Entries Tagged as 'dubtechno'

Raw Series – Raw Series #01 [Raw Series, RWS01]

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Kleinvieh macht auch Mist. Denn wenn dann die Eichhörnchen im Herbst ihre Nüsse gesammelt haben, überstehen sie locker den Winter. Nicht zu einseitig die Ernährung? Wohl kaum, und wenn das in der Natur geht, dann auch in der Musik.

Das Konzept des Minimalismus wörtlich genommen und nach Detroit verfrachtet, macht man beim neuen Vinyl-Label Raw Series: “the concept: just a drum machine and a synth – pure analogue dj-tools!”, verrät der Promotext.

Als hätte man es nicht schon immer gewusst. “Enter the Wald”, statt “enter the void”. Zwischen der straighten 808 und dem Detroitchord zieht man sich in einen Strudel, der auch durch kein DMT ersetzt werden kann. Die B ist dann weniger straight und mehr Rumpelstilzchen im Beat. So muss ein Tool klingen … plus noch viel kalter Nebel dazu. Yeah!

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Platte des Tages: Unknown - Escape [Aldebaran 001]

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Vinyl strikes back. Wieder einmal. Und wieder limitiert. Für diesen zeitlosen Dubtechno aber auch mehr als gerechtfertigt, dieser seinerseits zeitlose Tonträger. Aldebaran ist also ein Sternenbild, das 65 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Man wird zwar nie wissen, ob die Dubs soweit ins All hineinreichen, doch dringen sie tief in den Körper/ins Bewusstsein ein, vor allem die männlichen leicht leierigen Vocals setzen sich ungemein fest und beglücken jeden Moment.

Einfach hittig, da brauchen sich auch die Dubs keine zwei Parsec auszubreiten. Spitzen Track. Die B geht trockener und mit Bandechos zur Sache. Ebenfalls schön mit seinem mehr nach vorne gehendem Drive.

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Platte des Tages: youANDme - Cutz#1 [CTZM1]

Allen Nachrufen und digitalen Innovationen zum Trotz erblicken immer wieder kleine Vinylperlen das Licht der Welt. So auch auch bei Cutz Records, deren erste VÖ auf den ersten Blick wie eines der obskuren Stempelplatten erscheint, wenn nicht der richtige Druck auf der Rückseite wäre.

Labelseitiges Ziel ist es, die Filterfunktion zu erhalten, die auch Vertriebe und Plattenläden bieten, indem aus bereits woanders veröffentlichten Lieblingsstücken der Betreiber, clubkompatible Edits gemacht werden. Und vorweg: beides gelingt außerordentlich gut.

youANDme editieren map.aches ‘The Fool’ zu einem Polka-Dub der sich ganz langsam steigert und dabei nie in Größenwahn verfällt. Ihr Edit von ‘B-Lo’ (Carlos Nilmmns & Ian Elgey) kommt direkt und frech hingerotzt durch die Boxen, öffnet sich dann dem Dub und wird mit der 808-Cowbell und dem Housethrill zum absoluten Oldskoolkiller. Und davon braucht man wirklich mehr. Superb.

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youANDme - B-Lo / The Fool
[via Cutz.me]

Tracks des Tages: Bandulu & Mr. Barth

Heute keine Platte des Tages, sondern einfach drei Tracks, die ich während des Omen-Abschieds hörte und fortan zwölf Jahre brauchte, bis ich gestern dank eines Facebook-Zufalls drauf gekommen bin.

Nachdem sich Väth seinerzeit gut einen abgeschreddert hat, kam ein Break und das Frankfurter Geknüppel mit den Terror-HiHats verwandelte sich in eine jamaikanische Fußballwiese (ohne die dazugehörige Homophobie) mit friedlichster Sonnenuntergangstimmung: Bandulu, die das Reggeatechno-Pendant zum Dubtechno des Basic-Channel-Umfeldes darstellen und nebenbei auch noch besser, tanzbarer und vor allem melodischer produziert und gleich zweimal hintereinander vertreten sind.

[Bandulu - Running Time, 1995]

Eine sommergefilterte Melodie, ausgelassene Grundstimmung in einer rough produzierten Hülle mit der nötigen Schmutzigkeit fängt nach knapp zwei Minuten an zu springen, wie das kleine Kind, das zum ersten Male eine Hüpfburg entdeckt. Fröhlich ausgelassen und der perfekte Übergang zum nächsten Stück.

[Bandulu - Isn't it Time, 1997]

Richtig gediegen und bekifft geht es wieder weiter mit Bandulu. Reggae mit Gesang, aber kein Roots, sachte auf einem Technobett getragen und ordentlich Echo zum Wegschweben.

[Mr. James Barth - Pay Me in Love, 1998]

Auf Mr. Barth aka Cari Lekebush kam ich dank T, bei dem wir Neujahr verbrachten und er es entsprechend der etwas müderen Stimmung zufällig auflegte. Im Originalset war der Track das erneute Zwischenstück zum Aufbruch. Noch verhallt-verhalten in den Vocals, stampfte der Bass wieder mehr vorwärts und bald darauf wurde weitergekloppt.

In dieser Kombination dürfte es wenig Besseres geben, zumal das während der Ausbildungszeit über Monate meine Feierabendmucke war.

Zum Set bei KFMW.

Platte des Tages: XDB - Lost Tape EP [WM-50211]

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Es muss nicht immer Berlin sein, wenn es um Techno geht. Aus dem südlichsten Zipfel Niedersachsens beglückt uns der Göttinger Kosta Athanassiadis aka XDB mit einer wundervollen, dem nostalgischen-verhafteten Detroit Techno-EP. Tradition verpflichtet eben, kaum einer weiß das besser als er.

Wo andere Detroit-Produzenten ‘dub’ oder ‘neo’ produzieren, klingt auf den vier Tracks alles so als ob es schon 15 Jahre her sei, aber dann wieder so unverfroren frisch und erhaben und im Falle des niedlich-verspielten ‘My Secret Garden’ lässt es die Glückshormone durch den Körper fluten. Ganz, ganz große EP. Schade, dass man nicht mehr von ihm hört.

XDB, Wave Music

V.A. - Five Years of Rotary Cocktail [Rotary Cocktail 020]

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5 Jahre Rotary und alle sind dabei: Marko Fürstenberg, Mod.Civil, Holger Flinsch, Dreher & Smart, youANDme, Mark Broom, Larsson und Mr. Statik. Und fast alles durch die Bank hinweg super. Der eigentliche Killer kommt aber von Holger Flinsch. Ein erfrischender Trancetrack, der Trance noch als Zustand kennt und nichts mit getriggerten Flächen zu tun hat. Simpel gehalten und einfach wunderschön hypnotisch.

Ebenso Mod.Civil. Die beiden Leipziger wissen einfach, wie sie Wärme in den Dub bringen. Fürstenberg bastelt eifrig weiter an seinem Trademarksound und Mark Broom bringt die Party in den House zurück (hittig). Die nötige Deepness steuern Dreher und Smart bei, während es Larsson ordentlich nach vorne zieht. Sehr gelungene Compilation mit ein paar Hammertracks drin.

Rotary Cocktail

Platte des Tages: youANDme - Close to Me [Ornaments 010]

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Ob sich da jemand einen Traum erfüllt hat, einmal Robert Hood auf der B-Seite zu haben? Jedenfalls ist diese Platte ein Traum. youANDme lassen den Dub diesmal nur sachte einfließen. Die Sounds klonken sich leicht verhallt durch Detroit, in der ein Track eine Ewigkeit bedeutet. Zwischendurch rauschen ein paar Blitze durch. Ein absolut episches Stück, um sich völligst zu verlieren und das dürfte einer der Tracks des Jahres werden.

Robert Hood lässt die 909 etwas mehr kicken, zieht das Tempo ordentlich an und funkt sich weniger episch, dafür minimaler, durch die Nacht. Aus dem Lost-in-Sound-sein wird so ein schön nach vorne gehender, hüpfender Track. Beides großartig für die verschiedenen Gesichter der Nacht.

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youANDme - Close To Me / Close To Me (Robert Hood Remix)
[via ornaments-music.com]