Entries Tagged as 'House'

Deo & Z-Man - Creamdream EP [Kammer Musik 013]

kammer013

Nach dem Knaller im HipHop-/Cut-Up-Gewand auf Dekadent erscheint Deo und Z-Mans neuer Output auf Kammer Musik. Doch die eigentlich traurige Neuheit ist, dass es sich ausgekammert hat. Schluss und vorbei. Das Alphabet macht genau zweimal 13 Seiten auf Vinyl.

Und so bleibt ein Tanz neben dem Grab, wie bei manch außereuropäischen Beerdigung, als wenn andere Ethnien wüssten, welch tolle Musik es dafür gibt. Richtig guter, unkommerzieller Partyhouse, der mit Überraschungen und Understatement jeden Blumentopf gewinnt. Meine EP des Monats.

PS.: Und die Liebe zum Hip-Hop blinzelt hier auch in ein paar Vocal-Fetzen hervor.

Reyf & Eidner - Love & Pain, Sunshine & Rain EP [Rotary Cocktail RC025]

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Venedikt Reyf aka Suedmilch ist zurück und zusammen mit Eidner läutet er den Herbst der Dichotomie ein. Und der klingt selbst für Rotary Cocktail noch eine Stufe deeper als sonst. Vielleicht liegt dies an den dub-freien, dafür umso mehr housigen Elementen in deren Mittelpunkt die Trompete steht. Ganz dichotomisch geht es auf der A zur Sache: Recht fröhliche Trompeten treffen auf eine traurige Stimmung, die durch acidlastige Sounds ohne Resonanzfiltergedrehe, kurz angehoben wird. Dennoch alles sehr funky und die Extraportion Deepness steuert Suzi Q. Smiths Stimme bei.

Die B ist träger, fast ein Experiment in reduzierter Deepness sparen sich doch die beiden den Basslauf und das wirkt fast wie eine mitternächtlicher Spaziergang in in Warren Beattys Dick Tracy. Klasse Platte für deepes Kopfkino.

Floppy Sounds - City for Sale [Wave Music 50205]

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Ein düsterer Jack mit mittneunziger Orgelspaziergang durchströmt den Raum. Klar, dass da eine andere Atmosphäre herscht als in einem geleckten Vorraum eines altehrwürdigen Altbaus. Eher so leicht angeraunzt, obwohl die Lust vor lauter Poppers kaum auszuhalten ist, ohne in tiefe Demut vor Jack zu verfallen. Lustige Vorstellung. Vor allem wenn es bei Robert Rodriguez noch als Anti-Paradise-Garage durchschimmert. Tja, trotzdem bedient er es. Und zwei Remixe kommen auch ohne Vocals aus. Kein gutes Omen? Interessiert das jemand? Einfach spielen und wohlfühlen. Und dank Tedd Petterson ist für jeden was dabei - obwohl seine 80er-Raps außer einem heiteren Lachen nichts entweichen lassen. Einfach ausprobieren - ist eine von den Guten.

Mixtape Euphoria: Space Dimension Controller & Girl Unit

Jack Hamil aka Space Dimension Controller, der schon auf dem (leider nicht mehr offiziell erhältlichen) factmag.com-Mix vom April mit warmen, originellen und unwiderstehlich funky(gen) Tracks überrascht hat, schlägt auf Resident Advisor erneut zu.

RA 231

Jack legt wert darauf, dass dieser Mix kein stupider Laptop-Jam ist, sondern auf seinem Electropod produziert wurde, der in einer Geheimbasis in einem unkartographierten Bereich des Atlantiks liegt. Er bearbeitet im Mixing-Prozess kleine Details und loopt Tracks, packt ein oder zwei Drumcomputer dazu und filtert was das Zeug hält. Mehr zu seiner persönlichen Mythologie in dem RA-Interview. Seine Debut-EP wird demnächst auf R&S-Records veröffentlicht.

[Mix nicht mehr freigeschaltet]

Girl Unit, der als zweiten Track in seinem Numbers-Mix direkt mal den Space Dimension Controller featured, sollte spätestens seit dem CC-Film A Remix Manifesto niemandem mehr ein Unbekannter sein. Quatsch, das war ja Girl Talk und nicht Girl Unit… Sehr unmainstreamig masht Girl Unit hier Miami Bass, Electro, Detroit Techno und einiges mehr extrem tanzbar zusammen.

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Numbers #37 - Girl Unit
Download

1. Lone - Once In A While (Werk)
2. Space Dimension Controller - SH-8040 (Acroplane)
3. LV & Okmalumkoolkat - Zharp (Hyperdub)
4. The Living Islands - Empire (Sam Tiba Remix) (Forthcoming Abracada)
5. Der Zyklus - Elektronishes Zeitechno (Gigolo)
6. Boddika - Boddika’s House (Naked Lunch)
7. Gant-Man - Atraxion (Melo Mix) (Unreleased)
8. Egyptrixx - Liberation Front (Forthcoming Night Slugs)
9. Lando Kal - Moist (Forthcoming Lo Fi Fnk)
10. Taylor - CMB (Girl Unit remix) (Forthcoming Super)
11. Jam City - Magic Drops (Forthcoming Night Slugs)
12. Salva - 40 Karats (Instrumental) (Unreleased)
13. Taz - Gold Tooth Grin (Forthcoming Numbers)
14. Ludacris - Slap (Instrumental) (Disturbing Tha Peace)
15. Ciara - Deuces Freestyle (Dubbel Dutch remix) (Unreleased)
16. Mista Men - Stutter (Unreleased)
17. DJ Rashad - Pop Them Thangs (Juke Trax)
18. DJ Assault - Tyrone (Jefferson Ave.)

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In The Mix: Spyker und Kühnrich - Kalter Ausschnitt Vol.I

Per netter e-mail kommt von Boris Spyker die Bitte seinen, mit DJ-Kollegen Herrn Kühnrich erstellten, Mix ‘Kalter Ausschnitt Vol.I’ zu bloggen. Die beiden vereint seit zwei Jahren die gemeinsam Leidenschaft für Beats, Grooves und Vinyl und wie mir scheint den Funk. Die Mix-Triologie ‘Kalter Aufschnitt’ soll, wenn ich das richtig verstanden habe, einen Überblick über einen typischen Abend mit den beiden DJs geben und ist in drei Teile geteilt:

Der vorliegende Teil mit Tracks von u.a. Metro Area, Chromeo, Morgan Geist, Young MC, Siriusmo und Erobique ist zum ‘Ankommen, Jacke ablegen und eingrooven’ gedacht. Die Teile II und III sind dann für ‘Treiben auf dem Tanzflur und Dahinwippen an der Bar (electrolastiger)’ und ‘Party On, Hits, Schwitzen’ angekündigt…

Kalter Ausschnitt Vol.I by spyker und kühnrich

Ich gerate schon bei Teil I ins Schwitzen, frage mich aber ob die Jungs mit Electro wirklich Electro meinen (oder eher Techhouse) und warum jemand der Soul und Funk auflegt den Anfang des Mixes despektierlich mit ‘Gayjohle’ bezeichnet.

Booking:
booking@indiwieduwillst.de

Blog:
audioecke.de

Mixtape des Tages: Scott Grooves - Resident Advisor Podcast 225

‘I was only paying $1 or $1.10 for gas, Michael Jackson had just performed at the Super Bowl and Jurassic Park was the big movie!’ Besser als Scott Grooves im Interview für seinen Resident-Advisor-Podcast könnte man die ökonomischen und kulturellen Unterschiede zwischen 1993 und 2010 wohl kaum auf den Punkt bringen. Passend dazu ist Grooves Mix auch aus eben jenem Jahr - aufgenommen auf Tape.

Dabei schwingt natürlich ein gehöriges Maß an Retro-Verklärung mit, aber was solls: Der Mix klingt heute mindestens so frisch wie vor 17 Jahren, ist gespickt mit House-Klassikern und zu Unrecht vergessenen Perlen und die Tatsache, dass das MP3 endet, wo auch die erste Seite der Kassette endet und sich der Mix auf zwei Dateien splittet, eine schöne Simulation des Analogen im Digitalen. Fehlt eigentlich nur noch das Kassettenrekorder-typische Klackern.

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Scott Grooves - Side A

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Scott Grooves - Side B
via residentadvisor.net

Wer noch auf der Suche nach einer stimmigen Beleuchtung zum Genuss des Mixes ist, sollte bei den Designern von Cassettes Delight fündig werden. Dort gibt es schicke Tischleuchten in Tape-Optik - energiesparend und gar nicht mal unerschwinglich.

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via Kraftfuttermischwerk

Platte des Tages: Rick Wilhite presents Vibes New & Rare Music Part C [Rush Hour 111C]

Rick “The Godson” Wilhite ist nicht nur einer der vier 3 Chairs und Mitglied in Theo Parrishs losem Jam-Kollektiv The Rotating Assembly, sondern auch Betreiber und Selektor des Plattenladens ‘Vibes - New & Rare Music’. Diesem Laden verdankt die vierteilige 12”-Serie ihren Namen, die Wilhite nun für die Amsterdamer Rush Hour Recordings kompiliert hat. Ihrem Anspruch, “neue und rare” Musik vom Godson himself und befreundeten Produzenten zu präsentieren, ist die Serie in den ersten beiden Teilen nur bedingt gerecht geworden. Zu harmlos der Malen-nach-Zahlen-Deephouse von Glenn Underground oder Vincent Haliburton, für meinen Geschmack zu jazzig der Parrish-Track auf Part B.

Das ändert sich alles mit Part C und den größten Anteil daran hat (natürlich) Kyle Hall. Die Superlative und das ehrfürchtige Staunen angesichts seines Alters kann man sich einfach mal getrost sparen, After Fall spricht für sich. Seit Omar S’ Supreme-Homage ‘Day’ gab es keinen so euphorisierenden wie simplen Disco-Loop-House. Perfekt wird der Track durch die unberechenbaren Dropouts, die ein wenig an Theo Parrishs EQ-Orgien bei dessen DJ-Sets erinnern und klingen, als hätte Hall während der Aufnahme angeschickert an den Knöpfchen gespielt.

Mit Analog Love beweist Wilhite, dass er es selbst auch noch uneingeschränkt drauf hat. Rhodes-Piano, weibliches Vocal und Percussion sorgen für die unwiderstehliche Mischung aus Groove, Jazz und Sex, die so wohl nur in der Motorcity möglich ist.

Die B-Seite beschließen die beiden Heroen gemeinsam mit der Fieldrecording-Collage Microburst. Track des Jahres für alle, die gerne bei geschlossenem Fenster zu zwei Straßen entferntem Baustellenlärm raven.