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Diggin’ The Crates: Primal Scream - Screamadelica

Just what is it that you want to do? We wanna be free / We wanna be free to do what we wanna do /
And we wanna get loaded / And we wanna have a good time / That’s what we’re gonna do / No way baby lets go / We’re gonna have a good time - We’re gonna have a party
The Wild Angels

Primal Scream sind mir als allererstes in der Provinzdisco meiner Jugend - dem Doch Du in Bocholt - begegnet:

Andrew Weatherall aka Sabres Of Paradise aka Two Lone Swordsmen bearbeitete den Primal Scream Song I’m Losing More Than I’ll Ever Have mit einem Heavy Bass Groove, dem zentralen Sample aus Peter Fondas B-Movie The Wild Angels und einem Drumloop, den er aus dem Soul II Soul-Bootleg von Edie Brickell’s What I Am geklaut hatte.

Das Ergebnis war der Dub-Breakbeat-Rave-Indiepop-Hit Loaded, der die Tanzflächen der Provinz-Oberprimaner auf einen Groove einschwörte.

Soul II Soul hatten den Beat ihrerseits natürlich nicht selbstgebastelt, sondern aus dem Song The Jam von Graham Central Station ab Minute 5:11 gesamplet und phatt editiert. So bleibt offen, woher Weatherall den Beat nun wirklich hatte…

Primal Scream, die Formation um den postmodernen Rockposer Bobby Gillespie, brachten auf dem - von Weatherall produzierten - Album Screamadelica zusammen, was nicht zusammen gehörte: Rock und Psychedelic aus den 60er und 70er, Heavy Dub Bässe, unglaublich langsame Breakbeats, Heroin, Pet Sounds, David Bowie und die Ecstasy-Euphorie der frühen Madchester-Tage. Das Ergebnis: Peace, Love and Happiness

Screamadelica Cover

Screamadelica markierte einen Wendepunkt in der Geschichte moderner Tanzmusiken, indem es der piefigen Indierock-Sackgasse eine offene Schnittstelle, an die faszinierenden Soundwelten von Reggae, Dub, Electronica, Hip Hop und Urban Soul, lieferte und damit musikalische Optionen schuf, die bis heute auf den Dancefloors dieser Welt nachhallen.

Primal Scream haben übrigens gerade ihr neuntes Album Beautiful Future rausgebracht, mit “Poserrock und Angebermucke der sympathischen Sorte” (Spex 9/10 2008).

Das Amt & König Quasi am 22.08.08 im Black Box Club

Heute abend spielen Das Amt aka Raqia Khan und Robert Defcon und König Quasi aus dem Berlin Bass Kollektiv einen Gig im Black Box Club, Berlin Mitte.

revolution.gif

Freitag, 22.8.2008 um 22 Uhr
Location:
Black Box Club / Bachstraße S-Bahn Bogen 475 / 10555 Berlin Mitte (S-Bhf. Tiergarten)

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Birthday Party Berlin - 1. Anniversary am 26.07.2008

Kid 606 Releases

Die Birthday Party Berlin feiert am kommenden Samstag ihren ersten Geburtstag im Vorspiel, Falckensteinstrasse 47, 1.OG (über dem 103 Club). Bisher wurden 175 Kilo Konfetti geschmissen und das soll anscheinend so schnell nicht aufhören…

1. Anniversary

Diesmal dabei sind der Tigerbeat6-Labelchef und Laptoplegende Kid 606, der eines meiner Lieblingsalbumtitel/cover (s.u.) zu verantworten hat, der Party-Jesus Party Catani und der französische Vice/DMC Turntable Champion Spankbass. Außerdem wird es DJ-Sets der Birthday Party Crew - OhBoyGeorgeMichelJacksonPollock, Lil Jean, Roger Toxic, Uncle T, DJ Donna Summer und Sly1 - geben.

TheActionPacked

Nicolas Masseyeff - 24-02-08

Vom Fusion Festival 2008 erreichte mich eine atemlose Mail von Axel Schmidt aka Dr. Funks_Son:

Fusion-Festival, Turm-Bühne, Samstagnacht 1:00 Uhr:
Da schiebt der Typ diesen Track rein. Jetzt habe ich auch rausgefunden, wer das war und von wem dieses Bassmonster stammt: Nicolas Masseyeff aus Cannes.
Alien-Techno für die ganz großen Momente oder Musik wie ein Öltanker auf Crashkurs: Marie-Louise von seiner Deva EP auf Herzblut, der gleichnamige Titeltrack ist auch nicht von schlechten Eltern.

Nicolas Masseyeff wurde in den 70igern in Nizza geboren und lebt mittlerweile in Cannes. Er entdeckte, wie soviele der Second Generation, House-Music im Sommer 1989 und gab sein ganzes Geld für seine Plattensammlung - der Jäger- und Sammlerfetisch der Pre-mp3-Zeit - aus. Natürlich führte ihn das unweigerlich in die aufkeimende Raveszene und ersten Auflegeerfahrungen zu Beginn der 90iger Jahre. Ausgerüstet mit nunmehr fünfzehn Jahren DJ-Erfahrung schenkt er nun tonnenweise Glück (s.o.) an das Partyvolk aus.

Nicolas Masseyeff - Live @ Fusion Festival 2008

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Particle Riot 5 im Künstlerverein Malkasten am 07.06.2008

Zum fünften Mal findet die Partyreihe Particle Riot im Künstlerverein Malkasten am Samstag den 07.06.08 um 22:30 in der Jacobistr. 6a in Düsseldorf statt.

Der Exildüsseldorfer und Wahlkölner (yeah!) Adam Kroll, ehemaliges Mitglied der Two-Step-Supergroup Gush Collective und Ex-Leib-
und-Magen-Schlagzeuger der Frank-Popp-Ensembles stellt die filigranen und melodiösen Minimalentwürfen seines eigenes Label Squonk vor.

Particle Riot 5

Line Up:
Adam Kroll - Daniel Fritschi - Oliver Hacke

Visuals:
Dimitrios Tsantidis und Daniel Henrici, der eine speziell für diesen Abend konzipierte Videoinstallation mit fünf Video-Beamern generieren wird.

Der Eintritt wird 8 Euro betragen und die, die es so schnell nicht mehr nach Düseldorf schaffen, denen sei der Folgetermin am Freitag den 20.06.2008 ans Herz gelegt:

Japan-Besuch von Kaitaro (Live) zum Level Record Release der “Minority EP” als Abschluss des Malkasten-Sommerfests.

Berlin Bass Session am 22. Mai 2008 im LUX

Berlin Bass ist ein Zusammenschluss von Produzenten, Journalisten, Musikern, Designern und Künstlern aus Berlin, die mit Veranstaltungen und Veröffentlichungen an der Remix-Schnittstelle zwischen Grime, Crunk, Baile-Funk und Techno eine neue Formel in den Club bringen wollen.

Berlin Bass propagiert in der gezielten Grenzüberschreitung zwischen musikalischen Szenen künstlerische Freshness, Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Verhältnisse, interkulturellen Respekt und lebensbejahenden Hedonismus als Themen.


Berlin Bass Big

Jetzt präsentieren Das Amt, Beatbox Eliot, Garridos, Kronstädta, Die Kommissarin und DJ Robert Defcon am 22.05.08 mit der Berlin Bass Session den heißesten neuen Shit aus den Clubs von Miami, Rio, London und Berliner Untergrundstudios.

Im LUX in der Schlesische Straße 41, Berlin/X-Berg, geht es ab 22 Uhr los.

Line-Up:

ab 22:00h Funky Hiphop DJ-Breaks

0:00h DAS AMT live
0:30h BERLIN BASS SESSION

Garridos / Kronstädta / Beatbox Eliot / Die Kommissarin / Splatterdandy (Robert Defcon)

1:30h DJ Robert Defcon
(Crunk, Grime, Elektro, Baile Funk)

Techno in Köln - Eine Zustandsbeschreibung

Köln wird gemeinhin als eines der Epizentren von Minimal-Techno in Deutschland bezeichnet, gerade auch wegen des hier ansässigen Kompakt-Plattenladen/Label/Vertrieb, auch wenn seit Jahren nur wenige Parties in Köln tatsächlich hauptsächlich mit Cologne-Minimal-Techno oder Dub-Techno beschallt werden. Tech-House und Electro-House machen hier sicherlich den Löwenanteil aus.

Ein Besuch im Kompakt-Plattenladen bringt schnell schon etwas Licht ins Dunkel. Minimal-Techno und Dub-Techno sind hier auf breiter Front vertreten, aber bei etwas härterem Techno und Electro-House hört der Spaß schnell auf: Nachfragen hinsichtlich der Möglichkeit Platten zu bestellen werden in der Regel mit der Bemerkung, diese seien zu schnell vergriffen und wenn nicht dann eben zu alt gewesen - ohne einen Blick in den Computer zu werfen - abgeschmettert. Das Interesse des Kompakt-Plattenladens einen hohen Umsatz zu machen, kollidiert hier wohl mit dem Interesse des Kompakt-Vertriebs in Köln, als Homebase DJs mit einem möglichst homogenen Sound (natürlich aus dem eigenen Vertrieb) zu versorgen.

Der zuletzt mangelnde Erfolg der Total Confusion-Parties zeigt einerseits wie tief der Graben zwischen Partypublikum und den altehrwürdigen Kompakt-Protagonisten ist, macht aber auch Hoffnung für eine Öffnung des Partygeistes hin zu einer Art von Techno, die Ärsche rockt und nicht als Hintergrundmusik für loungige Stehempfänge dient bzw. aus Parties erst Stehempfänge macht.

Warum plärre ich überhaupt so viel rum von Kompakt? Ganz einfach: Schon die Liquid Sky Crew hat für meine Begriffe recht eindrucksvoll bewiesen, wohin Monopolismus im Musikbereich führt. Nachdem die Liquid Sky Crew sich selbst durch Misswirtschaft und ausschweifenden Lebenswandel in den Ruin getrieben hatte, klaffte in der elektronischen Szene in Köln ein riesiges schwarzes Loch, dass nur langsam wieder von nachwachsenden Talenten gestopft werden konnte, denn zu Zeiten von Liquid Sky sahen sich andere Veranstalter einer fast übermächtigen Konkurrenz gegenüber, die u.a. von der Kulturförderung der Stadt Köln profitierte, welche wiederum seit dem unrühmlichen Abgang der Liquid Sky Crew deutlich vorsichtiger bei der Förderung junger aufstrebender Talente geworden ist.

Was also passiert wenn Kompakt eines Tages den Entschluss fasst, dass Köln ja irgendwie zu provinziell und zu langweilig sei für einen weltweit erfolgreichen Vertrieb und nach Berlin zieht? Dann können DJs ihre Platten im Saturn unter der Treppe im Jazzkeller vorhören oder bestellen - wie ich - eigentlich nur noch über das Internet. Gerade vor diesem Hintergrund bereitet es mir Sorge, dass Kompakt seine Bemühungen, in der Partyszene wieder eine maßgebende Rolle zu spielen, in letzter Zeit wieder zu intensivieren scheint.

Wie konnte der Begriff Minimal-Techno überhaupt nur so pervertiert werden? Vor zehn Jahren dachte man bei Minimal noch an einfach strukturierte Tracks, die zwar minimal instrumentiert waren, jedoch nicht minimal von der Wirkung her. Einige uralte Tracks haben heute noch das Potenzial, dir das Hirn aus den Ohren zu saugen. Minimal war zwar für mich immer eher Kopf- als Arschwackelmusik, gekennzeichnet durch eine trippige, fast psychedelische Wirkung, ohne vordergründige Effekte zu nutzen (im Gegensatz zu z.B. Goa der frühen Tage), aber keinesfalls war Minimal langweilig, kraftlos, uninspiriert oder innovationslos, was aktuell leider viel zu oft der Fall ist.

Zu viele Produzenten (besonders in Köln) fühlen sich als Kunstschaffende und wollen mit ihrem Sound Botschaften rüberbringen, die Partygänger nur selten interessieren, weil die in erster Linie feiern und Spass haben wollen. Funktionalität und Genialität schliessen sich aber keineswegs gegenseitig aus.