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In The Mix: DJ Shiva - Live @ Therapy 12.13.08

Dubstep Releases

Der bisher eher Dubstep-unverdächtige Dr. Funks_Son mailte letzte Woche den Link zu einem grandiosen Dubstep-Mix der in Indianapolis beheimateten DJane Shiva.

Die 36jährige steht bereits seit dreizehn Jahren hinter den Turntables und hat eine breite Palette an ‘techno flavors’ mitgegroovt: Von Electro zu Minimal, von Chicago Jack zu Detroit Techno Soul, vom deepsten zum härtesten Techno gereist, erreicht sie mit dem Live @ Therapy 12.13.08-Mix den Verschiebebahnhof Dubstep.

Was als muslimgauzeeskes, polyrhythmisches Geklacker startet - und Eikmans Muslimgauze/Dubstep-These apologiert - gewinnt über Robert Hoods Red 2-Remix in Richtung Detroit Nu School an Fahrt (ein Scuba-Surgeon-Hybrid formiert hier eine neue Achse) um dann gegen Ende in die ambiente Atmosphäre zu (ent)wobbeln.

It’s funky, breaky, dancy, pushy, longing, hands-up, wobbly… It’s 2Step, It’s Dubstep, It’s even a little Goa…
Stylewalker

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DJ Shiva - Live @ Therapy 12.1.08
[via surfacetensionrecs.com]

Tracklist:

Alys Be & Mr Lager - Tell Me
Spherix - In A Hole
RSD - Over It
XI - Trinary
Indigo - Elastic
S.Y.N.K.R.O. - On My Mind
Martyn - Vancouver (2562 Remix)
Sharmaji ft. Maggie Horn - Break My Heart
Kode 9 & LD - Bad
HxdB - Sedation Nation
Dave Clarke - Wisdom To The Wise Red 2 (Rob Hood Remix)
Unknown - Untitled (CH-Signal Laboratories Edit)
Martin Buttrich - Well Done (Headhunter 4×4 Remix)
Daniel Stefanik - Effervescing Elephant
Scuba - Ruptured (Surgeon Remix)
Modeselektor - The Black Block (Hiddensee 2008 Version)
Kyle Geiger - Glide
XI - Distress Signal
Phaeleh ft. Ngaio - Fire
Headhunter - In Motion
Jus Wan - Affletic
Konnek Deep - Dive In
2562 - Walkover
Spherix - Lake of Glass
Indigo - Rune
Tri Funk - Untitled 478,47
Pinch - Punisher
Loefah - Mud
Simon/Off - Reba

Bestenlisten 2008 by mrBTH

2008 war musikalisch ein sehr gutes Jahr. Nach der Forschung in Sachen Dubstep, die ziemlich interessant war, aber leider dazu führte, dass mich die Musik danach kaum noch begeisterte, konnte ich mich langsam auf Berlin und die De:Bug vorbereiten.

War wahrscheinlich dann ganz gut, wieder mehr in Techno - bzw. die Reste davon - einzutauchen. Soviel neue Tracks, gute Parties mit noch besseren DJs, hatte ich schon Jahren nicht erlebt. Deswegen fiel das Material an potentiellen Lieblingsstücken entsprechend üppig aus. Keine Qual zehn Tracks zu finden, sondern langes Hin- und Herschieben für die Anwärter.

Leiter

Kurze:

* Mod.Civil - Einfachheit Gewinnt

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[via ornaments-music.com]
* Dominik Eulberg - Es Klebt Noch Morgentau In Deinem Haar
* Keinzweiter - Pilman Radiant
* Martyn - Natural Selection [Flying Lotus Remix]
* DS - s/t [Overdrive 173 Promo]
* Laurent Garnier - Back To My Roots
* Benga - Pleasures
* Bomb the Bass - So Special
* Lee Jones - Soon
* Sascha Dive - Deepest America [Moodyman Remix]

Ob es der wunderschön verträumte, verspielte Eulberg ist, das deep-trancige Mod Civils oder die abstrakteren Klänge Keinzweiters und des Dubstep-Überflieger Martyn: bei den Singles dominieren jedes Mal aufs neue Melodien. Jeder Track für sich eine Perle. Überraschungserfolge waren fast alle, wobei es mich bei DS besonders freut, dass das deutsche Technolabel-Urgestein Overdrive wieder dabei ist und mit diesem Release frischer denn je klingt.

Lange:

* Lee Jones - Electronic Frank
* Keinzweiter - Globus Cassus
* Morgan Geist - Double Night Time
* Benga - Diary of an Afro Warrior
* Mercury Rev - Snowflake/Midnight
* Sascha Funke - Mango
* Deadbeat - Roots and Wire
* Osborne - s/t
* Shed - Shedding the Past
* Ralf Hildenbeutel - Lucy´s Dream

Auch bei den Alben dominieren Melodien. Hier darf es aber auch etwas mehr Gesang sein, wie etwa bei Morgan Geist und Mercury Rev. Mit Shed ist auch klassisch(st)er Techno vertreten und Ralf Hildenbeutel setzt komplett auf Klassik mit einem wunderschönen Klavieralbum - sozusagen die Essenz von Eye Q.

Retro:

* Stratis - Herzlos
* Elektronische Musik aus Köln - Wenn Mr. Reagen es will
* Sugalo - Disco
* Christiane F. - Wunderbar
* Snap - Rhythm Is A Dancer
* Arill Brikha - Ex Machina
* Keine Ahnung - Plastik
* Vangelis - Blade Runner OST
* Ziggy Stardust/David Bowie - Diverse
* GAS - Nah und Fern

NDW ist DIE deutsche Musik vor Techno. Da mit NDW aber meist mit Nena und Konsorten in Verbindung gebracht wird und außer in Bloggerkreisen nicht groß in die Geschichtsschreibung eingegangen ist, wird sie leider oft fehlrezipiert, obwohl doch viele aus dem Techno-Umfeld früher in NDW-Bands mitspielten (siehe Fehlmann/Oswald bei Palais Schaumburg). Die Bindegliedfunktion zwischen Kraftwerk und dem frühen Techno Ende der 80er ist meiner Meinung nach evident. Ansonsten gab es entweder alte Classics oder Arill Brikha von 2006, den ich erst jetzt entdeckte.

Mixe/Compilations:

* DJ Scientist - Rap History Mix 1983
* V/A - Traum 100
* DJ VLR - Breaktober
* V/A - Ghostly Swim
* DJ VLR - Lovember
* V.A. - Fuse presents Deetron

Gemixt wird immer - ob analog und live - mit drei Plattenspielern, wie bei Deetron, oder komplett in Ableton gebastelt wie VLR. Funktionieren tut beides. Am besten klingt es bei Scientist, der mich bis heute oft begleitet.

Silvester 2008 in Berlin

Silvester 2008 werden die grossen Clubs in Berlin wie Berghain, 103, Watergate, Tresor oder gar Weekend werden mal wieder bersten vor EasyJet-Ravern und ich freue mich, dieses Jahr mal in der neuen Kulturhauptstadt Linz zu feiern. Als kleinen Service möchte ich aber ein paar Partys erwähnen, die sicherlich rocken werden.

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Sehr viel Spaß hatte ich im vergangenen Jahr im Ballhaus Ost in der Pappelallee 15 (nähe U Eberswalder Strasse) auf der Möbelrücken-Party von Delikat-Berlin. Moderate Preise, cooler Sound und entspannte Leute.

Line-Up:

MÖBELRÜCKEN Floors (Ballsaal & Loge)
******************************************
__Cinthie (Picknick / Tape Club)
__Andre Crom (Liebe Detail / Sender / Off)
__Fresh Meat (103 / Berlin Mitte Institut)
__Hüftschwinger aka Pitt & Bone (Delikat / Ballhaus Ost)
__A3000 (Grenzstation / Delikat)
__Handmade (Chicago / Delikat)
__M.Mueller (Edelkonsum / Stilbruch)
__Nano (Doppelschall / Get Deep)
__Flamea (Dreid / Delikat)
__Smooth (Dreid / Stilbruch)
__Disko DNA (Dreid)

RemmiDemmi Secret Floor
******************************************
__Trade (Rock / Indie)
__Phasenprüfer (80er / Disco)
__Mensch gegen Maschiene

Eintritt (ab 22 Uhr): 5 € < 0.00 Uhr > 10 € mit Passwort! ? (Ich bin DELIKAT)

+++

In der Brunnenstraße 10 in Berlin-Mitte (nähe Rosenthaler Platz) gibt es Silvester @ ZMF Feuerwerk und Sekt um Mitternacht, danach Feuerwerk auf 2 Tanzflächen. In ein Labyrinth von Räumen und Durchbrüchen.

Line-Up:

Tanzen 1:
Minimal | Techno | “Electro”
___Jan Mir
___Jackie Treehorn
___Sam Buca
___Lars Wickinger (Traum, Liebe Detail, Lebensfreude)
___DIN 3000
___Gunne
___Trick&Kubic
___Vincent Vega (Lebensfreude)
___VJ Picture Show

Tanzen 2:
Cosmic Hitdisco Italian Style
___Fausto Copy (Mailand)
___Bernard Reneaux (Paris)
___Diskodirk (Bonn / Bad Godesberg)
___Heiko Lenker (Karl-Marx Stadt)

+++

Cookies Silvester

Buisness as Usual im Cookies Berlin (Friedrichstraße / Unter den Linden) ab 00:30, wird sicher voll und geil.

+++

Grosse Neujahrsparty im Foto-Shop!!!

Wann?: ab 22h bis die Sonne scheint
Wieviel?: 5€

Big Bar + Super Line-Up + Feuerwerk + Silvesterparty!

___Des Wahnsinns Fette Beute (Crazy Dance Music)
___Cem Orlow (House) + Live Sax
___Nachtschalter + Humana (Dub + Brain)
___Palace Resistance (Antialias + Aussenborder) (Electro)
___very special guests (Dubstep)

+++

VCF Home

Silvester im VCF (zwischen Alexanderplatz und Hackescher Markt im S-Bahn-Bogen (Rochstr./Ecke Dircksenstr.)

Zu Ehren der Neujahrsnacht gibt es viel Sternenstaub, Schnickschnack und Schabernack.

Brücke:
- Larsson (Hi Freaks, B-pitch, Get Physical)
- Lektor (Liebe zur Musik, Pentagonik)
- Argon & Clementine (Süss&Sauer)
- Cotumo (Pentagonik, Pulsar Rec.)
- Fred KreeGer (3 für 10, Pentagonik)
- The Marx Trukker* LIVE
- Gregor Heyden (Pentagonik, Klangsucht)

Space-Lounge:
- Alexis Sorbas (Pentagonik)
- Mathias Liefeldt (liefeldt and class)
- Mattias Numberger (3fuer10, tanzmichmal)
- Cem Orlow (mad)
- Maade und der Koch
- Red Jones (TheMolePeople)
- Sonka

Alle verkleideten, extraterrestisch Wesen und Milchstraßenbewohner feiern 3 Euro günstiger mit den übrigen kleinen Sternen-Kindern und können durch den separaten Eingang ohne langes Warten an Bord. Es gibt auch eine offene Freundliste für diesen separaten Eingang (kleiner Eintrittspreis) ….
Bitte kurze Nachricht an uns….

Flug-Ticket: 10 Euro

Ermäßigt: 7,- Euro (für Aliens und Freunde)

Radio Electrofunker - Neues Programmschema

Das von Köln aus betriebene Webradio Electrofunker hat sein Programmschema umgekrempelt:

Montags ist es nun soulful und housig gefolgt von einem Latin und Afrotribal angehauchten Dienstag. Der Mittwoch steht im Zeichen von Disco, Funk und Oldschool und der Donnerstag bringt neue Einflüsse aus Electronica, Drum n’ Bass und Breakbeat.

Das Wochenende steht ganz im Zeichen von neuen Techsoundz, Minimal, Electro und Techno, wobei der Sonntag loungig orientiert bleibt. Der Betrieb wurde von 12/12-Stunden-Betrieb auf 24 Stunden umgestellt und die Mixstunden 20-22 Uhr werden von Zeit zu Zeit durch Live-Events ersetzt werden können.

Einfach mal reinhören.

Tipanic vs Ravissa - Tomorrow [BH002]

Das Wiener Label Big-N-Hairy, selbsterklärt zuständig für Breakbeat von Nu-Skool und New Wave (?) über Bouncing Shit zu Trashy Electro, veröffentlicht am 1. Oktober seine zweite Katalognummer: Tomorrow von Florian Richling aka Tipanic und Nicole Hensei aka Ravissa.

Normalerweise habe ich garnichts gegen den forcierten Crossover von Rockbeats und -gitarren mit einer ordentlichen Rave-Nummer, aber der Tipanic Edit erschreckt mich doch schon in den ersten Takten mit einem gefühlten Sample aus Nick Kamens Ekel-Schmusepop-Nummer I Promised Myself.

Ich mag mich verhören, aber Klangfarbe und Akkordfolge sind doch extrem ähnlich. Ansonsten stompt der Track eigentlich recht ordentlich rotzig voran, der Gesang erinnert an Karl Hyde von Underworld, die ich jedoch immer schon - bis auf das grossartige Born Slippy - für etwas überschätzt gehalten habe.

Trotzdem dürfte der Edit auf Clash-orientierten Tanzflächen durchaus funktional sein, höre ihn nachher nochmal auf ein paar Wodka Cranberry.

Ravissa Bild

Der Ravissa Edit ist elektronischer und mehr in Richtung Tech House orientiert. Die Klampfe fehlt glücklicherweise und der stark breakorientierte Track macht Spass und hat das Potential eine eingeschlafene Party wieder auf den rechten Kurs zu bringen.

Die Tracks sind ordentlich produziert, nur fehlt noch die entscheidende Prise Magie, die aus einem DJ-Tool einen Spätsommerhit macht. Bin gespannt wie sich Label und Künstler weiter entwickeln werden.

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Berlin Bass Session am 22. Mai 2008 im LUX

Berlin Bass ist ein Zusammenschluss von Produzenten, Journalisten, Musikern, Designern und Künstlern aus Berlin, die mit Veranstaltungen und Veröffentlichungen an der Remix-Schnittstelle zwischen Grime, Crunk, Baile-Funk und Techno eine neue Formel in den Club bringen wollen.

Berlin Bass propagiert in der gezielten Grenzüberschreitung zwischen musikalischen Szenen künstlerische Freshness, Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Verhältnisse, interkulturellen Respekt und lebensbejahenden Hedonismus als Themen.


Berlin Bass Big

Jetzt präsentieren Das Amt, Beatbox Eliot, Garridos, Kronstädta, Die Kommissarin und DJ Robert Defcon am 22.05.08 mit der Berlin Bass Session den heißesten neuen Shit aus den Clubs von Miami, Rio, London und Berliner Untergrundstudios.

Im LUX in der Schlesische Straße 41, Berlin/X-Berg, geht es ab 22 Uhr los.

Line-Up:

ab 22:00h Funky Hiphop DJ-Breaks

0:00h DAS AMT live
0:30h BERLIN BASS SESSION

Garridos / Kronstädta / Beatbox Eliot / Die Kommissarin / Splatterdandy (Robert Defcon)

1:30h DJ Robert Defcon
(Crunk, Grime, Elektro, Baile Funk)

Techno in Köln - Eine Zustandsbeschreibung

Köln wird gemeinhin als eines der Epizentren von Minimal-Techno in Deutschland bezeichnet, gerade auch wegen des hier ansässigen Kompakt-Plattenladen/Label/Vertrieb, auch wenn seit Jahren nur wenige Parties in Köln tatsächlich hauptsächlich mit Cologne-Minimal-Techno oder Dub-Techno beschallt werden. Tech-House und Electro-House machen hier sicherlich den Löwenanteil aus.

Ein Besuch im Kompakt-Plattenladen bringt schnell schon etwas Licht ins Dunkel. Minimal-Techno und Dub-Techno sind hier auf breiter Front vertreten, aber bei etwas härterem Techno und Electro-House hört der Spaß schnell auf: Nachfragen hinsichtlich der Möglichkeit Platten zu bestellen werden in der Regel mit der Bemerkung, diese seien zu schnell vergriffen und wenn nicht dann eben zu alt gewesen - ohne einen Blick in den Computer zu werfen - abgeschmettert. Das Interesse des Kompakt-Plattenladens einen hohen Umsatz zu machen, kollidiert hier wohl mit dem Interesse des Kompakt-Vertriebs in Köln, als Homebase DJs mit einem möglichst homogenen Sound (natürlich aus dem eigenen Vertrieb) zu versorgen.

Der zuletzt mangelnde Erfolg der Total Confusion-Parties zeigt einerseits wie tief der Graben zwischen Partypublikum und den altehrwürdigen Kompakt-Protagonisten ist, macht aber auch Hoffnung für eine Öffnung des Partygeistes hin zu einer Art von Techno, die Ärsche rockt und nicht als Hintergrundmusik für loungige Stehempfänge dient bzw. aus Parties erst Stehempfänge macht.

Warum plärre ich überhaupt so viel rum von Kompakt? Ganz einfach: Schon die Liquid Sky Crew hat für meine Begriffe recht eindrucksvoll bewiesen, wohin Monopolismus im Musikbereich führt. Nachdem die Liquid Sky Crew sich selbst durch Misswirtschaft und ausschweifenden Lebenswandel in den Ruin getrieben hatte, klaffte in der elektronischen Szene in Köln ein riesiges schwarzes Loch, dass nur langsam wieder von nachwachsenden Talenten gestopft werden konnte, denn zu Zeiten von Liquid Sky sahen sich andere Veranstalter einer fast übermächtigen Konkurrenz gegenüber, die u.a. von der Kulturförderung der Stadt Köln profitierte, welche wiederum seit dem unrühmlichen Abgang der Liquid Sky Crew deutlich vorsichtiger bei der Förderung junger aufstrebender Talente geworden ist.

Was also passiert wenn Kompakt eines Tages den Entschluss fasst, dass Köln ja irgendwie zu provinziell und zu langweilig sei für einen weltweit erfolgreichen Vertrieb und nach Berlin zieht? Dann können DJs ihre Platten im Saturn unter der Treppe im Jazzkeller vorhören oder bestellen - wie ich - eigentlich nur noch über das Internet. Gerade vor diesem Hintergrund bereitet es mir Sorge, dass Kompakt seine Bemühungen, in der Partyszene wieder eine maßgebende Rolle zu spielen, in letzter Zeit wieder zu intensivieren scheint.

Wie konnte der Begriff Minimal-Techno überhaupt nur so pervertiert werden? Vor zehn Jahren dachte man bei Minimal noch an einfach strukturierte Tracks, die zwar minimal instrumentiert waren, jedoch nicht minimal von der Wirkung her. Einige uralte Tracks haben heute noch das Potenzial, dir das Hirn aus den Ohren zu saugen. Minimal war zwar für mich immer eher Kopf- als Arschwackelmusik, gekennzeichnet durch eine trippige, fast psychedelische Wirkung, ohne vordergründige Effekte zu nutzen (im Gegensatz zu z.B. Goa der frühen Tage), aber keinesfalls war Minimal langweilig, kraftlos, uninspiriert oder innovationslos, was aktuell leider viel zu oft der Fall ist.

Zu viele Produzenten (besonders in Köln) fühlen sich als Kunstschaffende und wollen mit ihrem Sound Botschaften rüberbringen, die Partygänger nur selten interessieren, weil die in erster Linie feiern und Spass haben wollen. Funktionalität und Genialität schliessen sich aber keineswegs gegenseitig aus.