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Dapayk - The Viteng Clan EP [Dekadent Schallplatten, Dkdnt018]

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Dapayk auf Dekadent und wie auch schon bei der letzten ist die Nummer 18 wieder eine richtige B-Seiten-Platte. ‘The Viteng Clan’ mit den leicht versetzten HiHats und einem Hauch von Polka durch die Sounds im OFF, zieht einen in den Bann wie die Tarot-Damen die Homeshopping-Zuschauer. Man staunt und der Körper schwingt passend dazu. Gute Laune im Club verbreitet es ebenso. Und das Beste: die Abfahrt dauert neun Minuten und hält noch einige Spielereien parat.

‘Babe’s on Fire’ ist ebenso hittig, aber wieder offensichtlicher und mir etwas zu sehr dem Minimalsound verhaftet, was auf den passenden Partys niemanden stören dürfte. Und die Qualität ist eh hoch.

Dekadent Schallplatten

Mittwochs-Mix: Gestern und Heute mit Kollektiv Turmstrasse / BTH

Vor zwei Wochen ging es wieder los, das gelegentliche, nostalgische nach Hinten blicken, mittlerweile natürlich auf Facebook. Grund genug ein altes Liveset auf Soundcloud hochzuladen wo einige Schätzchen der 90er gespielt wurden. Und gleichzeitig ein gutes Zeugnis des letzten Techno-Sommers 2001. Ab 2002 kam ja die große Wende: aus Techno wurde Minimal, Väth dankte ab und wurde durch Villalobos ersetzt, ‘Easy Lee’ statt ‘Evil Needle’ das neue Paradigma. Das Tempo schrumpfte von 140 auf 125 BPM.

Allerdings gab es auch Positives: Viel zu dunkle Läden, auch tagsüber im Sommer, Schwarzleuchten und Polyesterhemden verschwanden. So bleibt dieses Set eine schöne Erinnerung. Da vorher die Prügelknappen von Jabba 44 spielten gehen die ersten 20 Minuten ziemlich zur Sache, bis mit dem Vernon-/TokTok-Break ganz sachte von vorne angefangen wird.

Und für diejenigen, die diese Zeiten nicht direkt erlebt haben, eine gute Gelegenheit um zu sehen, wie die heutigen Produzenten beeinflusst wurden oder um sich aufgrund des (möglicherweise) abschreckenden Beispiels noch mehr über aktuelle Sounds zu freuen …

Das Radioset des Kollektiv Turmstrasse charaktersiert genauso prägend die heutige Zeit, wie das Live-Set die ausgehenden 90er. Statt 16tel-HiHat-Terror und sturrer Direktheit, ist bei KTS alles in Watte gekleidet mit einem satt-gemasterten Sound und erlaubt das entspanntere tagelange durch-’tanzen’ für die Post-K&D-Generation.

Alles schön friedlich harmonisch. Und ‘Let Freedom Ring’ ist natürlich auch dabei, der Track der mich das letzte halbe Jahr prägte wie kein anderer und wohl auf Ewigkeiten für besondere Erlebnisse steht.

Kollektiv turmstrasse - electronation (kinkfm)-sat-04-24-2010 by nightclubber.ro

Beide Sets können auch bei Soundcloud runtergeladen werden. Zum ersten Set gibt es dort noch eine fast vollständige Playlist.

Area - Absence EP [Wave Music 50213]

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Ein ruhig-minimal-verhallter Technotrack in stark verzögerter Kühle, dessen Melodien ruhig durch den Orbit fliegen und zwischendurch von ein paar Sonden gekreuzt werden ist ‘LLOPD’, der im Remix von Benjamin Brunn in ein warmes orgelig-verspieltes Housemonster mit Hammond-Charme verwandelt wird, von dessen Sorte man sich mehr wünscht.

Mit ‘Missing A Few” ist das Set-Einstieg-Intro des Monats mit auf der EP: leicht angfrickelt, dennoch warm mit viel Raum drin. Das langweilige ‘Response’ hätte man zwar weglassen können, es vermindert die Freude an dieser guten EP aber keinesfalls.

Anhören und Kaufen

[sic] - Rise of the Misfits [Aux 009]

Das Dan Jefferies früher wahrscheinlich gerne Elektro hörte, lässt hier und da rausblitzen, was aber auch schon die Highlights des Releases sind. Ansonsten sind das vier durchgestylte Minimal-Tracks die auch vom Sound inzwischen gestrig erscheinen und für die bestimmt scheinen, die dem Ganzen auch 2010 noch etwas abgewinnen können.

DS - All of you [Overdrive 178]

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Mit einer abgehackten Rauschfahne, tief von unten kommend, beginnt die A-Seite, die sich kurze Zeit später in ein humoriges Minimal-Monster verwandelt. Auf den groovenden Grund-Beat setzt Daniel Steinberg das alte Roland-Piano, dass einem noch aus Tekkno-Zeiten im Ohr nachhallt und schreckt auch nicht davor zurück, ein Staubsauger-Break in die Mitte zu setzen. Das macht genauso Laune wie es zum Ausrasten einlädt. Großartig diese Oldskool-Reminiszenz.

Auf der B1 stampft der Beat ein wenig mehr und bekommt dazu abgehackte Vocals verpasst. Nach diesen beiden CutUp-Tracks darf es beim dritten Track housiger zugehen - schließlich schadet nach der Verausgabung auch eine gute Portion Deepness nicht. Super 12”, wie fast jede DS.

Heinrichs & Hirtenfellner - Down EP [Dekadent 011]

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Typisch Berliner Minimalsound der hier doch positiv überrascht. Mit einer Choir-Sound-Melodie, bei der jeder auf jeden zweiten Beat ein Ton kommt und den zwischendurch einsetzenden Streichern, vermittelt das die Wärme im Club, die sonst nur ein Ofenfeuer gibt. Passt deshalb perfekt zum miesen Wetter dieser Tage.

Mit ‘Soap’ bringen H&H den eigentlichen Hit dieser EP. Trompeten, eine bauchfellkitzelnde Bassline und ein melancholischer Chor grooven das Herz warm. Die Endlosrille am Schluss bringt dann den nötigen Spaßfaktor aufs Vinyl.

Dekadent

Italoboyz - Bla Bla Bla [Mothership 023]

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Techno und Humor gehen oft getrennte Wege. Bei den Italoboyz glücklicherweise nicht. Schon im ersten Track ihres Club-Albums mischt sich die gesamplete Big-Ben-Glocke mit Flamenco-Gitarre und Klavier. Das klingt an vielen Stellen improvisiert - wobei das spontane ‘mit-dem-Klavier-drüberspielen’ das Debut durchzieht - und vor allem humorig. Da wird dann ein Speak-and-Spell-artiges ‘I don’t speak Chinese’-Sample um chinesische Folkloreklänge ergänzt oder unverständliche Umlaute ins Jomox-Gewand gekleidet und immer wieder ertönt das Klavier, manchmal auch die jazzige Trompete. Die groovigen Beats darunter sind eh nur die Spielwiese, auf der sich die Improvisationen ausbreiten. Mit ‘The Pink Unicorn’ bekommt das Album ein Outro, das gleich einer tanzende Schönheit an sich klingt.