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Political Videogames - Super Chick Sisters

In Anlehnung an meinen Vortrag beim Virtual Worlds Camp und angeregt durch das Colonel Sanders-Konterfei auf dem Ben Frost-Bild im letzte Post, möchte ich das Anti-Advergame Super Chick Sisters vorstellen:

Super Chick Sisters

Das, von den People For The Ethical Treatment Of Animals in Auftrag gegebene, Game soll einen großangelegte Anti-KFC-Boykott unterstützen, in der mehrere Prominente wie z.B. Pamela Anderson oder Sir Paul McCartney mitwirken und sogar ein Film gedreht wurde.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=UJ8iL3sx60M[/youtube]
Kentucky Fried Cruelty

Technisch gesehen ist Super Chick Sisters, ein Super Mario Bros-RipOff, welches versucht das Ansehen der Marke KFC zu beschmutzen, indem das Branding im Game mit Blut besudelt wird und der Spieler laufend über Aktivisten stolpert, die unbequeme Fakten über den Hähnchenbrater mitteilen. Gerettet werden muss aber nicht - wie bei Nintendo üblich - Princess Peach, sondern: Pamela Anderson

“People come for the game and stay for the shocking videos and information about KFC’s cruelty to chickens. It is always a challenge to promote a serious message to our tabloid-filled and entertainment-focused society. People don’t want serious news conferences - they want to be entertained. While we do it all - using both hard-hitting and softer approaches - PETA often wraps our serious messages within eye-catching, light-hearted stunts.”
Joel Bartlett, PETA Marketing Manager

Political Games auf dem Virtual Worlds Camp 2008

Wenn es nicht gerade darum geht einen Sündenbock für amoklaufende Jugendliche zu finden, haben Videospiele nur selten ein Gastspiel in den Mainstream-Medien. Seit den späten Achtzigern müssen vor allem First-Person-Shooter wie Wolfenstein, Doom, Halflife oder Counterstrike für das angeblich so neue Phänomen der Jugendgewalt geradestehen. Abgesehen davon haben Videogames – trotz ihrer oft non-linearen und komplexen Struktur - kaum Einfluss auf kulturelle Debatten.

Doch – beflügelt durch die Praxis der Situationistischen Internationalen um den französischen Philosophen Guy Debord – hat sich in den letzten Jahren eine Subszene innerhalb der Game Designer herausgebildet, die den Einfluß, den Computerspiele auf die Vorstellungs- und Bilderwelt der Gamer habe, für sich nutzen wollen.

VWC Badge

Das Virtual Worlds Camp der Firma Frogster Interactive hat mich am 24. September zu einem Vortrag über diese sogenannten Political Games in die Hardenbergstrasse 9a, 10623 Berlin eingeladen.

In meinem Vortrag um ca. 14:15 Uhr möchte ich einige dieser politischen Videospiele und die Ihnen zugrundeliegenden Ansätze vorstellen und einen Ausschnitt aus meinem Film Culture Jamming zeigen, in dem ich Paolo Pedercini vom italienischen Programmiererkollektiv Molleindustria interviewe und deren Spiele McDonalds Videogame und Tuboflex vorstelle.

Als Teilnehmer können sich Interessierte hier kostenlos anmelden, ich denke allerdings, dass auch spontanen Besuchern die Türen offenstehen werden.