Entries Tagged as 'Platte des Tages'

Track des Tages: Zeigeist - Humanitarianism (Twelves Remix)

Äonen alt, von der inzwischen aufgelösten schwedischen Gruppe Zeigeist und wiederendeckt im dem grandiosen Mix The Twelfth Hour gebloggt von pEtEr vor nun fast fünf Monaten. Nunja, manchmal fällt der Groschen recht spät, aber bei zeitlosen Tracks wie diesem plädiere ich sowieso für den neuen Trend des Slow Journalism, einer Art atemporaler neuer Aufmerksamkeitsökonomie.

Humanitarianism ist dann auch ein hedonistischer Discotrack mit phattester Bassline, kurzen Panflötenlicks (nur im Mix mit Snoop Doggy Dogs ‘Sensual Seduction’) und einer absolut und unglaublich sexy Stimme einer New Yorker-Strassengöre. Ein Song bei dem man gleichzeitig die Tränen in den Augen stehen hat vor Glück und selbiges mit erhobenen Armen in die Menge schreien möchte. Solche Momente auf der Tanzfläche sind das lebensnotwendige Salz in der momentan diesigen Suppe des Lebens. Wie gerne möchte man in dieser ‘Popgruppe’ am synthetischen Basslauf stehen oder die Discokugelkurbel drehen. Ganz großes 70er Jahre Kino.


Zeigeist - Humanitarianism (Twelves Remix)

Die Legende sagt, dass, wenn man einen Skandinavier in einen Topf mit kochendem Wasser steckt, er in Form von melodischen Synth-Pop kreischt.

Zeigeist sounds like an upbeat, blog-era, bastard child from the Ladytron-Eurythmics-Depeche Mode secret Scandanavian 3-way love affair.
Jakae of JacuzziKillers.com

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Platte des Tages: V.A. Symphony mixed by youANDme [Ornaments 011]

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Nach dem fast schon unheimlichen und rasanten Output an Killer-EPs 2009, der mit der letzten Platte ihren Höhepunkt fand, schaltet man bei Ornaments erstmal einen Gang runter, blickt zurück und gibt den Nicht-Vinylkäufern die Chance in ihren eigenen vier Wänden am Label teilzuhaben. youANDme mixen sich durch alle Titel des Katalogs, durchweg in einem angenehmen Fluss gehalten, der schöne Erinnerungen zurückbringt.

Wer die Platten nicht besitzt, sollte schnell zugreifen. In einer schnieken Alubox verpackt und auf 333 Stück limitiert, dürfte es diese CD nicht allzulang geben. Als Gimmick kann man dann lustiges Titelraten spielen - das mit dem Eingeritzten im Tonträger fällt ja diesmal Flach. Bin äußerst gespannt, was als nächstes kommt.
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Platte des Tages: René Pawlowitz [Equalized 003]

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Wieder so ein geheimnisvolles Whitelabel vom Paul-Lincke-Ufer, das, mit einem einfachen Stempel gespickt, die ganze Welt bedeuten kann. Shed ist zur Zeit einfach unschlagbar, wenn es um klassischen Hardwax-Techno geht. Auf der A tummeln sich unter dem Schieber-Beat orgelartige Chords, die im Set bloß nicht zu früh eingesetzt werden sollten. Besser nachdem die erste Euphorie nachlässt. Ein wenig Übermüdung sollte dabei sein, um den Track richtig zu spüren.

Mit mehr Tribal, weniger Schub und verspulten Random-Chords zieht es die B noch weiter in die Nacht rein. Erinnert an alte Tresor-Scheiben, die immer die verpeiltesten Momente ins Vinyl ritzten und in denen der Sound alles regelt. Einen dicken Groove braucht es dazu nicht mehr.

Zu hören bei und via Filter27

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Platte des Tages: XDB - Lost Tape EP [WM-50211]

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Es muss nicht immer Berlin sein, wenn es um Techno geht. Aus dem südlichsten Zipfel Niedersachsens beglückt uns der Göttinger Kosta Athanassiadis aka XDB mit einer wundervollen, dem nostalgischen-verhafteten Detroit Techno-EP. Tradition verpflichtet eben, kaum einer weiß das besser als er.

Wo andere Detroit-Produzenten ‘dub’ oder ‘neo’ produzieren, klingt auf den vier Tracks alles so als ob es schon 15 Jahre her sei, aber dann wieder so unverfroren frisch und erhaben und im Falle des niedlich-verspielten ‘My Secret Garden’ lässt es die Glückshormone durch den Körper fluten. Ganz, ganz große EP. Schade, dass man nicht mehr von ihm hört.

XDB, Wave Music

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Platte des Tages: youANDme - Close to Me [Ornaments 010]

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Ob sich da jemand einen Traum erfüllt hat, einmal Robert Hood auf der B-Seite zu haben? Jedenfalls ist diese Platte ein Traum. youANDme lassen den Dub diesmal nur sachte einfließen. Die Sounds klonken sich leicht verhallt durch Detroit, in der ein Track eine Ewigkeit bedeutet. Zwischendurch rauschen ein paar Blitze durch. Ein absolut episches Stück, um sich völligst zu verlieren und das dürfte einer der Tracks des Jahres werden.

Robert Hood lässt die 909 etwas mehr kicken, zieht das Tempo ordentlich an und funkt sich weniger episch, dafür minimaler, durch die Nacht. Aus dem Lost-in-Sound-sein wird so ein schön nach vorne gehender, hüpfender Track. Beides großartig für die verschiedenen Gesichter der Nacht.


youANDme - Close To Me / Close To Me (Robert Hood Remix)
[via ornaments-music.com]

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Platte des Tages: V.A. - Klamauk 002 [Klamauk]

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Klamauk, ein noch frisches Mainzer Vinyl-Label, tritt ganz in die Tradition der Rheinstadt und ist eine neue Spielwiese für Microfunk und CutUp-House - mit von Hand colorierten Covern. Nach der lokal verhafteten 001 treffen nun Paul Frick, Tom Ellis, Scott und die Italiener The Clover aufeinander.

Tom Ellis wartet mit typisch arschwackelndem Microfunk auf - oft gehört und immer wieder gut, so auch The Clover, die dazu aber weniger Samples einsetzen. Scott sind kaum hektisch, dafür deeper mit Kuhglocke und entwickeln ihren ganz eigenen Charme, der nicht direkt ins Auge springt, dafür lange überzeugt. Die Bretter schlechthin sind aber die beiden Versionen von “The Camouflage”.

Paul Frick (Subliminal_Kid berichtete) vermengt Ghostface-Killah-Samples mit Housevibes, hervorragend funky und deep und Finchhatten scheut sich nicht, einen großen Hit daraus zu machen. Untypisch für den heutigen Mainzer Sound und eher in der Tradition von Tonka und Pooley zu ihren besten Zeiten stehend, gelingt ihm damit ein Konsensbrett, das sowohl im verranzten Kellerloch als auch auf Rechtsanwalts-Housepartys voll überzeugt. Großartig.

Zum reinhören hier lang.

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Platten des Tages: Martyn - Great Lengths / Kettel - Myam James Part II

Wer meinen twitter-Account verfolgt, der hat es ja schon vernommen: Ich bin jetzt Bezahl-Downloader bei boomkat.com. Und weil der Sinn der Aktion ja ist, endlich wieder eine subjektiv höhere Wertschätzung für die erworbene Musik zu entwickeln - Robert Kurz und Wertkritik ick hör dir aufstöhnen - bin ich natürlich auch ganz und gar begeistert von meinen beiden Neuerwerbungen.

Martyn - Elden St.

Der vielfach abgefeierte Autoren-Dubstep-Produzent Martyn hat mit Great Lengths sein Opus Magnum vorgelegt, dass höchstens noch mit Burials beiden Alben in einem Atemzug genannt werden kann.

Neuerdings stelle ich mir beim Hören von repetitiver elektronischer Musik immer vor wie ich diese mit meiner Freundin oder meinem ehemaligen Mitbewohner, beide mit klassicher Musik sozialisiert, einer davon ausschliesslich, höre, und beide erst mal die metrische Strenge als einfallslose Partitur vor ihrem geistigen Auge sehen. Es ist natürlich so, dass diese Musik nicht ausschweifend, melodisch ausgefeilt und raffiniert komponiert sein will, sondern musikalische Ideen auf einem strengen Rhythmusraster ausprobiert. Mit der richtigen Portion Euphorie kann dies dann Leben retten, ohne essentialistisch zu werden. Man stelle sich einfach mal das einfache Volk aus der Zeit von Händel und Vivaldi mit Laptops und Ableton ausgerüstet vor…

Martyn importiert auf Great Lengths immer genau ein Stilmittel-Setup pro Track, seien es Chicago-typische Handclaps und mittige Snares, sowie Casio FZ-1 artige Mikrosamples in Elden St., Dave Clark Synth-Stabs in Vancouver oder Tribaldrums in Is This Insanity?. Das abgefeierte Natural Selection ist m.E. noch der schwächste Track auf den Album, während ich bei Right?Star! den 2Step-Orgasmus bekommen habe.

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Mit Kettels - in einem merkwürdigen Cover daherkommenden - Follow-Up Myam James Part II könnten Freundin und Mitbewohner wahrscheinlich ungleich mehr anfangen, entwickelt Reimer Eising seine Tracks doch offensichtlich am Klavier und lässt es dann auch schonmal alleine oder mit Spinett- oder Violinbegleitung erklingen. Ansonsten lupenreine IDM mit Euphoriegarantie.
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