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Lavajaz - Debut [Spontan Musik, SMV018]

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Lavajaz aka Tobias Lorsbach aka Keinzweiter veröffentlicht zwei Jahre nach seiner ‘Globus Cassus’-LP erneut ein Album. Und das Alter lässt seine Ambivalenzen auch nicht weniger werden. Statt Sci-Fi- und Singularitätsattitüde nun der Überfall auf das Binger Jazzfestival. Kein Problem als Altrheinbewohner mit eigenem Boot.

Lavajaz - Supra by spontanMusik

Und so klingt das Album dann auch, als ob er das Festival samplete, die Aufnahmen durch einen Hecksler jagte und anschließend in akribisch-mainzer Microfunk-Manier wieder zusammengeklebt hätte. Bis auf zwei tanzbare Tracks, ist das “Debut” bewusst ruhig gehalten und lässt den Jazz für sich sprechen. Manchmal schon stark mit elektronischen Sounds versetzt, sind es bei den anderen Tracks fast ausschließlich Originalsamples, die neu arrangiert wurden und das Ganze organischer einfärben.

Höhepunkte sicherlich ‘The weird Wire’, die – und wieder – Orgel bei ‘Flyin’ und das an französisches Cut-Up erinnernde ‘Missing’. Mein Album des Monats und trotz des Alters mancher Tracks um vieles frischer als die Konkurrenz.

Spontan Musik

Ingern - Irregularity Motions [Spontan Musik 013]

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Zwischen den 8-Bit-Eulen die permanent durch die Gegend flirren findet sich in diesem düsternen japanischen Cut-Up-Wald auch die ein oder andere Lichtung die mit mood-endem Moos bedeckt für ein wenig Wärme auf dem ansonsten durchweg permafrostigen Boden sorgen. Diese Art der Ästhetik die sich von den anderen Spontan-VÖs abhebt, erinnert noch am ehesten an Paradrois Werke.

Die Bassdrums auf dem Debut-Album des 23-jährigen Japaners Ingern sind dabei nicht kickend, sondern sanft im Hintergrund verfangen, was ihn für das heimelige Hören prädestiniert - mit Ausnahme von ‘9:35 pm’, das im richtigen (verspulten) Moment durchaus tanzflächenkompatibel ist. Highlights sind sicherlich das sanfttragende ‘miba’ und das gehirnjoggende ’schwarzer Tag’. Ein mehr als gelungenes Mini-Album für Freunde des Mainzer Frickel-Sounds.

Zum Anhören

Platte des Tages: V.A. - Klamauk 002 [Klamauk]

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Klamauk, ein noch frisches Mainzer Vinyl-Label, tritt ganz in die Tradition der Rheinstadt und ist eine neue Spielwiese für Microfunk und CutUp-House - mit von Hand colorierten Covern. Nach der lokal verhafteten 001 treffen nun Paul Frick, Tom Ellis, Scott und die Italiener The Clover aufeinander.

Tom Ellis wartet mit typisch arschwackelndem Microfunk auf - oft gehört und immer wieder gut, so auch The Clover, die dazu aber weniger Samples einsetzen. Scott sind kaum hektisch, dafür deeper mit Kuhglocke und entwickeln ihren ganz eigenen Charme, der nicht direkt ins Auge springt, dafür lange überzeugt. Die Bretter schlechthin sind aber die beiden Versionen von “The Camouflage”.

Paul Frick (Subliminal_Kid berichtete) vermengt Ghostface-Killah-Samples mit Housevibes, hervorragend funky und deep und Finchhatten scheut sich nicht, einen großen Hit daraus zu machen. Untypisch für den heutigen Mainzer Sound und eher in der Tradition von Tonka und Pooley zu ihren besten Zeiten stehend, gelingt ihm damit ein Konsensbrett, das sowohl im verranzten Kellerloch als auch auf Rechtsanwalts-Housepartys voll überzeugt. Großartig.

Zum reinhören hier lang.