Entries Tagged as 'Acid'

A nice present for 1 year realvinylz.de: DJ VLR - lovember

Heute vor einem Jahr hat p3t3r den ersten Eintrag in diesem Blog gepostet und damit das realvinylz-Universum eröffnet. Kein anderer DJ repräsentierte seitdem den musikalischen Kosmos von realvinylz.de so präzise und souverän wie DJ VLR. Deshalb ist der November-Mix von ihm auch das musikalische Jubiläumsgeschenk an alle treuen Leser.

Auf ein weiteres erfolgreiches Jahr mit News aus der Welt der Urban Electronic Music and Culture

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

DJ VLR - lovember
[via djvlr.blogspot.com]

Tracklist:

Carl A Finlow - Anomaly
Creepy Autograph - Malibu Night
AS1 - This Is How
Impakt - Universal Frequencies
Frustrated Figures - Elastic
Blackploid - Mystery Speaker
Hadamard - Take Me Away
Brersoul - Flow (Z-Wave)
Burial - Shell of Light
Genaside II - Narra Mine
Snatcha - Icct Graft
The Bug - Jah War
LA Synthesis - Agraphobia
Nero - Something Else
Gescom - B1
Power-Pill - Pacman (Ghost Mix)
Dexter - Mr Blunt
LAM - Radius of Infliction
Luke Vibert - Argument Fly
Autechre - 90101-61-01
Pangaea - Router
Bizzare Inc - Dangerous Women
CJ Bolland - Mantra
The Ragga Twins - 18″ Speaker
Inner City - Let It Reign (Reese Hardcore Mix)
LFO - LFO (Remix)
Baby Ford - Oochy Koochy
Mully - Old Skool Walter
Felix Da Housecat - Control Freaq
British Murder Boys - Dont Give Way To Fear I
Regis - Burn Your Way In
Snap - Rhythm Is A Dancer (Instrumental)
Caustic Window - The Garden of Linmiri
Stamp Release - Russia
Jeff Mills - Confidential 6
Messiah - There Is No Law
Mystic Institute - QA-752L-P
Kirk DeGiorgio - I Do Not Exist (B12 Remix)
Louis Digital - Relay 42
Loose Change - Kosovo

Free Download: Various Artists - Ghostly Swim [Ghostly International]

Das mir bis dato völlig unbekannte Label Ghostly International Records aus Ann Arbor, Michigan und Spieleschmiede, Cartoon-Network und Musiklabel [adultswim] haben zusammen eine Electronica / IndieRock / Disco / IDM / Minimal / Downtempo / SynthPop / Experimental-Compilation zum FREIEN DOWNLOAD zusammengestellt.

Das Ergebnis: Meine Lieblingscompilation des Jahres 2008! So eine überraschungs- und abwechslungsreiche Mixtur aus postmodernen Musikstilen verlangt eine 1:1-Rezension, an der ich mich gerne versuchen möchte.

Ghostly Swim Cover

Michna - Tripple Chrome Dipped
Der zwischen “Miami to Brooklyn, NY” lebende Adrian Michna eröffnet den Ghostly Swim-Reigen und hat sich offensichtlich einen 8Bit-Sampler gekauft, mit dem er seinen Gesang Art Of Noise-mäßig über einen trockenen Synthbasslauf arrangiert. Überhaupt scheint Michna teilweise in den 80igern steckengeblieben zu sein, veröffentlicht er doch tatsächlich noch MixTAPES und zwar Super Crispy Mega Ultra Fly-Cassette Only.

In der ersten Hälfte kommt Tripple Chrome Dipped zwar nicht so richtig aus dem Quark, aber nach geschlagenen 2 1/2-Minuten stürzt der Sampler ab und der Track gewinnt kurz vor der Zielinie durch eine Synthline kräftig an Fahrt, die leider dann so schnell verschwunden ist, wie sie begonnen hat. Damit steht der Track aber exemplarisch für das fragmentarisch-prozesshafte Wesen der gesamten Compilation.

Dabrye - Temper
Einer von zwei mir bekannten Musikanten auf diesem Sampler, der Glitch-Hop-Produzent Dabrye aka Tadd Mullinix aus Ann Arbor, Michigan, liefert eine gewohnt hochwertige Kopfnicker-Beatprogramming-Nummer mit eingestreuten Rap-Vocals und Sägezahn-Bassline ab, deren Air-Raid-Sirenen-Intro die Fröhlichkeit von Michna gleich mal souverän konterkariert.

The Chap - Carlos Walter Wendy Stanley
Die vier gealterten Londoner Kunststudenten von The Chap sind quasi die schnelle-und-dreckige Variante von LCD Soundsystem, wenn auch Carlos Walter Wendy Stanley mit seinem Stakkato-Schlagzeug und dem Pogo-Gitarrenriff m.E. zu den schwächsten Tracks von Ghostly Swim gehört.

Dark Party - Active
Weiter fährt der Ghostly Swim-Zug in die Dark-Elektro / Funk-Gefilde des New Yorker Bloggers und Produzenten Eliot Lipp aka Dark Party, dessen teilweise in Reverse-Schleifen laufenden Basslines und Sheffield-Bleep-Parts extrem Drexciya-inspiriert und damit phatt klingen, aber auch ein wenig melancholisch wie ein Elch auf dem Weg zur Kastration.

Tycho - Cascade
Der Hang zur Melancholie haftet auch den Boards of Canada-Produktionen an, doch halt, dies hier sind ja garnicht BoC, das ist Grafikdesigner und Musiker Tycho aka Scott Hansen aus San Francisco, der es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht hat BoC-Stücke 1:1 zu imitieren.

Cascade jedenfalls könnte direkt aus dem Frühwerk von BoC stammen, mit der mysteriös wispernden Frauenstimme, den Spieluhrmelodien und dem knallharten BigBeat-Drumprogramming. Am Schluss packt Tycho noch die Lagerfeuergitarre aus und spätestens jetzt ist ihm keiner mehr böse dafür, dass er als bekennender Epigone grossartige Musik produziert.

JDSY - All Shapes
JDSY aus Michigan steuert den funky Hirnexpander All Shapes bei, auf dem eine asynchrone Casio-Melodie und eine gelangweilte Jungsstimme versuchen extrem Lo-Fi zu sein. Mit 1:56-Spielzeit eher eine Genre-Miniatur, denn ein Track, aber als solche durchaus funktional.

Deastro - Light Powered
Was soll man dazu sagen? Giorgio Moroder meets Visage, eine darke New-Wave-Bassline und ein Plastik-Disco-Synth-Riff treffen auf eine rotzig-sequentierte Punkbassdrum. Dies ist im Prinzip Querschnitt, Essenz und nackte Wahrheit der 80iger-Jahre in einem.

Hochnotpeinlich, aber geht ab wie Hölle und wird bei erhöhtem Alkohol- oder Ecstasy-Pegel die Hände mit Sicherheit in die Höhe treiben. Deastro aka Randolph Chabot Jr. stammt übrigens aus Detroit und bezeichnet seine Musik selber als deutsch / japanisch / italienischen Pop!!!

Matthew Dear - R+S
Matthew Dear gilt als vom Minimal-Techno-Funk Thomas Brinkmanns inspiriert, hat aber anscheinend statt einer Mike Ink-Maxi eine Platte von Depeche Mode erwischt, die kraftvoll gegen den amtlichen Minimal-Stomper anleiert. Klingt wie ein Schützenfestdisco-Besuch auf LSD.

FLYamSAM - The Offbeat
FLYamSAM ist Flying Lotus und The Offbeat hält, was der Titel verspricht. Ein Madlib-Beatgeklappergerüst stolpert asynchron vor sich hin und wird von analogen Synths umschmeichelt. So würde vermutlich die musikalische Liebeserklärung eines Doozers klingen.

Cepia - Ithaca
Huntley Miller aus Minneapolis aka Cepia wärmt dagegen auf charmant-altmodische Electronica-Art das Herz. Melancholische Synth-Harmonien treffen auf dekonstruktivistische Gitarren-Ruinen die traurig schluchzen, wovon sich das trockene Drumprogramming denkbar unbeeindruckt zeigt. Das ist allerdings so prägnant-mittig, dass man eigentlich den Warnhinweis “Vorsicht! Kann bei zu großer Lautstärke einen Schädelbasisbruch verursachen!” auf das Cover drücken müsste. Postmoderne Lagerfeuermusik.

Aeroc - Idiom
Aus New Mexiko stammt Geoff White aka Aeroc, dessen etwas lieblos durch sämtliche DSPs gedrehter Track eher nervt als verzückt. Ist wahrscheinlich Geschmackssache, aber angesichts des edlen Umfelds auffällig farblos.

The Reflecting Skin - Traffickers
The Reflecting Skin ist eigentlich ein surrealer Filmklassiker von Philip Ridley, nach dem sich ein Produzent aus Ann Arbor benannt hat. Traffickers klingt wie ein Bunker Records-Crack-Alptraum der frühen Unit Moebius oder Rude 66 und macht somit dem surrealen Charakter des Namensgebers alle Ehre.

Diese Musik gehört in einen retrofuturistischen Atombunker, in dem die Sicherheitsanlagen nach einem Lockdown verrücktspielen und sich die wenigen Überlebenden vor herumrasenden Acid-Robotern verstecken. Wicked!

School Of Seven Bells - Chain
Chain tut dann so als wenn gar nichts gewesen wäre und eine leicht vocoderisierte Frauenstimme singt davon, dass sie irgendetwas reminded. School Of Seven Bells aus Brooklyn sind eine richtige Band, die Zwillinge Claudia und Alejandra Deheza sind offenbar bildhübsch und klingen wie Out Hud oder Neulander, also Indierock auf Ecstasy mit Elektronik an Bord.

Ben Benjamin - Squirmy Sign Language
Was haben Chris Isaak und David Lynch gemeinsam? Nun, Wicked Game gehörte zum Soundtrack einer Schlüsselszene von Wild At Heart und Chris Isaak durfte in dem Kinofilm Twin Peaks - Fire Walk With Me einen FBI-Agenten spielen, der alsbald von mysteriösen Kräften vom Erdboden verschluckt wurde. Die ätherisch-somnambule Campfire-Gitarre von Isaak kann also durchaus mit einem dunkel-mysteriösen Doppelcharakter gelesen werden.

Dies dachte sich wohl auch Ben Benjamin aus Ypsilanti (sic!), Michigan und lässt auf einige sehnsuchtsvollen Gitarrenfiguren eine darke Drill’n'Bass-Orgie folgen, die Visionen von BOB heraufbeschwören, der die Ferienfreizeitatmosphäre mit einer blutigen Axt in einen Alptraum verwandelt. Aber Ben Benjamin ist sicher ein netter Kerl.

Kill Memory Crash - Hit+Run
Kill Memory Crash aus Chicago sind NuRave-Industrial der harten Sorte. Metalldrums und Sägezahn-Synths, als wenn EBM nie aufgehört hätte zu existieren. Sie selber nennen das Frankenstein Electronic und ähnlich anachronistisch wie der Mythos ist auch ihr abgefucktes Punk-Genöhle. Nicht meins.

Osborne - Wait A Minute
Todd Osborn aka Osborne, der auch aus dem ulkigen Örtchen Ypsilanti kommt, hat mal Waffen für die Air Force designt, was ihn für mich nicht unbedingt zum Sympathen macht. Seiner Musik hört man diese Profession jedoch nicht an: Daft Punk-mäßige Vocoder-Stimmen schauen um die Ecke, funky Gitarrenlicks und eine fröhliche Synth-Melodie bilden eine handwerklich einwandfreie aber leider recht uninspirierte House-Nummer. Als DJ mixt er allerdings auf Teufel-komm-raus.

Milosh - Then It Happened
Waschechte Electronica kommt dann gegen Ende des Albums auch noch zum Zuge, Mike Milosh aus Toronto ist Labelmate von Dntel und auch fast genauso schön. Romantische Komposition, entrückter Gesang und die obligatorischen elektronischen Störmanöver um den Kitsch zu bekämpfen. Der Mann hat Potential…

10:32 - Blue Little
… genau wie 10:32 die leider unGooglebar sind. Im monochrom-Jahrbuch #2 gibt es unter der Rubrik Rezensionen einige Uhrzeiten-Rezensionen, leider fehlt aber die Uhrzeit 10:32, die knapp nach dem Knoppers-Werbespot um 9:30 und vor der Schnapps-Uhrzeit 11:11 liegt. Von jetzt an aber steht 10:32 für relaxten Folk-Hop, der mit Tommy Guerrero und dem tollen Album A Little Bit Of Somethin’ Anfang des neuen Jahrtausends das Licht der Welt erblickte. Blue Little ist etwas komplexer und der Titel sehr selbstreflexiv, denn genau das ist der Track: ein kleiner elektronischer Laptop-Blues.

Mux Mool - Night Court
Den Abschluss der famosen Compilation macht Brian Lindgren aka Mux Mool, der auf seinem Night Court den Pimp gibt. Eine grossmäuliger Cowbell-Swingbeat rockt die Hölle und da er sich selber als Outsider deklariert, ist das vielleicht - hobbypsychologisch gesprochen - eine musikalische Kompensationsleistung. Seine Drum EP - das Ergebnis einer persönlichen Challenge eine Woche lang einen Beat pro Tag zu programmieren - kann man hier herunterladen. Wenn solch cooler Lo-Fi-HipHop aus einer gestörten Kindheit resultiert: Zerrüttet Eure Ehen!

Und als wenn das frei downloadbare Album nicht schon der absolute Hammer wäre, gibt es hier noch einen Megamix von Adrian Michna. Ich ziehe meinen Hut und wünsche erlesene Hörfreuden.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Ghostly Swim Michna Megamix
[via xlr8r.com]

Various Artists - Various Acid [WéMè Records]

Auf dem belgischen Label WéMè Records ist soeben eine handfeste Oldschool Acid-Compilation mit illustren Tracks illustrer Künstler, wie u.a. Luke Vibert, Ed DMX, Cylob - of Rephlex-Fame - und unbekannteren Acts wie z.B. den Dissonants oder Chris Moss Acid, erschienen.

Various Acid Cover

Various Artists - Various Acid heißt das gute Stück und obwohl die MySpace-Page der Belgier lauthals verkündet: MP3 Is Killing Music!, war man so nett und hat den DJ AtHome einen Megamix der Compilation mixen lassen, der zum freien Download bereitliegt.

Die 2×12″ kann man hier bestellen, so man denn einen PayPal-Account hat.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

DJ AtHome - WéMèLeMix
[via djathome.org]

Luke Vibert & Jean-Jaques Perrey Present: Moog Acid

Der Beat-Junkie Luke Vibert hat sich für sein Album Moog Acid [Vinyl], auf dem Experimentalmusik-Label Lo Recordings, mit Jean-Jacques Perrey einen der Pioniere elektronischer Musik ins Studio geholt.

Perrey, der 1929 in Frankreich geboren wurde, hat 1965 - zusammen mit Gershon Kingsley - die elektronische Musik aus der Avantgarde-Ecke befreit. Sie produzierten auch für das Massenpublikum goutierbare elektronische Musik in einer Mischung aus field recordings á la Musique Concrète, Ondioline und Moog. Mit der LP In Sound From Way Out schufen sie den Space Age Pop. Perreys Elektronikmusik diente immer wieder als Sample- und Remixmaterial für Musiker jüngerer Generationen.

Die illustre Instrumentenliste für das Moog Acid-Album umfasst alle möglichen Vintage-Synths wie Minimoog, Polymoog, Moog Modular, Moog Voyager, Moog MG-1, Ondioline, Prophet T8 und einen EMS Vocoder 1000.


JJP und LV

Moog Acid enthält alle Stile, die man von so einer kreativen Partnerschaft erwartet: Verrückte Cut-Ups mit JJ Perrey’s Original Sample-Material, Drum n’ Bass-, Disco-, HipHop- und Funk-Beats, die Stimme von Jean-Jacques, begleitet von Trompete, Sitar, Percussions und der oben aufgeführte Moog-Riege. Ein äusserst inspiriertes und spaßiges Album.

Jean-Jaques Perrey - Moog Indigo
JJP & Gershon Kingsley - In Sound From Way Out
Moog Acid
Moog Acid [Vinyl]

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

In The Mix: DJ VLR - Analord Mixtape

Der bereits bei realvinylz.de aktenkundige DJ VLR hat sich augenscheinlich auf das Kompilieren nerdiger Mixtapes spezialisiert und präsentiert mit dem Analord Mixtape eine Tour de Force par excellence.

Die Analord Serie von AFX aka Aphex Twin aka Caustic Window aka Polygon Window aka Richard D. James ist eine analoge Acid, Acid House, Techno, Braindance, IDM 12″-Reihe, die den Early Acid und Ambient Techno-Style und besonders sein smoothes Multi-Layer Drumsequencing betont.

Hauptsächlich beschäftigt sich AFX Twin in der Analord-Serie mit alten analogen Bekannten wie den Roland TR-606, TR-808 und TR-909-Drumcomputern, dem Roland MC-4-Sequenzer und unzähligen Synthies wie Roland SH-101 und TB-303, sowie dem Synton Fenix Modular Synth.

Analord 1 Cover

Bis auf 18 Tracks der Analord Nummern 1,2,3,4,6,7,9 und 11 sind alle Stücke im Mix enthalten und jede Katalognummer außer die #4 ist mindestens mit einem Stück vertreten. Die offizielle Selection des Meister selber heisst Chosen Lords (Analord Album) und ist auf seinem eigenen Label Rephlex erschienen.

Braindance Coincidence [Vinyl]

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

DJ VLR - Analord Mixtape Side 1 (120 BPM)
[via djvlr.blogspot.com]

Tracklist Side 1:

Phonatacid - Analord 02 [Vinyl]
Backdoor. Spyboter.A - Analord 08 [Vinyl]
Boxing Day - Analord 03 [Vinyl]
I’m Self Employed - Analord 06 [Vinyl]
AFX Acid 04 - Analord 07 [Vinyl]
Xmd5a - Analord 10 [Vinyl]
Klopjob - Analord 03
Bwoon Dub - Analord 02
Backdoor. Berbew.Q - Analord 08
W32.Deadcode. A - Analord 08
Pissed Up in SE1 - Analord 02
2 Analogue Talks - Analord 06
(Untitled) - Analord 01 [Vinyl]

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

DJ VLR - Analord Mixtape Side 2 (150 BPM)

Tracklist Side 2:

Lisbon Acid - Analord 07
Where’s Your Girlfriend? - Analord 01
Cilonen - Analord 05 [Vinyl]
PWSteal.Bancos. Q - Analord 09 [Vinyl]
Fenix Funk 5 - Analord 10
PWSteal.Ldpinch. D - Analord 08
W32.Mydoom. AU@mm - Analord 11 [Vinyl]
VBS.Redlof. B - Analord 11
Reunion 2 - Analord 05
Backdoor. Netshadow - Analord 09
Grumpy Acid - Analord 01
Batine Acid - Analord 06
W32.Mydoom. AU@mm - Analord 11
Steppingfilter 101 - Analord 01

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Westbam - The Early Years

Maximilian Lenz aka Westbam aka Westfalia Bambaataa wurde in Münster geboren. Bevor er der “Avantgardist der Raving Society” (sic!) wurde, hat der umtriebige DJ eine Reihe von richtig coolen Cut n’ Paste und House-Trax produziert.

Nach dem Paul Hardcastle-RipOff 17 - This Is Not A Boris Becker Song unter dem Pseudonym Cowboy Temple folgte der - trotz oder gerade wegen des offensichtlichen Kraftwerk-Samples - extrem funkige Low Spirit-Release Monkey Say Monkey Do den Westbam hier - samt altbackener Scratch-Skillz - in einer Fernsehshow präsentiert.

Monkey Say, Monkey Do (Remix) [Vinyl]

Kurz nach Monkey Say Monkey Do folgte die durchaus inspirierende LP Westbam mit einem sehr interessanten Cover.

Westbam LP Cover

Einer der ersten deutschen Cut n’ Paste-Charthits war The Roof Is On Fire 1990, der seinen großen Brüdern aus UK in nichts nachsteht. House-Piano, Robo-Voice, Oldschool-HipHop-Samples und Trillerpfeifen. Party On!

The Roof Is On Fire [Vinyl]
The Cabinet [CD]

Westbam sieht sich nach eigener Aussage auch als eine Art Avantgardist und postmoderne Konzepte wie die Zerstörung des überholten bürgerlichen Autoren- oder Genie-Begriffs oder der Mißbrauch der Technik durch z.B. Schallplattenmanipulationen sind ihm wohlbekannt:

Das kann man schon als Jazz begreifen, als Improvisation mit Technik, die ihren spezifischen Groove entwickelt.

Schade, dass es Westbam später nicht mehr so richtig gelang diese interessanten Ansätze explizit in seiner Musik umzusetzen. KLF beispielsweise haben auf diesem Gebiet wesentlich mehr überzeugen können.

Eine sehr interessante Kollaboration hatte der frühe Westbam 1987 mit der westrussische Avantgardeband Popularnaja Mehanika oder Pop Mechanics.

Die Pop Mechanics sind in Riga an mich herangetreten, als sie dort während ihrer Tournee auftraten. Sie fragten mich, ob ich Lust hätte, bei ihrem Konzert in der Schule der Aeronauten Platten aufzulegen. Von diesem Auftritt ist ein Mitschnitt auf Kassette gemacht worden, der dann bei What’s So Funny About erschien.

Die dekonstruktivistischen Scratch-Phrasen über dadaeskem Gesang, Free-Piano, Folklore und Jazz - alles schön nacheinander - sind ein echtes Sammlerstück mit dem Titel Westbam - Live at Riga [Vinyl].

Den hypnotischen Groove von Chicago House entdeckte Westbam in den frühen Neunzigern mit einer Reihe von Veröffentlichungen, unter denen für mich vor allem Hold Me Back hervorsticht.

Hold Me Back [Vinyl]

Auch an Skacid im weiteren Sinne hat sich Westbam mit dem Track Cold Train [Vinyl] versucht.

Es zeigt sich also, dass der frühe Westbam eine erstaunliche musikalische Bandbreite und konzeptionelle Reife hatte, die über die Mayday-Jahre peu à peu verlorenging und später nur noch manchmal mit obskuren Veröffentlichungen wie dem Merve-Band Mix, Cuts und Scratches mit Rainald Goetz aufblitzte.

Paul Rutherford - Get Real

Einen der merkwürdigsten Side-Steps ins Genre Acid House hat wohl Paul Rutherford, Tänzer und Background-Vocalist der Gruppe Frankie Goes To Hollywood, abgeliefert.

Er war einer der beiden “geouteten” Schwulen der Band und somit wohl an hedonistischer Dance-Musik interessiert. Durch seine Beziehung mit Holly Johnson, sowie eines der ersten öffentlich sichtbaren Nipple-Piercings und einem Herz-Tattoo am Arm, gelangte er zu gewisser Berühmtheit und einer sehr kurzen Solo-Karriere.

Aber im Gegensatz zu anderen hastig zusammengeschusterten Acid House-Mixen - von Stars wie Samantha Fox oder Paula Abdul - ist der Track Get Real von 1988 ein Burner. Phatte Acid-Bassline, rauchig-samtige Vocals, Reggae-Soundsystem-Billo-Effekte und ein knallhartes Drumpattern.

Get Real (Happy House Mix) [Vinyl]