinderparty der Addams Family klingt, ist der beglückte Dancefloor nicht mehr weit. Und der Titeltrack ‘Moggl’ ist nicht nur feinster Techno mit Industrial-Anleihen, sondern könnte mit den scheppernd gefilterten Schmutz-HiHats auch mühelos aus Marc Acardipanes Tresor-Album stammen. Gute EP mit einem Ausreißer nach unten.

Floppy Sounds - City for Sale [Wave Music 50205]

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Ein düsterer Jack mit mittneunziger Orgelspaziergang durchströmt den Raum. Klar, dass da eine andere Atmosphäre herscht als in einem geleckten Vorraum eines altehrwürdigen Altbaus. Eher so leicht angeraunzt, obwohl die Lust vor lauter Poppers kaum auszuhalten ist, ohne in tiefe Demut vor Jack zu verfallen. Lustige Vorstellung. Vor allem wenn es bei Robert Rodriguez noch als Anti-Paradise-Garage durchschimmert. Tja, trotzdem bedient er es. Und zwei Remixe kommen auch ohne Vocals aus. Kein gutes Omen? Interessiert das jemand? Einfach spielen und wohlfühlen. Und dank Tedd Petterson ist für jeden was dabei - obwohl seine 80er-Raps außer einem heiteren Lachen nichts entweichen lassen. Einfach ausprobieren - ist eine von den Guten.

Joseph Capriati - Save my Soul [Analytic Trail]

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Angelehnt an Electro beginnt das Album, was natürlich freudig stimmt, aber auch sonst begeistern die Bildzeitungen in den Bäumen, die nach vierzig Stunden Wachheit ohne empirische Begründung einfach so erscheinen. Ein Trugschluss? Ach, wer will schon Wahrheit wissen, wenn Techno im Spiel ist. Oder wenn die Polka in Mädchengestalt erscheint und Wassereis verteilt. Und da es ein Album ist, natürlich Ruhepausen. Floorfiller fehlen trotzdem nicht. ‘GMID’, ‘Save my Soul’ und das Brett ‘From Stortoget to Big Ben’ wissen, warum Joop ohne Kochrezepte Essen zubereiten kann. Album für zuhause und Club zugleich - das freut natürlich!

Johannes Heil - Loving [Cocoon, CORCD024]

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Die jugendliche Wut scheint bei Heil schon lange vorbei. Dennoch war es ein langer Weg von ‘I love to beat you cause I hate you’ zu ‘Loving’, bzw. vom Kanzleramt in den überirdischen Cocoon-Bunker, den ich die letzten fünf Jahre nicht verfolgte. Und nun? Ein gar nicht mehr so ernst wirkender Produzent. Aber auch sonst: Alles viel zu glatt gebügelt.

Keine peitschenden Handclaps mehr. Stattdessen begrüßt das Album mit einer Anlehnung an Queens ‘We will Rock you’, um den Rhythmus in ein seichtes mit Flächen überladenes Oeuvre zu verwandeln. Ein auf der Stelle treten weicht dem treibenden vergangener Tage. Doch früher war nicht alles gut und heute auch nicht alles schlecht. Die Musik passt sicherlich perfekt in Väths Club, ist dick produziert, doch hat das nicht mehr viel von dem Techno, dessentwegen Johannes Heil seinerzeit zu meinen Lieblingsproduzenten geworden ist.

So bleibt ein zwiespältiger Eindruck trotz der drei extrem guten und trancigen, bzw. high-tech-souligen Tracks ‘The Ace’, ‘Seeded’ und ‘Freedom of Heart’. Unheimlich schade.

Und in der Tat muss das Album niemand hören, weswegen das folgende Video noch aus “besseren Zeiten” stammt.

Und für die, die es gerne ruhiger und besinnlicher mögen, dies hier:

Beyer/Delano - Sleep Horn [Drumcode 076]

Den Ausschuss auf Mad Eye abgelegt, kitzeln die beiden mit ‘Sleep Horn’ auf Drumcode sämtliche Wirbelsäulen durch. Nach vorne und düster. Schwedische Devise für zu lange Nächte. Der Titeltrack geht also gut. Die B-Seite nicht. Die Orks verwandeln Mittelerde in ein Rentnerparadies, dass einfach nicht so richtig starten will – oder kann. Orkige Atmo hin oder her.

Beyer/Delano - Loose Turn [Mad Eye 010]

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Ritchie Hawtins Tunnel-Sound zum 10.000sten Mal lockt keinen mehr hinterm Ofen hervor. Wobei ‘Turn Loose’ noch angenehmer ist. Trotzdem: Pseudogoa will und muss niemand hören. Vielleicht die A-Seite ‘Loose Turn’? Ach nee; könnte am allerbesten Fall noch ein paar Hinterwälder auf Staudamm-Raves begeistern. Und im Notfall nimmt sie der Krankenwagen alle mit und die anderen werden auf die gleichzeitig erscheinende Drumcode 076 verwiesen.

Frisch gediggt: Apollo Brown - Brown Study Instros

Heute mal eher oldschoolige Beats die den Spirit von Motown wieder aufleben lassen. ‘My Love’ zum Beispiel ist ein ’soulful banger’ mit einer schön dicken Snare, basierend auf einem ’schwoofigen’ Sample. Für dunkle Novembernachmittage. Die Instrumentals zum Album ‘Brown Study’ von Apollo und Boog Brown sind hier frei erhältlich.

Apollo Brown wuchs in Grand Rapids, Michigan auf und war musikalisch zunächst mehr von den Carpenters beeinflusst als von den üblichen Verdächtigen. This is not to say that once hip-hop came into play, Apollo wasn’t all in. Die heutigen Helden des 29-jährigen Beatschmiedes sind: Gang Starr, Wu-Tang, Mobb Deep, M.O.P., Nas und Black Moon. Apollos Credo ist einfach: ‘Everything I make, I try to make it my favorite album of all time.’ Good Luck!