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Mixtape Sunday: Gravious, Distantstarr & Anthony ‘Shake’ Shakir

Sobald auch nur die Erahnung eines Aufkeimens eines eventuell bald anberaumten Frühlings durch meine Servietten Gardinen rauscht (oder wie auch immer das passende Verb für eine mit Tatkraft versehene Ahnung sei) ist wieder Funk & Soul-Zeit.

Um nicht wieder DJ Shadow & Cut Chemist oder die olle Marlena Shaw-Single ‘California Soul’ herauskramen zu müssen checkte ich meinen e-mail Account. Und dort wartete schon der 001:Funk Mix von Distantstarr auf mich. Distantstarrs Album wird bald auf Tokyo Dawn Records erscheinen, ein Preview-Track von ihm befindet sich im Mix…

Distantstarr - 001:Funk Mix by Tokyo Dawn Records on Mixcloud


Gravious
, Produzent meines Dubstep-Tracks des letzten Jahrzehnts und straight outta Glasgow, ist nicht nur von Old School Jungle, Drum ‘n Bass und Electronica beeinflusst, sondern auch von dem ‘Jupiter Jazz’- Detroit Techno-Entwurf eines Mike Banks oder Carl Craig.

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Gravious - LWE Podcast 43
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Und wenn ich schon mal Detroit Techno und Jazz in einen Sack packe will ich mich auch mit einem Anthony ‘Shake’ Shakir-Set nicht lumpen lassen, schon gar nicht nach dessen Aufritt als Grand Seigneur des Techno auf der letztjährigen Hardwax XX-Party. Shake ist einer der Detroit-Legenden dessen Eintrag ins Geschichtsbuch noch nicht geschrieben werden kann, da da hoffentlich noch einiges kommt. Ein Zwischenstand:

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Anthony ‘Shake’ Shakir - LWE Podcast 42
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Gravious - Temple Ball

Hotflush Releases

Als ehemaliger Vinyl-Junkie ist mir die Sexyness, die in der dekadenten Geste des massenweise 12″-Kaufens liegt, natürlich nicht fremd:

Zweimal auf den Technics knallen, halb durchhören, einen Moment Instant Karma spüren und dann als DJ-Tool in die Plattenkiste packen. Doch wenn die 1210er dann irgendwann als dekoratives und distinguierendes Möbelstück auf dem Plattenschrank stehen, entsteht - bei Wahl des richtigen Vinyls - manchmal ein Gefühl, das den ultimativen High der ersten selbsterworbenen Maxis wiederbringt.

Ein solches Stück Vinyl ist der Dubstep-Orgasmus Temple Ball von Gravious auf Hotflush Recordings. Dieser Track taucht in der Mitte des Medicate With Bass Weight-Mixes von Christine Vaccine als sonnendurchflutete Urwaldlichtung nach einem Wobble-Overkill auf.

Kaum hat sich die Nadel in die Rille geknackst, stolziert ein gravitätischer Dubstep-Beat im Bloodshot-Tempo durch das Zimmer. Die kalten weißgetünchten Wände glimmern in einer abgeblätterten, goldenen Patina von ehemals prächtigen Steintempeln, während die Füße über ein knochentrocken-hölzernes Beatgerüst stolpern. Der drohende Sturz wird abgefedert durch einen Moosteppich in Form einer warmen, analogen, aber fordernden Bassline.

Die großmäulige Behauptung Dubstep würde spielerisch andere Musikstile integrieren, wird hier zu hundert Prozent eingelöst. Die Raga-Melodien sind nicht statisch auf den Rhytmus getriggert, sondern der Track atmet in Klangfarbe und Tempo seinen musikalischen Untersuchungsgegenstand und überführt ihn sanft in die Dancehall.

Mein Dubstep-Track des Jahrzehnts…

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