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Platte des Tages: Carlos Nilmmns - The BBQ (Edit 2) / Tezcatlipoca [DONTSTOP 02]

Neue Label mit Vorlieben für limitierte Vinylauflagen und amerikanische Housetraditionen schießen besonders in Deutschland gerade wie Pilze aus dem Boden. Da ist die Übersättigungsgefahr oft nicht weit. Die erste Dontstop ist im vergangenen Herbst unverständlicherweise fast komplett durch alle üblichen Aufmerksamkeitsfilter gerutscht, mit Katalognummer zwei stehen die Chancen aber gut, dass sich das ändert.

Der Schotte Ross McMillan alias Carlos Nilmmns (kein Tippfehler), der einigen auch schon von dieser Platte bekannt sein könnte, legt für das junge Label zwei zeitgemäße Oldschool-Perlen vor.

The BBQ (Edit 2) ist perkussiv, ohne in Geklöppel zu verfallen und setzt seine Trümpfe aus 303 und Diven-Vocal mit Bedacht und Stil ein.

DONTSTOP02 (A) Carlos Nilmmns The BBQ (Edit2) [long sample] by DONTSTOP

Tezcatlipoca auf der Flip erinnert in der Art, wie hier mit sattem Filtereinsatz eine unglaublich dichte Detroitatmosphäre erzeugt wird, ein wenig an die Dekmantel-Clique (Juju & Jordash, Tom Trago), ist dazu aber doch viel zu grell geschminkt, trägt den Absatz ein paar Zentimeter zu hoch und den Rock entsprechend zu kurz. Richtig so.

DONTSTOP02 (B)Carlos Nilmmns Tezcatlipoca (long sample) by DONTSTOP

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Platte des Tages: moto-SLAVE - Weeks End

Eine echte Neuentdeckung - über die gemeinsame Begeisterung für Space Dimension Controller auf soundcloud.com - ist der in San Francisco lebende moto-Slave. Mit Space Dimension Controller teilt er die Leidenschaft seine Electrofunk/Acid-Soundscapes in einen Cyberpunk-Referenzraum einzubetten. Zwar fehlen die schönen Geschichten die sich z.B. auf dem Cover von Love Quadrant finden, aber die Musik und das Artwork lassen auch ohne narrativen Rahmen Bilder einer graffitiüberladenen Bar in einer retrofuturistischen Megacity entstehen.

moto-SLAVE - Weeks End by moto-SLAVE

Das Saxophon-Sample macht aus dem Track Weeks End das vorerst beste Stück des bei Gravity Halo Collective frei erhältlichen Albums. Ein ähnlich markantes Saxophon (oder eher eine Tröte) befindet sich auch auf einer der The Black Dog - Peel Sessions in dem Track Psycosyin und vielleicht hat das eine ferne musikalische Erinnerung getriggert.

Midnight Mass Cover

Midnight Mass ist ein Album wie eine Fahrt durch die dunkeln, neongesäumten Strassen der Megacity. 303 und Analog-Synths marodieren wie Motorrad-Gangs auf Designerdrogen und Italo-Disco im Ohr durch die synkopierten 808-Drums.

Download Midnight Mass

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Mixtape Saturday: Dex, Steinski & Free Download

Der erste Mix, mit dem schönen Titel ‘This Is A Summer Mix’ kommt von Dex aka Acidkids, der für gewöhnlich auf Shir Khans Label Exploited veröffentlicht. Karibisch bis discoid angehauchte Upfront-Tracks, nicht immer so ganz meine Tasse Tee, aber auf jeden Fall sommerlich und strandbartauglich, vielleicht ein paar Wochen zu früh, aber vom RBB habe ich gerade erfahren, dass das Badeschiff schon in zwei Wochen aufmacht…

Daniel Dexter aka Dex - This is a Summer Mix by Acidkids

Playlist:

01. Malente & Dex – In Nightclubs (Camel Remix)
02. Tomboy & Fredski – Restless Swing
03. Act yo Age – Song for Nona
04. Roundtable Knights – Calypso
05. Femme en Fourrure – Dirty Blonde (Malente&Dex Remix)
06. Jamtech Foundation – Too Fast (Zombie Disco Squad Remix)
07. Yolanda be Cool – We no speak Americano (Vhyce Remix)
08. Malente & Dex – Habibi (Shir Khan Remix)
09. Joey Beltram – Slice 2010 (Carl Cox Rerub)
10. Trickski – At Les
11. Outlander – Vamp (Kevin Saunderson Remix)
12. Greg Gow – The Bridge (Late Night Grand River Mix)
13. Kaori – Good Life

Zur Feier des Relaunchs der Website choicecuts.com hat sich die Cut ‘n’ Paste HipHop-Legende Steinski wieder an die Decks begeben. Mit seinem Partner Double Dee hat er in den 80er-Jahren die legendären ‘The Lessons’-Mixe auf Tommy Boy releast. Diese analogen Cut-and-Paste-Collagen haben die gesamte HipHop-, Dance- und Downbeat-Welt verändert und Künstler wie DJ Shadow, Cut Chemist, Coldcut, Dabrye, J Dilla, Madlib, Bomb The Bass, sowie viele tausende mehr beeinflußt. Big Up to the Originator!

Steinski ChoiceCuts.com relaunch Mix by ChoiceCuts

Abschliessend sei noch auf den Download des zweiten Teils der Compilation-Serie Oscillations von Jus Like Music und Apple Juice Break verwiesen, den die blogrebellen bereits am Mittwoch gepostet haben. Man scheint da im selben Verteiler zu sein ;-) Keine großen Worte, den Teil 1 gibt es hier.
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Nick Chacona - Love in the Middle [Moodmusic CD011]

moodmusic011.jpg

An Mut zur Melodie in diesem bunten Gemischtwarenladen fehlt es Nick Chacona wahrlich nicht. Wobei bunter Gemischtwarenladen keine Geringschätzung sein soll. Schließlich bekommt man auf dem dem Debut auf Sasses Label eine super Mischung aus Disco, House, 70er-Arpeggio-Flair, Italo und einem kleinen Dub-Experiment geboten.

Wie der klöppelnde Hohlkörper bei ‘Especial’ der, mit viel Synthie-Verve überfrachtet, ganz ungeniert die Zeitreise antritt und einen Minimoog spielenden GlamRock-Barden vor dem geistigen Auge erscheinen lässt.

Oder der 80er-slowmo-Funktrack ‘The Fear’ feat. Kathy Diamond, der auch als ‘Beg Ot Differ’-House-Remix überzeugt, das detroitige ‘Eskayelator’ und ‘Jambong Express’, das mit seinen Arpeggio-/Pianowellen klingt, als ob Cosmic Baby von Trance zu Disco wechseln würde.

Großartiges Debut und mein Album des Monats.

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Mat le Star - Regret a Minute EP [Superbeat 005]

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Großraumdiscothekenmäßig wie der plakative Schriftzug des Covers klingt auch der Sound, der techhousig und beliebig groovig wieder den nervigen Off-Bass und die durch Faithless bekannt gewordenen Pizzicato-Sounds hervorkramt. Wems gefällt. Nicht meine Baustelle.

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Track des Tages: Zeigeist - Humanitarianism (Twelves Remix)

Äonen alt, von der inzwischen aufgelösten schwedischen Gruppe Zeigeist und wiederendeckt im dem grandiosen Mix The Twelfth Hour gebloggt von pEtEr vor nun fast fünf Monaten. Nunja, manchmal fällt der Groschen recht spät, aber bei zeitlosen Tracks wie diesem plädiere ich sowieso für den neuen Trend des Slow Journalism, einer Art atemporaler neuer Aufmerksamkeitsökonomie.

Humanitarianism ist dann auch ein hedonistischer Discotrack mit phattester Bassline, kurzen Panflötenlicks (nur im Mix mit Snoop Doggy Dogs ‘Sensual Seduction’) und einer absolut und unglaublich sexy Stimme einer New Yorker-Strassengöre. Ein Song bei dem man gleichzeitig die Tränen in den Augen stehen hat vor Glück und selbiges mit erhobenen Armen in die Menge schreien möchte. Solche Momente auf der Tanzfläche sind das lebensnotwendige Salz in der momentan diesigen Suppe des Lebens. Wie gerne möchte man in dieser ‘Popgruppe’ am synthetischen Basslauf stehen oder die Discokugelkurbel drehen. Ganz großes 70er Jahre Kino.


Zeigeist - Humanitarianism (Twelves Remix)

Die Legende sagt, dass, wenn man einen Skandinavier in einen Topf mit kochendem Wasser steckt, er in Form von melodischen Synth-Pop kreischt.

Zeigeist sounds like an upbeat, blog-era, bastard child from the Ladytron-Eurythmics-Depeche Mode secret Scandanavian 3-way love affair.
Jakae of JacuzziKillers.com

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Acid Symphonic Orchestra

Techno-Klassik mal umgedreht. Die meisten Versuche Klassik und Techno zusammenzubringen, mündeten oft darin, dass sich Technoartists in den Feuilletons des Bürgertums umschauten und nach kooperationswilligen Partnern suchten, um dann entweder mit ihren Mitteln klassische Musik zu interpretieren (Craig & Oswald) oder sie ihrerseits interpretieren zu lassen (Jeff Mills).

Die zehn Finnen vom Acid Symphonic Orchestra scheren sich darum wahrscheinlich einen Dreck. Warum nicht einfach die symbolischen Elemente beider Welten zusammenbringen um damit die Rahmen beider Kulturen zu dekonstruieren, einfach weil es sich anbietet? Gerade die 303 ist dafür perfekt geeignet. Schwer symbolisch überfrachtet (und das seit schon seit einem Vierteljahrhundert) wird um sie genauso ein Geschiss gemacht wie um die Stradivari-Geige. Klanglich eignet sie sich durch ihre ‘Eintönigkeit’ ebenso zum parallelen Nebeneinanderlaufen. Das haben Hardfloor zwar schon 1993 gemacht, aber ohne das bildliche Spektakel.

So hat das Acid-Orchester den Überraschungseffekt sicher, während es klanglich nichts Neues zu bieten hat. Vielmehr wird alles was die 303 kann, in eine Symphonie gepackt. Treffsicher, tight und groovig ist das allemal.

Teil 2 und Teil 3

Noch sinnlicher wird die 303 bei Gina V. D’Orio eingesetzt. Zusammen mit dem Acid-Wizard Like A Tim, coverten sie unter dem Titel Bassgirl 60s-Girlgroup-Classics.

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