Entries Tagged as 'Platte der Woche'

Platte der Woche: The Analog Roland Orchestra - Timespaceroom [Polymorph 006]

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The Analog Roland Orchestra aka Michal Matlak setzt, wie der Name schon erahnen lässt, auf klassische Qualitätsprodukte der analogen Ära. Als eifriger Sammler und Besitzer von dreißig Geräten aus den Jahren 1977-1988, ist bei Matlak die Auswahl dementsprechend groß. Doch analoge Kisten muss man auch bedienen können und dies kann er außerordentlich.

‘Timespaceroom’ erinnert ein wenig an den Delsin-Sound und ist Detroit, getragen von einer würdevollen Fläche und einem hypnotischen Vocal, das von maschinistischer Eleganz nur so strotzt und deswegen auch Oldskool in allerbester Weise. Ein echter Killer. Im Reshape fliegen die Flächen raus, stattdessen schütteln sich die Chords am Rand warm und geben dem breiten Lead die volle Aufmerksamkeit und das knallt umso mehr. Riesige Platte.

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Platte der Woche: Wasserstoff - Die 5 Elemente

Das neue Werk des Produzenten Christian Ogrinz aka Wasserstoff aus Berlin-Weißensee ist ein organisch-dichter Festtagsbraten aus minimalem, dubbigem Techno. Die musikalische Grundsubstanz ist der Urschleim aus dem alle Technoeuphorie gebiert: Bassdrum und Bassline. Der Entstehungsraum für ‘Die 5 Elemente’, so heißt die EP.

THE 5 ELEMENTS fire earth air water cosmos by WASSERSTOFF

Feuer, Erde, Luft, Wasser und Kosmos. Aus einem Funken wird eine Flamme, dann bratzt ein Steppenfeuer über kubische Clonks. Wir befinden uns in der Frequenzharmonik von LFO. Die Erde ist alkalisch, voller Katalysatoren für explosive Reaktionen und erlangt ihr volles Potential nur zusammen mit dem Sauerstoff der Luft. Die Luft erinnert an die rohen Grooves früher Chicago-Trax und das Wasser ist schließlich das Element der Hydronauten der afrikanischen Diaspora. Ohne das Konzept von Drexciya zu kennen rekonstruiert Ogrinz hier das Genre Aquatechno.

Am Ende der Vereinigung der vier Grundelemente steht der Kosmos. Eine Meditation über die Möglichkeiten des 4/4-Taktes in bester Studio 1-Tradition. Der Kosmos ist hier luftig, housig, fröhlich und vereint kunstvoll die angerissenen Zeitlinien elektronischer Musik. Ein lexikalisches Werk.

Buy @: juno.co.uk

Platte der Woche: Banana Clipz EP

Mit dem Sub-Sub-Genre Tropical hatte ich bisher nicht viel zu schaffen, musste ich doch immer an die unsäglichen Tribal Techno-Experimente denken, die mir schon seit 1996 so manchen Rave vergraust haben. Doch Tropical hat mit Tribal garnix am Hut (warum auch?)

Die Produzenten Oro11 (der gerade ein Mixtape auf XLR8 raus hat) und Chief Boima sind keine Newcomer. Ihre Debut EP Banana Clipz ist das Ergebnis jahrelanger genetischer Kreuzzungsexperimente von basslastiger Clubmusic und den Rhythmen von Jamaika, Afrika und Lateinamerika. Die Bastarde heißen dann Cumbia, Reggaeton, Tribal Guarachero oder eben Tropical.

Oro11 lebt zwischen Buenos Aires und L.A. und so wie er lebt so klingt auch seine Musik. Chief Boima ist ein New Yorker Blogger und Autor und der akademische Part von Banana Clipz. Die EP featured mehrere Gast-Vokalisten wie Los Rakas, MC Tidal, Khady Black und Black Nature von San Francisco’s Sierra Leone’s Refugee All Stars. Mein Lieblingstrack ist der Opener ‘Push Am’ und er wird sicher auch in den 2010er Mix von mir einfließen.

Banana Clipz Mega-Mini Mix by chiefboima

Die EP gibt es hier und die WAVs sind auf Anfrage bei vamanos@ghettobassquake.com zu bekommen.

[via ghettobassquake.com]