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Platte des Tages: youANDme - Simply Thrill [Kammer Musik 009]

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Schon den ersten sommerlich angehauchten Track liefern youANDme mit ‘Quite Simply’. Ein sich immer weiter zu einem freilich gutlaunigen Techhousetrack verdichtendes Teil, dem die Rauschfahne vorzüglich steht und ein simples Piano zeigt, dass es mehr nicht braucht, etwas sehr sehr Gutes zu produzieren. Defintiv ein Floorburner.

Vielschichtiger im Groove baut sich ‘Stately Thrill’ auf. Ein Track, der sich lange Zeit lässt und in dem erst im Break zaghaft Gesangsfragmente einsetzen, die schnell wieder verschwinden und später durch eine zauberhaft-beschwörende Meldodie ersetzt werden. Für diese kleinen Spielerein muss man youANDme einfach lieben. Klasse.

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Ingern - Irregularity Motions [Spontan Musik 013]

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Zwischen den 8-Bit-Eulen die permanent durch die Gegend flirren findet sich in diesem düsternen japanischen Cut-Up-Wald auch die ein oder andere Lichtung die mit mood-endem Moos bedeckt für ein wenig Wärme auf dem ansonsten durchweg permafrostigen Boden sorgen. Diese Art der Ästhetik die sich von den anderen Spontan-VÖs abhebt, erinnert noch am ehesten an Paradrois Werke.

Die Bassdrums auf dem Debut-Album des 23-jährigen Japaners Ingern sind dabei nicht kickend, sondern sanft im Hintergrund verfangen, was ihn für das heimelige Hören prädestiniert - mit Ausnahme von ‘9:35 pm’, das im richtigen (verspulten) Moment durchaus tanzflächenkompatibel ist. Highlights sind sicherlich das sanfttragende ‘miba’ und das gehirnjoggende ’schwarzer Tag’. Ein mehr als gelungenes Mini-Album für Freunde des Mainzer Frickel-Sounds.

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Klassik ist das neue Chillout: Bosques de mi Mente

Ralf Hildenbeutels und Sven Weisemanns Alben waren an sich schon eine Offenbarung. Der Spanier Bosques de mi Mente toppt das Level der beiden jedoch um ein vielfaches. Solch verschrobene Klassik, die auch gerne mit Minimal-Musik oder Tape-Musik vermischt wird, kam mir bisher höchstens bei Aphex Twins ‘Avril 14th‘ unter.

Auf Lo-Fi, seinem 2008er Werk (erschienen unter CreativeCommons auf Clinical Archives) wechseln sich die Stücke in spielender Leichtigkeit ab. Manchmal dürfen es auch ein wenig Schlagzeug und Umweltgeräusche sein, die dann wieder durch eine ungemeine Sanftheit abgewechselt werden.

Höhepunkte sind sicherlich die beiden Tracks zu den geposteten Videos. In Ersterem wird die Melodie, die stundenlang so weitergehen könnte von metallisch-ziependen Geräuschen getragen, die den enormen Reiz ausmachen, während im Zweiten ein Meeresrauschen die Gleitfunktion übernimmt und mit den schönsten Walgesängen seit ‘Remember Exxon Valdez‘ unterlegt wird.

Insgesamt ist LoFi ein Ausnahmealbum, das man jedem CreativeCommons-Skeptiker empfehlen kann, um die Qualität von “verschenkter Musik” unter Beweis zu stellen.

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Klassik ist das neue Chillout: Hildenbeutel und Weisemann

Allerspätesten seit 2009 ist Klassik definitiv das neue Chillout in meinem virtuellen Plattenschrank. Ein Jahr zuvor fing es bereits an als Ralf Hildenbeutel mit ‘Lucy’s Dream‘ ein nur mit Streichern und Piano eingespieltes, total verträumtes Album veröffentlichte, das sowohl moderne Klassik als auch das Eye-Q-Erbe vereinte und den Soundtrack zum Open-Source-Märchen ‘What a Witch’ bildet.

What a Witch from Boris Seewald on Vimeo

Hingegen Carl Craigs und Moritz von Oswalds ‘ReComposed‘ kann ich trotz mehrer Versuche bis heute recht wenig abgewinnen. Zum Glück gibt es neben den beiden noch andere Techno-Produzenten wie Sven Weisemann, der in seinem klassischen Werk ‘Xine‘ die Bassdrum und Detroitchords links liegen ließ und durch Klavier und Ambientsounds ersetzte. Das Ergebnis klingt dann weniger lieblich als bei Hildenbeutel, aber Weisemann produziert ja sonst Detroit und kein Trance.

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Umfrage ‘Interaktionsrituale in der Technoszene’

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Sebastian Redenz (Thinner Records) schrieb mir just, dass er für seine Diplomarbeit am Lehrstuhl für Soziologie in Mannheim noch Leute braucht, die einen ca. 15-minütigen Fragebogen ausfüllen. Die Umfrage ist fix gemacht und für alle, die den extrinsischen Motivationsarschtritt brauchen, gibt es Amazongutscheine die bei Angabe der email-ad verlost werden. Freilich sind die Daten anonym und werden auch nicht weitergereicht.

Zur Umfrage hier entlang

Auf das Ergebnis bin ich mehr als gespannt und sehe dies auch als Anreiz meine eigene Magisterarbeit etwas zügiger zu konkretisieren. Groß etwas über das Thema verraten wäre leider schlecht für die Umfrage, aber Hej! es geht um Randall Collins Handlungstheorie, die sich zwischen Utilitarismus und Normativismus ansiedelt und den Emotionen eine große Bedeutung beimisst und mit den Interaktionsritualen wieder an Erving Goffmans Rahmenanalyse denken lässt. Und da geplant ist, die Arbeit unter CC zu veröffentlichen, wird sich zum entsprechenden Zeitpunkt der passende Hinweis finden.

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Platte des Tages: V.A. Symphony mixed by youANDme [Ornaments 011]

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Nach dem fast schon unheimlichen und rasanten Output an Killer-EPs 2009, der mit der letzten Platte ihren Höhepunkt fand, schaltet man bei Ornaments erstmal einen Gang runter, blickt zurück und gibt den Nicht-Vinylkäufern die Chance in ihren eigenen vier Wänden am Label teilzuhaben. youANDme mixen sich durch alle Titel des Katalogs, durchweg in einem angenehmen Fluss gehalten, der schöne Erinnerungen zurückbringt.

Wer die Platten nicht besitzt, sollte schnell zugreifen. In einer schnieken Alubox verpackt und auf 333 Stück limitiert, dürfte es diese CD nicht allzulang geben. Als Gimmick kann man dann lustiges Titelraten spielen - das mit dem Eingeritzten im Tonträger fällt ja diesmal Flach. Bin äußerst gespannt, was als nächstes kommt.
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[sic] - Rise of the Misfits [Aux 009]

Das Dan Jefferies früher wahrscheinlich gerne Elektro hörte, lässt hier und da rausblitzen, was aber auch schon die Highlights des Releases sind. Ansonsten sind das vier durchgestylte Minimal-Tracks die auch vom Sound inzwischen gestrig erscheinen und für die bestimmt scheinen, die dem Ganzen auch 2010 noch etwas abgewinnen können.

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