Entries Tagged as 'culture jamming'

Janez Janša - The Borghild Project Reconstruction

Der italienische Konzeptkünstler und Performer Janez Janša, der seit 1995 in Ljubljana, Slowenien lebt, verwirklicht in seiner Arbeit einen stark intermedialen Ansatz. Zu seinen Arbeiten gehören Videos, Installationen, Dokumentationen und Medienprojekte die u.v.a. auf der Transmediale.08 und der Ars Electronica zu sehen waren.

Borghild

Die Arbeit ‘SS-XXX Die Frau Helga - The Borghild Project Reconstruction’ ist eine Dokumentation des Media Hoax, der mit der Website borghild.de begann. Auf der Website wird kolportiert, dass Naziwissenschaftler bereits 1941 die erste Sexpuppe der Geschichte entwickelt haben. Diese sollte den sexuellen Hunger der deutschen Soldaten im Krieg befriedigen, ohne ihre Gesundheit durch Geschlechtskrankheiten zu beeinträchtigen. Schnell als Hoax enttarnt, gibt es jedoch bis heute weder einen Beweis für die Wahrheit der Story noch für das Gegenteil.

Dieses geschichtlichen Schwarze Loch, das mittlerweile zu einem Selbstläufer im Internet geworden ist, wird bis heute von verschiedenen Seiten sowohl widerlegt als auch mit neuen Informationen angereichert. Janez Janša hat seinerseits durch neue Objekte, historische und dokumentarische Beweise und Details neue Spuren gelegt, die durch Journalisten und Fanatiker regelmäßig zu Tage gefördert werden.

[via fabioparisartgallery.com]

Recycling_Sampling_Jamming 26.-28. Februar 2009

Das Festival Re-* verbindet mit den Begriffen Recycling, Sampling und Culture Jamming drei intermediale künstlerische Strategien, deren gemeinsames Thema die Transformation von Altem in Neues ist.

WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen aus den Bereichen Bildende Kunst, Design, Musik, Radio, Film, Video, Netzkunst und Werbung werden an drei Tagen versuchen, die Komplexität der künstlerischen Strategien des Re-* vorzustellen, zu erläutern und in einen wissenschaftlich-ästhetischen Diskurs einzubinden.

Mein Film Culture Jamming wird am Freitag um 16 Uhr laufen, anschließend darf ich mit dem Designer und Kommunikationsguerillero Stefan König, dem Medien- und Kommunikationswissenschaftler Marcus S. Kleiner und dem Senior Creative & Managing Director der Werbeagentur Scholz & Friends Hamburg Marc Schwieger über das Thema diskutieren.

Den musikalischen Auftakt übernehmen am Donnerstag den 26.02. Rechenzentrum 2.0 und Robosonic, letztere kann man auch morgen im Ballhaus Ost in der Pappelallee 15 (nähe U Eberswalder Strasse) bewundern.

Das Ganze findet statt in der Akademie der Künste, Standort Tiergarten, Hanseatenweg 10, Berlin.

Editorial - Back In 2009

So, da wären wir wieder. Die Geburtswehen des neuen Jahres sind überstanden, ich bin vor kurzem von einer Rundreise durch Deutschland, Österreich und (short but impressing) Tschechien und mit einem Sack voller kultureller Eindrücke zurückgekehrt.

Das Jahr 2008, in dem ich mehrfach ankündigte durch möglichst bedingungslose Affirmation jedes auch noch so seltsamen Web2.0-Phänomens eine Implosion der Realität im Baudrillardschen Sinne zu initiieren und sixgroups.com, twitter.com sowie laut.fm beitrat, schien für mich im Abgang dann doch das Jahr der Rückkehr des Analogen zu sein.

Web-Phänomene wie der Techno-Viking, die Geschichte der Netzkünstlerin CYM - die ich auf der interfiction kennenlernte und die sich quasi aus dem Cyberspace in die reale Welt (zurück-)katapultiert hat - und RealLife-Communities wie aka-aki.com wirkten auf mich, als wenn die Web2.0-Generation verzweifelt versucht, die Skills n’ Techniques aus dem Web, zurück auf die Straße bzw. in die Physis des menschlichen (Wikinger-)Körpers zu transferieren.

Eine teilweise Abkehr von der reinen Zeichenhaftigkeit und eine Wiederentdeckung von so etwas wie dialektischem Materialismus, teils aus der Not geboren, als Kunst- und Kulturproduzent schrittweise zu verarmen, wie Ekkehard Ehlers und Björn Gottstein in der Konferenz Audio Poverty im Februar darlegen werden, teils aus der Erkenntnis, dass Virtualität ohne Orgasmus, blaue Flecken und Schweiß auf Dauer sehr eintönig und das Leben als reine Idee dann doch sehr kreislaufschädlich sein kann.

Die Web-Energiedebatte keimte en passant auf und lieferte uns die Vorboten des Schocks, dass die massenhafte Verfügbarkeit von Energie vielleicht doch keine logische Folge der Evolution des Menschen ist, sondern das Ergebnis einer zufälligen Entdeckung von fossilen Brennstoffen, über die das Säugetier Mensch gestolpert ist.

Dies hindert allerdings nicht bisher eher Web2.0-unverdächtige Einrichtungen wie die Berliner Philharmoniker eine Digital Concert Hall einzurichten, auf der seit dem 6. Januar die Konzerte (ab 9,90 Euro) in die ganze Welt übertragen werden.

Es bleibt also weiterhin spannend an der Urban Electronic Culture-Front und das Jahr startet mit einem freshen neuen Dubstep-Mix von DJ Shiva, einem neuen Release von Big-N-Hairy Records, der Konferenz Recycling_Sampling_Jamming Ende Februar, auf der u.v.a. mein Film Culture Jamming gezeigt wird, einer Meditation über Autechres großartigen Remix von DJ Food’s Sexy Bits und wenn alles gut geht einer weiteren großen Überraschung, der Hybridisierung von realvinylz.de mit dem Blog wechselwirkungen von mrBTH.

Stay Tuned!

Culture Jamming Premiere im Free-TV

Die ARD sendet auf ihrem digitalen Kanal EinsFestival am 06.11.2008 um 12 Uhr die deutsche TV-Premiere meines Films Culture Jamming - Medienaktionismus im 21ten Jahrhundert.

EinsFestival wird über Satellit (DVB-S), über Kabel (DVB-C) und in einigen Regionen auch über Antenne (DVB-T) ausgestrahlt. Außerdem ist EinsFestival über IPTV und über Web-TV (Zattoo) zu empfangen.

Mehr Infos hier

Website des Monats - benfrostisdead.com

Der gebürtige Australier Ben Frost hat seine Tätigkeit als Performing Artist dem kontoversen MashUp von kulturellen Normen und den Werten der westliche Gesellschaft gewidmet. Seine bildnerischen Arbeiten montieren bekannte Ikonographie aus Werbung, Unterhaltung und Politik in kontroverse Zusammenhänge.

KFC Colonel

Der Website-URL benfrostisdead.com resultiert aus einer Ausstellung im Jahr 2000, wo Ben Frost seinen eigenen Tod in Form einer weltweiten Newspaper-Anzeige gefaket hat. Erinnert ein wenig an die Darko Maver-Nummer von 01.org die ich für meinen Film Culture Jamming seinerzeit interviewt habe.

Ähnlich wie die letzte Website des Monats erfreuen die Bilder der neuen Ausstellung Crapitalism durch einen synästhetischen Hyperpop-Overkill, den man schon fast als Subversive Affirmation verstehen kann, oder?