Und weil es gerade so schön schwül ist und Breaks und Beats im Sommer doppelt so gut treiben hier noch ein paar frisch gediggte Beats vom Produktionsteam Drums & Ammo aus Oakland, das aus den Beatschmieden Ammbush, 6Fingers, REL & Al Jieh besteht. Irgendwie schaffen die vier es einen gediegenen Texas-Western-Vibe in die trocken rockenden Beats zu cutten. Untergehende Sonne und Monument Valley Galore!
Es ist gefühlte Jahre her, das wir hier einen Dubstep-Mix gefeatured haben, was u.a. daran liegt, dass mir das ganze Gewobbel und Gewonke und Gerappel zwischendurch auch gehörig auf den Sack ging. Schwer im Dubstep-Einheitsbrei die Perlen zu finden. Mit dem Mix der Tracks von Clubroot bin ich hingegen 100% einverstanden. Wie zu besten Zeiten von Hotflush (Gravious, Christine Vaccine, Boxcutter) groovt es hier majestätisch, langsam und deep. Eigentlich auch eher Bass Music als Dubstep. Magen-Darm-zentrierte Zen-Meditation. Gemischt mit den derzeitigen 27 Grad und etwas Weed allerdings erhöhte Slackgefahr.
Bevor dieses Jahr ein Album von The Advent auf H-Productions erscheint, startet Cisco Ferreira seine erste EP zusammen mit Industrialyzer. Und das knallt so dermaßen, dass es auf den ersten Blick eine aktuelle Weiterentwicklung von Alter Egos ‘Betty Ford’ sein könnte, zumindest geht es genauso nach vorne bei ‘Complex Data’. Die kurzen Breaks zwischen dem HiHat-Geschepper dienen auch nur dazu, dass es danach umso heftiger kracht. Endzeittechno wie man ihn lange nicht mehr hörte. Riesig! Der Titeltrack hingegen klingt wie eine alte Tetsuo-Platte (Label von Talla 2xlc). Komisch trancig und so überhaupt nicht mein Ding.
On the transmediale 2011 in February, when I stepped out of the Ho Tzu Nyen Special in the Theatersaal, I happened to meet Adam Thomas aka Preslav Literary School during a live performance. After the concert I asked him if he’d like to be part of my Collage culturel series. He seemed to be interested.
Last sunday Preslav Literary School released his new album Veer on Interdisco for free.
Deeply regretting the abscence of a medium sized reefer I listened to his tracks over and over. At a first ‘glance’ I missed some ‘vocal’ sounds that would have to give me some geographical, ethnic or cultural orientation within the complex drones. But Preslav Literary School is not to be related in no way to new age or conventional meditation music, though there is definitely some Zen in it.
The track This Good Lesson Keep has some ‘vocals’ and pops up or submerges or veers out of a chinese lunch box. Next we’re getting some fresh breeze of treading the boards. We’re hearing something that could be considered as Gamelan music and a japanese(?) guy is giving some harsh advices. Are we witnesses of a japanese theater group rehearsing some south-east asian black market scene? Leaving the theater slowly through the back door we’re elevating majestically above some dirty alleys. Last reminiscence to far eastern dystopia is a cookshop with japanese lanterns, providing sinister gazing pedestrians with devilled noodle soup.
Relocating ourselves somewhere between stratos- and ionosphere we are looking at something that could be the geological survey of china. Journey continues drifting round the globe in north-western direction and approaching some cathedral. Gigantic church bells with miles in perimeter and immense organ pipes celebrating a static ordination to the priesthood. Slowly turning from divine to more secular sounds we are shifting from Cage to Brahms. At the end of the track we are just dust on a sunny acre. For the time beeing we’ve found our peace with higher spheres and earthly affairs.
Dirge in Marriage is more like a tron-esque journey on the surface of a harddisc and reminds me of the eternal Selected Ambient Works Volume II by the mighty Aphex Twin, who describes his own music to be ‘like standing in a power station on acid’. A cold, metallic wind on the polished surface of a silicon wafer, with the ‘spiral galaxies of military systems’ above our heads.
Exut reminds me of the ‘Lady in the Radiator’-scene in Eraserhead. Somehow three or four divine pop songs, let’s say e.g. Broadcast, Donna Regina, Stereolab, Sea and the Cake or Wunder (Karaoke Kalk) are taking place coinstantaneous. The best part of a pop song processed, filtered, deconstructed and preserved for 5:22 minutes. Part of a series of experiments of how to synthesise the euphoric secrets of Pop. Verweile doch! Du bist so schön!
Veer needs definitely some time, some ‘Brainwave Synchronization’, but it is worth the effort. With ‘Unto the Voice’ as a tuning tool you’re prepared for some adventurous audio experience. Check it Out!
Die dritte Folge des Kunst-, Kultur-, Musik-, Creative Commons- und Remix-Formats Collage culturel ist Online auf ARTE Creative.
Die beiden ModedesignerInnen Doreen Schulz und Clara Leskovar haben sich mit ihrem Label c.neeon einen Traum erfüllt. Sie nutzen die Techniken der Collage zur Inspiration für eine neue Kollektion und zur visuellen Repräsentation der fertigen Modelinie. Collage culturel besucht sie im Atelier und bei der Präsentation der neuen Kollektion auf der Fashion Week 2011. Wir erfahren mehr über den fiktiven Charakter Iris, die Pate für die Kollektion stand, lernen wie sich ein kleines Label im Big Business behaupten kann und dass sich liebevolle Kleinarbeit immer auszahlt.
Im Flashback befassen wir uns mit den cadavre exquis, den kollektiven Bildcollagen der Surrealisten, die als frische Inspirationsquelle benutzt werden können.
c.neeon hinterlassen uns den zeichnerischen Rohentwurf eines neuen Schnittes. Dieser und das verwendete Creative Commons-Material kann auf ARTE Creative und www.collage-culturel.eu heruntergeladen werden.
Voraussichtlich Anfang Juli gibt es neue Folgen mit dem Tape-Dekonstruktivisten Adam Thomas aka Preslav Literary School [neues Album hier] und der Theater- und Performancegruppe ZENTRALE und ihrem Cut-Up-Stück Post Porn Poetry.
“Der Weltraum: Unendliche Weiten… Aus der Tiefe des Raums dringt ein statisches Rauschen an das Ohr des Funkoffiziers, Interferenzen stören den Empfang … langsam schält sich aus der Statik ein majestätischer Stringsound, eine kosmische Gelassenheit stellt sich ein bis, ja bis nach einigen Minuten ein nervöses Hi-Hat-Gewitter die Stille durchbricht, es steigert sich zur unerträglichen Spannung und ein gigantisches Industrialgewitter ergießt sich über die Crew…”
Vor einigen Nächten ich einen Fiebertraum, der auf einer schönen, leicht tropisch verregneten Südseeinsel begann. Aus irgendeinem traumimmanenten Grund wurde ich für eine Expedition in die Zukunft ausgesucht, ich sollte etwas in Ordnung bringen oder eine Nachricht abholen. An einer Art Hafenmole gab es eine Kapsel mit retrofuturistisch-militärischem Inventar, vielen Sicherheitsschleusen und einem langen techno-sterilen Flur mit leichten Verfallserscheinungen und tropfenden Minilecks. Die Schäden in der Struktur des Flurs waren unvermeidliche Folgen des Verbrechens, das hier an der Struktur von Raum und Zeit begangen worden war.
Mehr und mehr schwanden mir auf dem Weg durch den Tunnel die Sinne und irgendwann war ich auf der anderen Seite, in einer verbeulten Metallkapsel. Draußen erwartete mich eine bizarre, fremdartige Welt. Ein endloses Gewimmel von Klapp- und Schiebetüren in spitzen, stumpfen und unwahrscheinlichen Winkeln, ineinander angeordnet und eingehängt, eine Tür öffnete die andere oder klappte in dieser nach oben. Anstelle eines Raumes wartete hinter jeder Tür ein neues Türarrangement. Über jede Tür war ein kleiner, aus grauem Hartplastik of Krankenhaus-Fame angefertigter, Radarpoller angebracht.
Ich fragte mich, welche Informationen aus solchen Mikroradaren gewonnen werden konnten. Ein multidimensionales Strukturmodell der Türenwelt und ihrem geschäftigen Treiben? Ständig öffneten sich Türen und Serviceroboter erschienen und sirrten an mir vorbei. Mein nächster Gedanke war, schnell aus diesem Labyrinth zu verschwinden, doch dann wurde mir klar, dass diese ganze Welt aus nichts anderem bestand und die Roboter wohl die einzigen Nutzer der Radardaten waren. Eine solipsistische, um sich selbst kreisende Welt, unter der Erde, ohne Anfang und Ende.
Wenn man sich ein wenig Punk - im Guy Debordschen Sinne - im Herzen bewahrt hat und die Radardaten durch Mikrosamples aus Hip Hop, Hip House und Detroit Techno zu einem “straight forward bangin’ Techno”-Mix vereint werden, ist ein solch dystopischer Traum ein Hochgenuss. Und kondensiert hat diesen Traum ein weiteres Mal der Köln-Eigelsteiner DJ Proton, im siebten Teil seiner Mach-Serie.