Skacid ist wahrscheinlich das kurzlebigste Genre der Welt und bezeichnet einen kleinen Ausflug von Ska in die House-Music zwischen 1988-1989. Wie der beknackte Name schon sagt, ist es eine Mischung aus Ska und Acid. Geschaffen wurde der Name in dem Track Mental Ska von Longsy D, als Bezeichnung für den neuen HipHop-Reggae-Style. TR-909-Percussions, oft ein toastender MC, eine Sequenzer-Horn-Sektion und manchmal TB-303-Basslines.
Der Breakbeat wird durch einen hochgepitchten Reggae-Riddim ersetzt, beispielweise haben Double Trouble & The Rebel MC auf Just Keep Rockin’, das Intro von Mr. Big Stuff von Jean Knight benutzt.
Der Kölner DJ Sondermann, der schon im Dezember des letzten Jahres mit seinem Set Back 2 Life auf realvinylz.de debütierte, hat - zusammen mit einigen anderen - das Webradio Electrofunker aus der Taufe gehoben.
Streng genommen eine harte Konkurrenz für realvinylz.fm ist Electrofunker jedoch ein richtiges Programmradio und als Forum für suburbane Musik und Underground DJs gedacht. Die Shows bei Radio Electrofunker können direkt im Forum bewertet werden und die DJs bekommen ihr Feedback.
Die Genre-Slots Neurolookz, Metrotribal, Love2Funk, Danceworxx, Houseworxx, Electroluvr, Beatboxer, Breakz n Cuts, Needlehopper, Classic Cutz, Mixtapes, Nightflight und Landfunk Family machen Lust zum Einschalten und mich ein wenig eifersüchtig auf die tolle Formatierung des Sendeplans.
Der bereits bei realvinylz.de aktenkundige DJ VLR hat sich augenscheinlich auf das Kompilieren nerdiger Mixtapes spezialisiert und präsentiert mit dem Analord Mixtape eine Tour de Force par excellence.
Die Analord Serie von AFX aka Aphex Twin aka Caustic Window aka Polygon Window aka Richard D. James ist eine analoge Acid, Acid House, Techno, Braindance, IDM 12″-Reihe, die den Early Acid und Ambient Techno-Style und besonders sein smoothes Multi-Layer Drumsequencing betont.
Bis auf 18 Tracks der Analord Nummern 1,2,3,4,6,7,9 und 11 sind alle Stücke im Mix enthalten und jede Katalognummer außer die #4 ist mindestens mit einem Stück vertreten. Die offizielle Selection des Meister selber heisst Chosen Lords (Analord Album) und ist auf seinem eigenen Label Rephlex erschienen.
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Wohl einer der Meilensteine meiner musikalischen Sozialisation wurde gesetzt, als ich, beim sonntäglichen Hören der britischen Charts, Ohrenzeuge des Traumschiff-On-Acid-Klassikers Pacific von 808 State werden durfte.
Das Sopran-Saxophon lässt zwar zunächst nichts Gutes erahnen, aber, konterkariert mit der Asepsis von hummeliger Bassline, Regenwald-Samples und trockenem Drumpattern, pendelte sich der Track zu einem veritablen Stück elektronischer Musikkultur ein.
Wie soviele ihrer Leidensgenossen mussten 808 State auch in eine Chartshow in der Graham Massey gezwungen war einen Yamaha WX7 MIDI Wind Controller zu spielen.
Kurz nach dem Hit kollaborierten 808 State mit dem britischen Weissbrot-MC Tunes, auf der LP The North At Its Heights, wobei Tunes sich alle Mühe gibt die artifiziellen Soundscapes und Prager Philharmonie-Samples von 808 State kaputtzurappen. Tanzen kann man dazu nicht, es sei dann man ist eine geklonte Riesenerbse.
Um den Track in die Charts zu pushen wurde dem Clip eine Art “…von den Machern von…”-Intro vorangestellt. Sowas hat die Welt auch noch nicht gesehen.
Er war einer der beiden “geouteten” Schwulen der Band und somit wohl an hedonistischer Dance-Musik interessiert. Durch seine Beziehung mit Holly Johnson, sowie eines der ersten öffentlich sichtbaren Nipple-Piercings und einem Herz-Tattoo am Arm, gelangte er zu gewisser Berühmtheit und einer sehr kurzen Solo-Karriere.
Aber im Gegensatz zu anderen hastig zusammengeschusterten Acid House-Mixen - von Stars wie Samantha Fox oder Paula Abdul - ist der Track Get Real von 1988 ein Burner. Phatte Acid-Bassline, rauchig-samtige Vocals, Reggae-Soundsystem-Billo-Effekte und ein knallhartes Drumpattern.
Larry Heard aka Mr.Fingers aka Loose Fingers aka House Factor aka Fingers Inc. (zusammen mit Robert Owens und Ron Wilson) etc. ad libitum, der Mann, der den Maschinen den Soul beigebracht hat, wurde 1960 in Chicago geboren und begann unter dem Einfluss seiner Eltern schon früh Schallplatten zu kaufen.
Nach einer beeindruckenden Anzahl von Bands in denen er als Schlagzeuger mitwirkte, kaufte er sich eine Roland TR-707 und einen Roland Jupiter 6-Synthesizer, mit denen er 1986 innerhalb weniger Tage die Tracks Mystery Of Love und Washing Machine produzierte. Mystery Of Love enterte die Nummer 10 der Billboard-Charts.
Der absolute Durchruch gelang Larry Heard mit Can You Feel It, einem Instrumental-Stück, zu dem später die Acapella-Vocals von Chuck Roberts hinzugefügt wurden. Dieses Acapella-Stück wurde zuerst auf My House von Rhythm Controll verwendet, aber die zeitloseste Stimme in der Geschichte der Dance-Musik, passt wesentlich besser zu Can You Feel It.
Jack, die mythisch aufgeladene Initationsfigur von House, wurde hier unsterblich gemacht. Der phatte Bassline-Sound, der von Larry Heard live eingespielt wurde, ist dem Alpha Juno-2 von Roland zu verdanken. Mit seinem smoothen, warmen Produktionsstil, den soulschwangeren Vocals und langen Instrumentalpassagen prägte Mr. Fingers das Subgenre Deep House, zusammen mit den damals konkurrierenden Labels Trax Records und DJ International, auf denen er veröffentlichte.
Die vielen Monikers, die Heard benutzt, gehen ihm zufolge auf George Clinton zurück, der auch unter unzähligen Namen veröffentlicht hat. Sein Spitzname Loose Fingers wurde ihm von seinem Bruder verliehen, da Larry immer gefaket hat ein Instrument zu spielen, indem er die Finger schnell darüber bewegte.
Die Vocals auf dem zweiten grossen Hit What About This Love? kommen übrigens von Larry Heard selber, da David Hollister nicht im Studio erschien und Heard den roughen Vocal-Track einsingen musste, um die Melodie zu erinnern. Aus der Notlösung wurde ein Klassiker des Deep House.
Die spezielle Produktionsweise, das Aufnehmen eines Tracks in ein oder zwei Takes, ohne Overdub, der four-to-the-floor-Drumbeat als universelle Rythmussprache, der weitgehende Verzicht auf Samples und die “The First Cut Is The Deepest’”-Philosophie sind seitdem das Markenzeichen für den speziellen Sound von Larry Heard.
Ein aktueller Track The Sun Can’t Compare ist 2006 erschienen. Ein wunderschöner, aufs wesentliche reduzierter, subtiler Acid House-Track mit souligen Vocals.
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Die Bassline des Tracks stammt von einem Minimoog-Synthesizer und die weiblichen Vocals für den Chorus hat Ruth Joy beigesteuert (die jetzt mit der Detroit-Techno-Legende Kevin Saunderson verheiratet ist). Produziert wurde der Top 40-Hit von Mark Brydon, der auch Teil der Band Moloko ist.
Mark Gamble ist einer der Vorreiter des Sheffield-Dance-Sounds, zu dem später auch Altern-8 und Bizarre Inc. gehörten und der sich um das Label Network Records bildete, auf dem wiederrum auch Derrick May und Kevin Saunderson veröffentlichten. Er hat auch eingie Mixe und Edits zur Compilation The FON Mixes von The Art Of Noise, entstanden in Mark Brydons FON Studios in Sheffield, beigesteuert.