Entries Tagged as 'Klassiker'

Track des Tages: Zeigeist - Humanitarianism (Twelves Remix)

Äonen alt, von der inzwischen aufgelösten schwedischen Gruppe Zeigeist und wiederendeckt im dem grandiosen Mix The Twelfth Hour gebloggt von pEtEr vor nun fast fünf Monaten. Nunja, manchmal fällt der Groschen recht spät, aber bei zeitlosen Tracks wie diesem plädiere ich sowieso für den neuen Trend des Slow Journalism, einer Art atemporaler neuer Aufmerksamkeitsökonomie.

Humanitarianism ist dann auch ein hedonistischer Discotrack mit phattester Bassline, kurzen Panflötenlicks (nur im Mix mit Snoop Doggy Dogs ‘Sensual Seduction’) und einer absolut und unglaublich sexy Stimme einer New Yorker-Strassengöre. Ein Song bei dem man gleichzeitig die Tränen in den Augen stehen hat vor Glück und selbiges mit erhobenen Armen in die Menge schreien möchte. Solche Momente auf der Tanzfläche sind das lebensnotwendige Salz in der momentan diesigen Suppe des Lebens. Wie gerne möchte man in dieser ‘Popgruppe’ am synthetischen Basslauf stehen oder die Discokugelkurbel drehen. Ganz großes 70er Jahre Kino.


Zeigeist - Humanitarianism (Twelves Remix)

Die Legende sagt, dass, wenn man einen Skandinavier in einen Topf mit kochendem Wasser steckt, er in Form von melodischen Synth-Pop kreischt.

Zeigeist sounds like an upbeat, blog-era, bastard child from the Ladytron-Eurythmics-Depeche Mode secret Scandanavian 3-way love affair.
Jakae of JacuzziKillers.com

Tags:

Klassik ist das neue Chillout: Bosques de mi Mente

Ralf Hildenbeutels und Sven Weisemanns Alben waren an sich schon eine Offenbarung. Der Spanier Bosques de mi Mente toppt das Level der beiden jedoch um ein vielfaches. Solch verschrobene Klassik, die auch gerne mit Minimal-Musik oder Tape-Musik vermischt wird, kam mir bisher höchstens bei Aphex Twins ‘Avril 14th‘ unter.

Auf Lo-Fi, seinem 2008er Werk (erschienen unter CreativeCommons auf Clinical Archives) wechseln sich die Stücke in spielender Leichtigkeit ab. Manchmal dürfen es auch ein wenig Schlagzeug und Umweltgeräusche sein, die dann wieder durch eine ungemeine Sanftheit abgewechselt werden.

Höhepunkte sind sicherlich die beiden Tracks zu den geposteten Videos. In Ersterem wird die Melodie, die stundenlang so weitergehen könnte von metallisch-ziependen Geräuschen getragen, die den enormen Reiz ausmachen, während im Zweiten ein Meeresrauschen die Gleitfunktion übernimmt und mit den schönsten Walgesängen seit ‘Remember Exxon Valdez‘ unterlegt wird.

Insgesamt ist LoFi ein Ausnahmealbum, das man jedem CreativeCommons-Skeptiker empfehlen kann, um die Qualität von “verschenkter Musik” unter Beweis zu stellen.

[Direkt-Download]

Tags:

Klassik ist das neue Chillout: Hildenbeutel und Weisemann

Allerspätesten seit 2009 ist Klassik definitiv das neue Chillout in meinem virtuellen Plattenschrank. Ein Jahr zuvor fing es bereits an als Ralf Hildenbeutel mit ‘Lucy’s Dream‘ ein nur mit Streichern und Piano eingespieltes, total verträumtes Album veröffentlichte, das sowohl moderne Klassik als auch das Eye-Q-Erbe vereinte und den Soundtrack zum Open-Source-Märchen ‘What a Witch’ bildet.

What a Witch from Boris Seewald on Vimeo

Hingegen Carl Craigs und Moritz von Oswalds ‘ReComposed‘ kann ich trotz mehrer Versuche bis heute recht wenig abgewinnen. Zum Glück gibt es neben den beiden noch andere Techno-Produzenten wie Sven Weisemann, der in seinem klassischen Werk ‘Xine‘ die Bassdrum und Detroitchords links liegen ließ und durch Klavier und Ambientsounds ersetzte. Das Ergebnis klingt dann weniger lieblich als bei Hildenbeutel, aber Weisemann produziert ja sonst Detroit und kein Trance.

Tags:

Die 10 besten Tracks des Jahrzehnts

Nachdem pEtEr & NieLow die großartige Idee hatten, zum dreijährigen Jubiläum von blog.rebellen.info, ihre Freunde und Bekannten um Gastbeiträge zu bitten, habe ich natürlich sofort zugesagt und nutzte die Gelegenheit meine musikalische Top 10 der Jahre 2000-2009 kundzutun. Für die Wenigen, die die blogrebellen nicht lesen (Shame On You!), hier nochmal ein Re-Post auf realvinylz. Die Einzeltracks repräsentieren manchmal - aber nicht immer - das dahinterstehende Album und meistens stehen sie stellvertretend für eine musikalischen Quantensprung (also die kleinste mögliche Einheit einer Veränderung ;-)).

Den Beginn macht Madlib aka Quasimoto, die hochgepitchte Stimme des Underground HipHop, wie man diesen Sound, der mittlerweile via Stones Throw zum musikalischen Allgemeingut geworden ist, damals nannte. Astro Black vom Album The Unseen groovt wie Hölle und soll laut ‘Samples Used By Quasimoto’ ein Sample von Joe Cockers ‘Woman To Woman’ enthalten:

Wurde von Quasimoto auf Astro Black auch noch nur mit (allerdings fast brodelndem) Wasser gekocht, hat Guillermo Scott Herren aka Prefuse 73 den gängigen Produktionsskillz mal gehörig in den Arsch getreten. Sein Ich-Lass-Mal-Einfach-Die-Plattennadel-Irgendwo-Fallen-Sound sollte ab 2001 genrebashend sein. Wenn meine Musiklehrerin mit ihrer ‘DieStimmeAlsInstrument’-These heute diese Platte hören würde, wäre sie wahrscheinlich noch mehr in ihrem Glauben erschüttert als nach meinem Bomb The Bass-Referat Anno 1990. Point To B - Ein Glitch-Hop Klassiker.

Nicht nur HipHop, auch der landläufige Singer/Songwriter-Track musste sich spätestens 2002 von Dntel zeigen lassen wo der Bartel den Most holen geht. Dntel drehte ein wunderschönes Liebeslied durch den Bitcrusher, mischte weisses Rauschen und Statik dazu und kreierte mein Scrambled Pop-Anthem des Jahrzehnts: ( This Is) The Dream Of Evan And Chan

Zurück zu Stones Throw, deren J Dilla und Madlib aka Jaylib aus ganz banalen Gründen den Pokal 2003 abräumen: The Official und das dazugehörige Album Champion Sound rocken wie Hölle.
[Read more →]

Tags:

Mixtape Saturday: Georgia Anne Muldrow & Dudley Perkins, Nielow, Untold & Liquid Rockz

Schnell gebloggt, die dieswöchige Selection von Mixtapes:

Die Nummer Eins kommt von der ungewöhnlichen Stones Throw-Gänsehaut-Kifferstimme Dudley Perkins und Georgia Anne Muldrow und featured ‘latest releases as well as exclusive sneak peaks from upcoming releases’ beider Künstler.


Georgia Anne Muldrow & Dudley Perkins - GnD LA Mix
[via&download]

Passend zu meiner glitchy Selection der besten Platten 2009 bloggte pEtEr dieser Tage den Glibsch Signal-Mix von Liquid Rockz mit ‘irgendwas etwas zwischen Hip-Hop, Dubstep, Techno und jeder Menge Sounds und Samples aus den 90ern’.


Liquid Rockz - Glibsch Signal
[via&playlist&download]

Nielow, der weibliche Teil der Blogrebellen, hat ihren ersten(?), orientalisch nicht nur angehauchten Mix Don’t Call It World! – Kreuzberg Disco kurz vor dem Heiligen Abend fertiggestellt und präsentiert ‘eine musikalische Reise durch die Klänge und Gesänge des nahen Osten, fusioniert mit dem urbanen Sound europäischer Städte’.

Don’t call it World - Kreuzberg Disco by nielow
[playlist&download]

Und zum Abschluss kam - kurz vor Blogschluss wegen Zahnausfalls - noch der Electronic Explorations-Mix von Untold mit ’some of the housey UK tunes that have come out of dubstep and US house that sounds like dubstep’…


Untold - Electronic Explorations 92
[via&playlist&download]

Ich denke das sollte bis Sylvester reichen. Peace On Earth!

Tags:

Mixtape Saturday: Peter Bounce & DJ Proton

Gestern hatte realvinylz.de seinen zweiten Geburtstag und deshalb gibt es anlässlich des Mixtape Saturday zwei Mixe aus der kurzen aber bunten Historie des Blogs:

Von dem Berliner DJ Peter Bounce, geboren in Bayreuth und stark beeinflusst von u.v.a. DJ Premier, Shadow & Cut Chemist, Mixmaster Mike, Q-Bert, P.F. Cuttin, RJD2 and Kid Koala gibt es ein eklektisches Mixtape, das im Gegensatz zum letzten Mix ganz im Zeichen des New School HipHop steht und neben oben erwähnten auch noch DJ Vadim, Beatnuts, Jurassic 5 und Klaus Schulze (sic!) featured. Herr Schmitz von knicken.blogspot.com warnt außerdem:

Das neue Mixtape ist also ein Mixtape. Es ist kein Set, darauf besteht Bernd. Es ist harte Arbeit, Gefrickel an der Technik und Warten auf den perfekten Run an den Tellern.

Komplette Playlist gibt es hier.

Peter und der Bounce - Das Hörspiel - 10 2009 by Peter Bounce

Weniger eklektisch, als vielmehr hart und kompromisslos, ist der Mach5-Mix von DJ Proton, der in seiner Mach-Mixserie einen wackeren Kampf gegen die langweilige Minimalblock-Schieberei in der Kölner Technoszene kämpft. Der Auftakt des Mixes ist einer meiner Lieblingstracks aus den Neunzigern, von dem Den Haager Produzenten Rude 66.

Lo-fi Acid from the Sewer. From deep atmospheric soundtrack acid to dark industrial electro-funk and melancholic electronic wave disco, Rude 66 has done it with a Dystopian edge of new wave-futurism.
discogs.com

Bleed hat zu dieser Platte damals in der Frontpage geschrieben, dass sie das Hirn ausquetsche wie eine schlaffe Salatgurke und genau das soll der Mix von DJ Proton auch. Lasst euch mal wieder in den Arsch kicken und Party Like It’s 1995

Dj Proton - Mach5 by DJ Proton
Tags:

Sa, 24.10.: Altern8 @Maria am Ostbahnhof, Berlin

‘For those who know’, wird morgen ein Traum von 1992 in Erfüllung gehen - und wir fiebern schon seit Tagen drauf hin. Vielleicht werden sie ihre Lackiereranzüge anhaben, Atemmasken mit Eukalyptus betreufeln, damit die Es besser knallen und wild mit ihren 3Ø3s über die Bühne hüpfen. Vielleicht werden sie es auch nicht tun.

Definitiv werden Altern8 nach 15-jähriger Trennung wieder zusammen auf der Bühne sein und uns in eine Zeit eintauchen lassen in der die Euphorie immer auch einen positiv-melancholischen Unterton hatte; die Breaks von einer 9Ø9 kommen durften und Naivität, gepaart mit Experimentierfreude, ausreichte um die Nacht in Glück zu verwandeln.

Ob es ein Live- oder DJ-Set gibt … ist noch unklar - ist auch egal. “Top one, nice one - get sorted!”

Auch da: DJ Donna Summer, Sly 1, AC Slater
Wo: Maria am Ostbahnhof
Wann: 23h

Tags: