Entries Tagged as 'Techno'

Platte des Tages: Mainframe - MF1 [1993, Mainframe 001]

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Wiener Abfahrt. Zuerst ein sehr unbekanntes Label, das mit den nächsten beiden VÖs Technogeschichte schreiben sollte, als nämlich Ilsa Gold zuerst mit ‘Up!’ und dann mit ‘Silke’ die Zipfelmützenfraktion bis zum äußersten schwitzen ließ.

‘Hyperkarma’ strahlt immer noch sehr viel Deepness im weltaltlichen Sinn aus, während das ‘Antibiotic Prod.’ auf der A-Seite den perfekt antiseptischen Wavesound durch den Körper jagt. Definitiv ein Zeitdokument, einer Musik die es davor oder danach nicht hätte geben können.

Zum Runterkommen dann später was ruhiges von der Female Netaudiofront.

Platte des Tages: Joel Mull - Sensory [Truesoul 004]

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Nun endlich das Album von Joell Mull auf Truesoul. Wobei der Terminus Album trotz Intro- und Outrotrack nicht auf ein ganzes Konzept passt, ist es doch mehr eine Ansammlung von Clubtracks. Techno, nur weniger hart als der Output des Schwesterlabels Drumcode, der auch so gut geht.

Der bereits releasten Orgelkiller ‘Holographic’ und das topfschlagende ‘Danny Boy’ sind ebenso drauf, wie das housige mit den unheimlich geilen Vocals bestückte ‘Sunday2Sunday’, in dem eine Frauenstimme alle Wochentage aufzählt.

Einfach alles gute bis sehr gute Tracks, wobei das Highlight des Albums ein ChillOut-Stück ist. ‘Sensory’ erinnert an Weltraumabfahrten, Space Nights der 90er und ist der perfekte Ruhepool für Mitten in der Nacht. Killer!

Mehr auf Truesoul

Dapayk - The Viteng Clan EP [Dekadent Schallplatten, Dkdnt018]

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Dapayk auf Dekadent und wie auch schon bei der letzten ist die Nummer 18 wieder eine richtige B-Seiten-Platte. ‘The Viteng Clan’ mit den leicht versetzten HiHats und einem Hauch von Polka durch die Sounds im OFF, zieht einen in den Bann wie die Tarot-Damen die Homeshopping-Zuschauer. Man staunt und der Körper schwingt passend dazu. Gute Laune im Club verbreitet es ebenso. Und das Beste: die Abfahrt dauert neun Minuten und hält noch einige Spielereien parat.

‘Babe’s on Fire’ ist ebenso hittig, aber wieder offensichtlicher und mir etwas zu sehr dem Minimalsound verhaftet, was auf den passenden Partys niemanden stören dürfte. Und die Qualität ist eh hoch.

Dekadent Schallplatten

Mixtapes: Aqual(o)unge & Andy Düx

Los gehts mit einer Liebeserklärung an den Rhein von Andy Düx, der pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum des ältesten dt. Technolabels zeigt, dass Techno immer wieder weitergeht - wenn auch recht langsam mit moderaten 128BPM. Knallen tut’s trotzdem ganz ordentlich und selten habe ich so ein sauberes Mixing gehört. Andere würden dafür wochenlang ihr Wavelab oder Ableton malträtieren.

Overdrive In The Mix 003 - Andy Düx Presents Some Goodies 2010 @ Overdrive In The Mix by Sophie Nixdorf on Mixcloud

aqualounge6

Weniger knallend sondern kräfteregenerierend geht es beim Drexcyaner Roland zu, der statt eines moderierten Podcasts einen ChillOut-Mix zum Stream oder Download anbietet. Und fleißig wie er ist, werden die CC-lizensierten Tracks auch einzeln zum herunterladen angeboten.

Aqual(o)unge 6 by machtdose

Playlist:
1. Talvihorros – The Blue Cathedral [Bad Panda Records]
2. Das Kraftfuttermischwerk – Stay Pretty [from album "Am Ende der Kirschallee"]
3. Kebiin – Isolation [rawmatroid]
4. Heinemann521 – Ambitendency [MiMi Records]
5. Single Eye Perspective – Letters from Dying Tulips and Daisies [QED Records]
6. Single Eye Perspective – One Day Humans Will Miss Us [QED Records]
7. Lorne David Thomson – Only Stolen Moments [ping things]
8. xenoton – cantus [tonAtom]
9. Mike Crain – Wandering [PublicSpacesLab]
10. Clutter – A Brilliant Epigram [Clinical Archives]
11. Tsukimono – Wallstreet28 [It's a trap]
12. Sven Laux – I Am Offtopic [Spontan Musik]
13. Sabi – Wet, Soft Coteau, Carps [Sutemos]
14. Elphy Ant – This [Bump Foot]
15. Carl Sagans Ghost – Meccahnomad [Luxus-Arctica records]
16. Janne Hanhisuanto – Movements [Earth Mantra]
17. naono – Healing Process [archaic horizon]
18. Logreybeam – Muado (sense remix) [Camomille]

via Machtdose

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Paul Ritch - Spoke [Drumcode, DC074]

dc74

Schöner schwerer Looptechno. Genau das richtige für diese Jahreszeit. Drückend, angemessen scheppernd und dabei immer mit einem Quentchen Hypnose, das in der Post-Ketamin-Ära einfach dazugehört. ‘Wonderland’ geht so voll auf, besonders da es ein perfekt-verhalltes Frauensample besitzt, das ganze ohne heteronormativen Charakter auskommt.

Mit mehr Geklöppel und ohne Vocals kommt ‘Blue Light’ aus, das von untenrum doch mächtig schiebt. Geradezu leicht ist ‘Spoke’. Fluffiger Housethrill im Fabrikhallengewand, lässt es den ein oder anderen Sonnenstrahl ins Gebäude und ein warmes Lächeln auf die Gesichter. Richtig gute EP.

Dreher & Smart - Cábula EP [Dekadent Schallplatten, Dkdnt017]

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Nach der letzten, etwas schwächeren, EP des Labels startet diese voll durch. Auf der A klar der Hit. Wurmeliges Techno, dezent von hinten kommend und immer spannungsgeladener werdend, dürfte es einige Peaktimes erfreuen.

Doch der eigentliche Killer wartet auf der B. Mit ‘Drehalitäten’, einem Jack, der von Walgesängen, Hintergrundchords und einem vertrackten HiHat-Spiel durchkreuzt wird, schaffen die beiden einen Track für die Ewigkeit, der wohl niemals in späteren Best-Of-Charts auftauchen wird. Die ‘Frostbeule’ ist dann der Kompromiss zwischen Beiden und bedient mit einiger Wärme den ewigen Berlin-Sound der Nuller. Killer EP soweit.


Nihad Tule & Nima Khak - Framework [Drumcode DC069]

dc069

Weg von diesem industriellen Neo-Haudrauf-Charme der letzten Releases begegnen uns mit dieser EP des Duos aus Stockholm gleich mehrere neue Akzente. Zum einen ein minimalst an ein sanftes U-Boot-Signal erinnernder Sound, der, in auf seiner nach vorne gehenden Bassline und einem positiv nervös-treibenden Drumherum, eine geschickte Unterseemaschine voll modernster High Tech darstellt. Vergesst also den Seewolf. Krieg wollen die beiden eh nicht führen.

Mit ‘Smut’ auf der B rutscht Tule leider wieder zu stark in das altbewährte Schema zurück. Das macht er zwar geschickter als andere, der Treffer versenkt trotzdem nichts. Übrig bleibt also eine herausragende A-Seite.