Entries Tagged as 'Platte des Tages'

Platte des Tages: Svpreme Fiend - Killer EP [Local Action 002]

Keine Ahnung, wer sich hinter dem Pseudonym Svpreme Fiend verbirgt, klar ist nur, dass er eine Vorliebe für 2Step, Garage und House hat und ausnahmsweise nicht aus dem UK, sondern aus New York City kommt. Bisher steht ein ein feiner melancholischer Post-Garage-Track für die empfehlenswerte Gratis-Compilation des schottischen Online-Labels Echodub zu Buche.

Im gleichen Stil geht es auch auf seiner ersten EP für das Londoner Label Local Action weiter. Nach dem wonky House von T.Williams geht es mit Svpreme Fiend und Killer deutlich Richtung 2-Step. Durch den Raum schwirrende R&B-Vocals und dicker Subbass machen gleich klar, wo hier die Referenzen liegen. Deluge VIP fährt eine noch düstere Atmosphäre auf und sucht mit dem verregneten Brian-Eno-Synth und den gespenstischen Atmern Süd-London im Big Apple.

Der Abräumer der EP ist aber Fervor auf der B1 mit seinem ravigen Stab und den trockenen Snares im Hintergrund. Den sanft-verträumten Abgang bildet dann der reverbgetränkte Tropfsteinhöhlen-Dub Downfall. Steppige Tracks mit den Hallräumen guter Dubtechno-Produktionen kann es sowieso nie genug geben. Den Namen Svpreme Fiend sollte man sich ab jetzt auf jedem Fall merken.

LOC002: Svpreme Fiend - Killer EP by Local Action Records

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Platte des Tages: Rick Wilhite presents Vibes New & Rare Music Part C [Rush Hour 111C]

Rick “The Godson” Wilhite ist nicht nur einer der vier 3 Chairs und Mitglied in Theo Parrishs losem Jam-Kollektiv The Rotating Assembly, sondern auch Betreiber und Selektor des Plattenladens ‘Vibes - New & Rare Music’. Diesem Laden verdankt die vierteilige 12”-Serie ihren Namen, die Wilhite nun für die Amsterdamer Rush Hour Recordings kompiliert hat. Ihrem Anspruch, “neue und rare” Musik vom Godson himself und befreundeten Produzenten zu präsentieren, ist die Serie in den ersten beiden Teilen nur bedingt gerecht geworden. Zu harmlos der Malen-nach-Zahlen-Deephouse von Glenn Underground oder Vincent Haliburton, für meinen Geschmack zu jazzig der Parrish-Track auf Part B.

Das ändert sich alles mit Part C und den größten Anteil daran hat (natürlich) Kyle Hall. Die Superlative und das ehrfürchtige Staunen angesichts seines Alters kann man sich einfach mal getrost sparen, After Fall spricht für sich. Seit Omar S’ Supreme-Homage ‘Day’ gab es keinen so euphorisierenden wie simplen Disco-Loop-House. Perfekt wird der Track durch die unberechenbaren Dropouts, die ein wenig an Theo Parrishs EQ-Orgien bei dessen DJ-Sets erinnern und klingen, als hätte Hall während der Aufnahme angeschickert an den Knöpfchen gespielt.

Mit Analog Love beweist Wilhite, dass er es selbst auch noch uneingeschränkt drauf hat. Rhodes-Piano, weibliches Vocal und Percussion sorgen für die unwiderstehliche Mischung aus Groove, Jazz und Sex, die so wohl nur in der Motorcity möglich ist.

Die B-Seite beschließen die beiden Heroen gemeinsam mit der Fieldrecording-Collage Microburst. Track des Jahres für alle, die gerne bei geschlossenem Fenster zu zwei Straßen entferntem Baustellenlärm raven.

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Platte des Tages: Tim Toh - No Trace [Ornaments 015]

Sommerzeit ist Eiszeit und Housezeit. Beides am besten zartschmelzend. Doch wo die klebrige Verzückung des Eises meist im Hals stecken bleibt, wenn man nicht ausreichend Wasser hinterherspült, ist das Angenehme dieses Vinyls nachhaltiger als das Nachhaltige eines verklebten Halses. Schließlich serviert Tim Toh die schönsten ‘Yeah Yeahs’ im House seit gefühlten eineinhalb Dekaden und dazu musste er noch nicht einmal in die Dolomiten oder nach New York reisen.

Eine Liebe, die spurlos und verblichen in der Erinnerung - wie die durch Licht geblässten Langnese-Fahnen an diversen Strandbuden in diversen Urlaubsorten Europas - einen ganz Track durchströmt. Besonders dann, wenn kurz vor Ende die Bassdrum, wohl nicht umsonst, noch dicker und - Achtung Paradoxie - noch sanfter wird. Aber Ambivalenzen gehören dazu. Wie sonst würde ein Spannungsbogen aussehen, wenn es doch gerade die Spannung zwischen Euphorie und melancholischer Sehnsucht ist, die einen auf Wolke 7 katapultiert, wenn die Hoffnung voll aubricht: ‘If I find you one day’ … und auch noch so zuckersüß gesungen.


Tim Toh - No Trace
[via ornaments-music.com]

Und für den Zeitpunkt, an dem sich die Farbpigmente der Langnesefahnen ausruhen können, der Hals genug durchspült ist, allgemein das euphorische Dahintraben auf Energie umgeswitcht wird, gibt es Manuel Turs ‘Non Chill Filtration Rmx’. Hier sind auch die Vocals im Vordergrund, allerdings kommt die Bassdrum stringenter zur Geltung. Ein wenig des beschwingten Glücks wird durch Vorwärtsdrang ersetzt und mit mehr Techno unter dem Arsch angetrieben, bis sich alles weiter verdichtet.

Nach der unterschätzten 013 und der dubbig-guten 014 wieder ein Ausnahme-Release - und ja jetzt kann ich endlich adeln - des besten Labels seit Eye Q. 15 extrem gute Platten rauszubringen ist äußerst schwer. Oder kennt jemand noch andere Labels die das in letzter Zeit schafften?

Hören und Genießen

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Platte des Tages: Unknown - Escape [Aldebaran 001]

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Vinyl strikes back. Wieder einmal. Und wieder limitiert. Für diesen zeitlosen Dubtechno aber auch mehr als gerechtfertigt, dieser seinerseits zeitlose Tonträger. Aldebaran ist also ein Sternenbild, das 65 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Man wird zwar nie wissen, ob die Dubs soweit ins All hineinreichen, doch dringen sie tief in den Körper/ins Bewusstsein ein, vor allem die männlichen leicht leierigen Vocals setzen sich ungemein fest und beglücken jeden Moment.

Einfach hittig, da brauchen sich auch die Dubs keine zwei Parsec auszubreiten. Spitzen Track. Die B geht trockener und mit Bandechos zur Sache. Ebenfalls schön mit seinem mehr nach vorne gehendem Drive.

Anhören und Kaufen

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Platte des Tages: Deo & Z-Man - No EP [Dekadent, Dkdnt015]

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Eine Gabelstapler-Ralley im Club veranstalten und dazu ‘The Damaja’ als Soundtrack. Das wäre das perfekte Bild für diese Art von Durchness, in der die Trommeln nur so durch die Gegend fliegen. Doch dann nach dem HipHop-Break ändert sich alles und es geht mehr nach vorne. Stapler werden durch Sneakers ausgetauscht. Und es bleibt eine skurrile Perle im Ohr hängen. Formidable!

Luftiger, wärmer und beschwingter wird ‘Get Busy’, dass übrigens auch eine A-Seite wert gewesen wäre, aber da die 015 ‘No EP’ heißt, passt das. Und die Musik ist eh riesig.

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Geschenk des Tages: The Aphex Twin - Digeridoo [1992, R&S Records 9201]

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Nachdem mir Wordpress heute meinen morgendlichen Post zerschossen hat, ist die Motivation mit dem Anstieg der Sonne dahingeschmolzen. Jetzt, da der Zenit überschritten ist, kehrt zumindest ein kleiner Rest an Elan zurück. Und ehrlich gesagt, will ich niemanden das folgende Geschenk des Juno-Downloadstores vorenthalten. Immerhin handelt es sich um Aphex Twins Digeridoo auf R&S Records, das man sich - soweit registriert - in allen Qualitätsstufen herunterladen kann. Für umsonst. Und gegen sonstige Rabattheftchen und dem Payback-Generve bei DM freut das so richtig.

Allein der Titeltrack ist das seit Tagen dringendst benötigte Vuvuzela-Derivat das mich einen Monat aus dem Hinterhof begleitete und jeden Tinnitus vergessen lässt. Hier röhrt Richard D. James das australisch-folkloristische Instrument auf (noch) tanzbare Breakbeats und man erahnt nur langsam, dass das seinerzeit gute E beim runterkommen noch alles aus dem Körper geholt haben muss.

Verkopfter mit hämmernden Industrial-Breakbeats schlägt sich ‘Isoprophlex’ durch die Boxen, wird aber durch die Sehnsuchtsfläche so in Zaum gehalten, dass man keinen Kontrollverlust erleidet.

Damit setzte AFX einen schönen Gegenpol zu seinem Wattebausch-Klassiker ‘Selected Ambient Works 85-92′.

Hier geht’s zum ‘Präsent’
[via Blog to the Oldskool]

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Platte des Tages: Carlos Nilmmns - The BBQ (Edit 2) / Tezcatlipoca [DONTSTOP 02]

Neue Label mit Vorlieben für limitierte Vinylauflagen und amerikanische Housetraditionen schießen besonders in Deutschland gerade wie Pilze aus dem Boden. Da ist die Übersättigungsgefahr oft nicht weit. Die erste Dontstop ist im vergangenen Herbst unverständlicherweise fast komplett durch alle üblichen Aufmerksamkeitsfilter gerutscht, mit Katalognummer zwei stehen die Chancen aber gut, dass sich das ändert.

Der Schotte Ross McMillan alias Carlos Nilmmns (kein Tippfehler), der einigen auch schon von dieser Platte bekannt sein könnte, legt für das junge Label zwei zeitgemäße Oldschool-Perlen vor.

The BBQ (Edit 2) ist perkussiv, ohne in Geklöppel zu verfallen und setzt seine Trümpfe aus 303 und Diven-Vocal mit Bedacht und Stil ein.

DONTSTOP02 (A) Carlos Nilmmns The BBQ (Edit2) [long sample] by DONTSTOP

Tezcatlipoca auf der Flip erinnert in der Art, wie hier mit sattem Filtereinsatz eine unglaublich dichte Detroitatmosphäre erzeugt wird, ein wenig an die Dekmantel-Clique (Juju & Jordash, Tom Trago), ist dazu aber doch viel zu grell geschminkt, trägt den Absatz ein paar Zentimeter zu hoch und den Rock entsprechend zu kurz. Richtig so.

DONTSTOP02 (B)Carlos Nilmmns Tezcatlipoca (long sample) by DONTSTOP

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