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In The Mix: Shir Khan’s Best Of 2011 Mix

Etwas spät zur Silvester-Party hat der Berliner DJ und Mash-Up-Vorreiter Shir Khan seinen Best of 2011-Mix vorgelegt. Vom Feld-, Wald- und Wiesen-Mash-Up der Studentenpartys hat sich Shir Khan schon seit längerem weit entfernt, sein Oeuvre ist aber Durch und Durch vom einst revolutionären Geist des Edits, des Sampling und des radikalen DJ-Mix beseelt.

SHIR KHAN’s BEST OF 2011 MIX by SHIR KHAN

Der Mix lief in großen Teilen schon am 27.12. in Shir Khans Show Soundgarden auf Radio Fritz und daher stammt auch die Playlist:

Art Department We Call Love feat. Soul Clap & Osunlade (DJ Harvey Remix)
Midnight Star Midas Touch (Homework Edit)
Martin Dawson Think About It feat. NRG (Maceo Plex Remix)
Noir & Haze Around (Solomun Remix)
Cocolores Heart Quest
Doctor Dru & Adana Twins Juicy Fruit
Daniel Steinberg You Got It
DJ Le Roi Valdemossa
Bas Amro Soundkilla
Oliver $ Doing Ya Thang
Homework I’m Into This (Andre Crom & Martin Dawson Remix)
The 2 Bears Bear Hug
Kyodai Mi Rumba (Genius of Time Remix)
Eats Everything The Size
Red Axes The Tower
Daniel Dexter No House for Old Men
Green Velvet Millie Vanillie
Julio Bashmore Battle for Middle You
Black Rose The Anthem
Hercules & Love Affair My House
Mercury The Sweetness
Motor City Drum Ensemble L.O.V.E.
Tensnake Something About You
David August Hamburg is for Lovers
DJ T City Life feat. Cari Golden
Osunlade Envision (Ame Remix)
Maceo Plex Can’t Leave You
Miguel Campbell Something Special
Coat of Arms Is This Something?
Lovebirds Want You in my Soul feat Stee Dowes

Collage culturel - Episode 2 auf ARTE Creative

Die zweite Folge meines meines Kunst-, Kultur-, Musik-, Creative Commons- und Remix-Formats Collage culturel ist Online auf ARTE Creative.

Der Berliner DJ und Labelbetreiber Shir Khan gehörte zu Beginn der 00er Jahre zur Speerspitze der Mash-Up-Bewegung. Ein Mash-Up ist ein wilder Mix, eine Collage von verschiedenen Musikwelten: House, Heavy Metal, HipHop, Mainstream Pop und Reggae werden aus ihrer Nische gezerrt und aufeinander losgelassen. Shir Khan zeigt Collage culturel wie so ein Mash-Up entsteht und testet es im Club. Wir sprechen über die Faszination für Mash-Ups, das Copyright und die Collage als Inspirationsmotor.

Im Flashback befassen wir uns mit dem New Yorker DJ Steinski, der in den 80er Jahren die Ermordung von John F. Kennedy zu einer Hitplatte gemacht hat.

Shir Khan hinterlässt uns die Remixfiles des Tracks ‘Hudson Square’ der Amsterdamer Formation Homework. Zusammen mit den Soundspuren des Collage culturel-Soundtracks können diese auf ARTE Creative und www.collage-culturel.eu heruntergeladen werden.

Die nächste Folge mit dem Berliner Modelabel c.neeon kommt Mitte Mai.

Collage culturel Teaser

Nicht nur in der Musik sind Sampling, Collage und Remix anzutreffen. Remixen ist die prägende Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts. ‘Collage culturel’ begibt sich auf die Suche nach der perfekten Verbindung der Stile, dem perfektem Beat und der perfekten Collage. Die Form ist der Inhalt: ‘Collage culturel’ remixt sich permanent selbst. Die User erstellen einen wilden Mash-Up von Bild und Sound. Los geht’s im März mit dem Bootleg DJ Shir Khan, dem kalifornische Collagekünstler Thomas Chapman und den Berliner Modedesignerinnen c.neeon.

ARTE Creative

Le sampling, les collages et le remix sont des pratiques courantes, non seulement dans le domaine de la musique. Le remix est la technique culturelle dominante du 21e siècle. ‘Collage culturel’ part en quête du mélange parfait des styles, du beat et du collage parfaits. La forme est l’expression du contenu : ‘Collage culturel’ se remixe lui-même en permanence. Les utilisateurs mélangent joyeusement images et son. En piste avec DJ Shir Khan, adepte du bootleg, l’artiste californien Thomas Chapman, spécialiste du collage et les créateurs de mode berlinois c.neeon.

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Collage culturel auf ARTE Creative

Für alle die es noch nicht wussten: ARTE plant einen neue Kreativplattform die Mitte diesen Monats Online gehen soll. Head Honcho ist der bestimmt vielen realvinylz-Lesern bekannte Blogger und Autor Alain Bieber von rebel:art, der seit Jahren fest in der Street Art-, Culture Jamming- und Netart-Szene verankert ist. Eine Selbstbeschreibung lautet wie folgt:

ARTE Creative ist ein internationales, redaktionell betreutes und interaktives Netzwerk für Künstler, Kreative, Kulturproduzenten und alle, die sich gerne überraschen und inspirieren lassen. ARTE Creative präsentiert qualitativ herausragende Arbeiten aus den Bereichen Kunst, Popkultur, Design und Architektur: Alle kreativen Felder von Fotografie, Malerei, Street Art, New Media, Netzkunst, Videokunst über Musik, Werbung, Gaming bis hin zu Grafik-, Produkt- und Webdesign, Typografie werden abgedeckt.

JUST wird in seiner Web-Doku “On the run with” Street Artists mit der Kamera begleiten, der Künstlerische Leiter der transmediale, Stephan Kovats, wird zur transmediale einen Festival-Channel moderieren und ich werde das Remix/Creative Commons/Mash-Up Format Collage culturel beisteuern:

Remixen ist die prägende Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts. Collage culturel begibt sich auf die Suche nach der perfekten Verbindung der Stile, dem perfektem Beat und der perfekten Collage. Die Form ist der Inhalt: Collage culturel remixt sich permanent selbst. Die User erstellen einen wilden Mash-Up von Bild und Sound. Los geht’s mit dem Bootleg DJ Shir Khan, dem kalifornische Collagekünstler Thomas Chapman und den Berliner Modedesignerinnen c.neeon.

Der Künstler jeder Folge hinterlässt gegen Ende der Episode einen Musikschnipsel, ein Graffiti-Tag, einen Entwurf oder eine Skizze. Das Material das die Künstler zur Verfügung stellen steht zum Download auf ARTE Creative bereit. Die User können daraus einen eigenen Track unter Creative Commons-Lizenz produzieren und über eine Dropbox wieder ins Internet hochladen. Der beste Remix wird zum Titeltrack der nächsten Episode. Die beste Grafikbearbeitung kommt in den Vorspann und das Screendesign der Doku. Die User generieren den Inhalt von Folge zu Folge dynamisch neu.

Ich würde mich freuen auch einige realvinylz-Leser mit an Bord zu haben, ob als Remixer oder als Protagonisten. Wer in irgendeiner Weise mit Collage, Mash-Up oder Remix zu tun hat kann mir eine e-mail mit kurzem Profil schicken und wir werden in Kontakt treten.

P.S: Ab dem Start der Website wird meine Doku ‘Culture Jamming‘ auch endlich online verfügbar sein.

{Contains samples of the video “Nikeground – Rethinking Space” of Institute For New Culture Technologies}

Mixtape Saturday: Steinski & Free Download

Zur Feier des Relaunchs der Website choicecuts.com hat sich die Cut ‘n’ Paste HipHop-Legende Steinski wieder an die Decks begeben. Mit seinem Partner Double Dee hat er in den 80er-Jahren die legendären ‘The Lessons’-Mixe auf Tommy Boy releast. Diese analogen Cut-and-Paste-Collagen haben die gesamte HipHop-, Dance- und Downbeat-Welt verändert und Künstler wie DJ Shadow, Cut Chemist, Coldcut, Dabrye, J Dilla, Madlib, Bomb The Bass, sowie viele tausende mehr beeinflußt. Big Up to the Originator!

Steinski ChoiceCuts.com relaunch Mix by ChoiceCuts

Abschliessend sei noch auf den Download des zweiten Teils der Compilation-Serie Oscillations von Jus Like Music und Apple Juice Break verwiesen, den die blogrebellen bereits am Mittwoch gepostet haben. Man scheint da im selben Verteiler zu sein ;-) Keine großen Worte, den Teil 1 gibt es hier.

In The Mix: Shir Khan - Digital Tenderness + exkl. Interview

Der Berliner Ex-Mash-Up DJ, Labelbetreiber und Radiomoderator Shir Khan ist bekannt für seine eklektischen Upfront Electroclash/Baile Funk/Oldschool House-Sets und einstiger Dokumentarist der Mash-Up Kultur. Für meinen neuen Film Sampling habe ich Shir Khan über seine Erfahrungen in der Welt der illegalen Bootlegs interviewt:

Shir Khan

Was sind deine musikalischen Einflüsse?

Shir Khan:
Ursprünglich war ich Gitarrist in so’n paar Hardcore-Bands, ich hab mich aber gleichzeitig für HipHop interessiert und ich glaub’ so mit 19 Jahren hatte ich meine ersten Turntables. Davor hatte ich schon immer Platten gesammelt… Ok, also meine ersten Singles waren Popmusik… Dieser Gitarren-Background ist so einerseits der Einfluss und andererseits ist es dann so als DJ HipHop. Und weil im HipHop viel gesampled worden ist, habe ich mich dafür interessiert wo die Samples her kommen. Dann war Rare Groove das Thema, klar wurde viel im Funk und Soul-Bereich gesampled, dann habe ich versucht mir die ganzen Funk und Soul-Originale zu holen. In den Jahren 2000-2002 kam dann die erste Mash-Up-Welle auf, was mir vorkam wie die Zusammenfassung meiner Plattensammlung. Dann habe ich auch angefangen relativ eklektisch aufzulegen.

Was ist ein Mash-Up (Bootleg, Blend, Bastard Pop)?

Shir Khan: Du nimmst einfach ein Instrumentaltrack, vielleicht von einem Popstück oder einem Rockstück und legst darüber ein Acapella aus einem ganz anderen musikalischen Bereich, wie z.B. HipHop, R’n'B, was-auch-immer und kreuzt diese Sachen miteinander. Es ist auch ein bisschen eine Veralberung der ganzen Popgeschichte. Für mich war das Ganze ziemlich interessant am Anfang, weil ich fand’s recht subversiv, es war Sprengung von Tabus. Es gibt einen Musikjournalisten der mal gesagt hat, dass Bootlegs so was sind wie Autounfälle: Irgendwie schrecklich, aber von einer ungemeinen Faszination.

Editing

Woher stammt das Material für ein Mash-Up?

Shir Khan:
Bei mir war es immer so, dass ich ja schon viele Schallplatten gesammelt habe und immer geguckt habe: auf welcher Schallplatte ist ein Acapella drauf, wo kriege ich Instrumentals her? Um an Acapellas ran zukommen an die ich gar nicht ran kommen konnte, gab es verschiedene Websites damals – ich glaube eine hieß acapellas4u.co.uk – da konnte man massenweise Acapellas runter laden und in verschiedenen Foren wurden Acapellas geshared. Wodurch ich aber Mash-Ups überhaupt kennen gelernt habe, war die Seite boomselection und es gab später ein Forum von McSleazy gybo5.com, welches relativ bekannt war in der Szene. (…) Im Prinzip ist das Bootlegging so eine komplette Internetkultur gewesen, die im Internet gestartet und dort auch wieder gestorben ist.

Was ist Bootleg-Kultur?

Shir Khan: In der Bootleg-Kultur war nie der Gedanke da, dass man damit Geld verdienen möchte oder sich an anderen bereichert, sondern dass es in erster Linie um den Spaß geht, um eine witzige Idee die man hat und dann womöglich auch als Platte oder Online raus bringt. Der Betreiber der Seite boomselection, hat im Prinzip alle mp3s die er damals auf der Seite hatte auf CD gebrannt – die wichtigsten Bootlegs – und hat diese verkauft, bei Rough Trade.

Das Witzige ist, dass die Originalkünstler das überhaupt gar nicht mitbekommen haben oder es sie nicht interessiert hat, aber die Bootlegger selber haben sich wahnsinnig darüber aufgeregt, dass da jemand viel Geld verdient (…) Und da ist die Diskrepanz da, dass man einerseits von einem bekannten Künstler einen Track nimmt und darüber ein Acapella legt – von einem anderen Künstler, der auch wiederum bekannt ist, und sich andererseits beklaut fühlt. Dieses Bootleg was man geschaffen hat ist natürlich auch ‘ne kreative Arbeit aber es ist natürlich nicht copyright-mäßig geschützt und wenn dann jemand anderes ankommt und das ungefragt veröffentlicht, gab es damals schon son’ bisschen Tumult. Die Website boomselection wurde dann auch irgendwann eingestellt (…)

Gema Platte

Hast du dich mit den Klang-Avantgardisten beschäftigt bzw. haben diese dich beeinflusst?

Shir Khan: Ich hab mich schon ein wenig mit Klang-Avantgardisten beschäftigt, John Cage zum Beispiel, der auch Plattenmaterial verfremdet hat und auch William S. Burroughs, der halt diese Tape Cut-Up Theory gemacht hat. Im Prinzip hat er sich selber auf Kassette aufgenommen und an bestimmten Stellen immer wieder overdubbed, also im Prinzip nochmal neu aufgenommen, und dadurch sind natürlich so eine Art Textcollagen entstanden oder Klangcollagen. (…)

Allein die Idee mit Kassetten zu experimentieren finde ich spannend. Für mich war immer spannend, Material, was schon da ist, zu manipulieren und das hat es ja immer überall gegeben, auch in der Kunst. So Andy Warhol, Pop Art, Collage. Im Prinzip ist der ganze Mash-Up-Gedanke verwurzelt in der Collage oder das was die Dadaisten gemacht haben. (…)

Im Internet läuft alles über Verlinkung, über Hyperlinks, so etwas wie ein selbstreferentielles System was sich aufeinander bezieht und letztendlich ist Bastard Pop auch nichts anderes, weil Popkultur immer neu sich selber zitiert oder verschiedenen Stränge gezogen werden die gar nicht zusammengehören und dadurch entsteht ein neues selbstreferentielles System, was sich selber speziell im Bastard Pop nicht so ganz ernst nimmt. Die Verhöhnung der Popkultur, die Verhöhnung des Mainstreams. Bastard Pop war für mich immer so ein bisschen die Sabotage des Mainstream Radios, obwohl es mit Mainstream-Elementen gearbeitet hat.

Das ausführliche Interview gibt es hier.

Vor elf Tagen hat Shir Khan einen freshen Mix featuring Major Lazer, Malente, George Morel und einigen Exploited-Artists wie Basti Grub und Chernobyl gepostet.

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Shir Khan - Digital Tenderness
[via dj-shirkhan.de]

Playlist hier.

Die Filmsequenz mit Shir Khan aus dem Film Sampling werde ich am 14. November in einem Work-In-Progress Screening auf der interfiction in Kassel präsentieren. Die Veranstaltung ist kostenlos und interessierte Besucher sind herzlich willkommen.