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Dub & Bass mit Scuba / Version mit Shackleton

Jenseits von Retrotrends und minimalem Einheitsbreu bleibt Dubstep eines der spannendsten und vor allem wandelbarsten Genres der elektronischen Tanzmusik. Wo anderswo fest abgesteckte und semantisch abgegraste Felder vor sich hindörren, ist hier die Musik der Sprache meist noch mehrere Schritte voraus. Techstep, Detroitstep, Dubno…das sind nur einige der immer etwas unbeholfen und unzureichend wirkenden Wortkreationen, die die zahlreich wuchernden Hybride zwischen Dubstep und Techno beschreiben sollen.

Zwei Künstler, die als Produzenten und Labelbetreiber seit Jahren ganz vorne an der Innovationsfront kämpfen, gibt es in den nächsten Tagen im Rheinland hinter den Plattentellern zu sehen. Am Ostersamstag, 11.04.2009 kommt Scuba alias Paul Rose auf die Dub & Bass-Party ins AZ Aachen. Als Gründer und Betreiber von Hotflush Records fährt Scuba auf einer Spur, die mit Detroit-Texturen und IDM-Einflüssen immer angenehm neben dem Dubstep-Mainstream verläuft.

Seit einiger Zeit ist Scuba nun in Berlin beheimatet und trägt als Organisator der Sub:stance-Parties im Berghain viel zur Anerkennung von Dubstep in der Techno-Community bei.

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Knapp zwei Wochen später, am Freitag, 24.04.2009 lädt der Düsseldorfer Dubstep-Pionier Orson Sieverding den Skull-Disco-Chef Sam Shackleton zu einer neuen Ausgabe der Version-Parties in den Salon des Amateurs. Shackletons Track Blood On My Hands, der vor knapp zwei Jahren von Ricardo Villalobos geremixt wurde, war eine der Initialzündungen für die Annäherung von Dubstep und 4/4-Techno.

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TV Like It’s 1994

Die Rave-Retrowelle nimmt kein Ende: Nach dem Medien-Hype um Ex-Frontpage-Fotograf Tilman Brembs alias Zeitmaschine nun dieses Video einer Acid-Jam mit Mike Ink aus der VIVA-Sendung Housefrau. Als Product Design Director bei Native Instruments mit schickem Prep-Style hat Moderator Mate Galic heute übrigens weder mit analogen Klangmaschinchen noch mit lila Haaren viel am Hut.

[via freehospital]

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Platte des Tages: Dplay - Huub Sand [Running Back 018]

Elektronische Musik und postmoderne Theorie gingen schon immer Hand in Hand. Oftmals liegt der autonome Autor begraben unter kryptischen Pseudonymen und wenn Bedeutung sowieso fortwährend neu verschoben wird, braucht man auch keine nach ebensolcher heischende Tracknamen mehr (es sei denn man heißt Dominik Eulberg).

Dirk Gottwald alias Dplay aus Essen setzt dagegen ganz unpostmodern auf eindeutige Referenzen und nutzt die ganze Breite des Bedeutungspielraums in und vor allem um das schwarze Rund herum. Denn wie es sich für ein waschechtes Kind des Ruhrpotts gehört, ist Dplay Schalke-Fan.

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Der Titel ist eine Hommage an Huub Stevens und Ebbe Sand, als Trainer bzw. Spieler zentrale Protagonisten der Schalker Erfolgs-Ära um die Jahrtausendwende. Ob sich partner-in-crime Manuel Tur da dezent in die Produktionscredits zurückgezogen hat, weil sein Herz für den schwarz-gelben Konkurrenten schlägt, ist unklar. Der Musik hat es jedenfalls nicht geschadet.

Der Titeltrack ist ein subtiler Deephouse-Schieber mit abgefederten Chords, der das Spiel wie ein offensiver Libero von hinten antreibt. Den Dreh-und Angelpunkt der Partie markiert das discoide “Tschaka”, das die gegnerischen Abwehrspieler mit dominanter Snare und funky Bassline zur Verzweiflung treibt. Lediglich “Schroule” verdribbelt sich ein wenig ballverliebt im Gewusel aus Congas und Glöckchensounds. Die Taktik von Running Back-Cheftrainer Gerd Janson, nach den erfahrenen Move D und Radio Slave nun den Nachwuchs auf den Platz zu schicken, ist aber trotzdem voll aufgegangen.

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Platte des Tages: Map.ache - Carmella [Kann 02]

Dem Leipziger Label Kann Records ist es bereits nach drei Releases gelungen, einen unverwechselbaren Trademarksound zu etablieren, ohne sich dabei ausgelutschter Klischees zu bedienen. Auch die Tracks auf Map.aches erster Solo-EP Carmella atmen wieder diesen warmen, butterweichen Chicago-Vibe, bei dem man geradezu spürt, wie man dem Frühling mit jedem Takt näher kommt.

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“Clouds Over Clowns” schleicht sich mit hintergründiger Percussion auf den Floor, wo einen die Pianoakkorde von “Tel Aviv” gleich verweilen lassen. Mein Favorit ist aber das detroitige Neuneinhalb-Minuten-Epos “Carm”. Nirgendwo kickt House-Understatement derzeit mehr! Da müssen sich die Hamburger Brüder im Geiste von Dial warm anziehen. Ein Label, von dem man kein einziges Release mehr verpassen möchte, nicht zuletzt wegen der farbenfrohen, kubistisch angehauchten Artworks der Grafikdesignerin Franziska Kempiak.


Map.ache - Tel Aviv / Carm
[via kann-records.com]

Kann Records Homepage
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