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Bomb The Bass - Future Chaos Album Tour am 22.01.09 im live@dot

Bomb The Bass Releases

Frisch reingekommen und beinahe unglaublich: Tim Simenon aka Bomb The Bass spielt morgen am 22.01.09 um 22 Uhr im live@dot, ehemals 103 Club, Falckensteinstraße 47, Berlin-Kreuzberg.

Musikalischer Dreh- und Angelpunkt wird wohl das neue Album Future Chaos sein, als Support legen derRaab [electronicSat] und Coke Ennyday auf und das Ganze ist UMSONST!

Ich werde dieses Ereignis shameful verpassen, da ich nicht in der Stadt bin, aber für alle die Bomb The Bass immer noch nicht kennen sollten, hier eine Zusammenfassung im Schweinegalopp:

Das aus 72 Samples bestehende ,,Beat Dis” gehörte zur ersten Welle einer britischen Auseinandersetzung mit der Cut-Up-Ästhetik des DJings und Sampling des US-amerikanischen HipHop. Als Mastermind von Bomb The Bass war Tim Simenon einer der ersten, der allein auf Samples basierende Stücke in die Welt der Charts führte und mit Coldcut und M/A/R/R/S die Speerspitze des neuen Sounds bildete. Daher auch der Name Bomb the Bass:

Eine Bassline, die mit Samples bombardiert wird, wie ein Zug von Graffitis. Was für ein musikalischer Lebenslauf! Sein erstes Album ,,Into The Dragon” (1988) war voll mit Verweisen auf verschiedenste Felder der Popkultur - ob Kung Fu Movies, Watchmen Comics, John Carpenter Filme oder ähnlich spezielle Weltreflektionen.

Der Produktionsstil des Bomb-Squad-Produzententeams (Public Enemy) war für diese Phase von Bomb The Bass maßgeblich. 1989 produzierte er Neneh Cherrys ,,Buffalo Stance” und gastierte 1991 bei Seals ,,Crazy”. Während des ersten Golfkrieges erschien mit ,,Unknown Territory” sein nächster Streich. In den Neunzigern tauchte Bomb The Bass auch bei The Prodigy sowie Kruder und Dorfmeister auf und näherte sich mit seinem Album ,,Clear” auch von Dub beeinflussten Songstrukturen an. Auch aus rechtlichen Gründen setzte er kaum noch Samples ein.

Als Produzent und Remixer arbeitete er für Schwergewichte wie David Bowie und U2. Am Klangbild von Depeche Modes ,,Ultra”-Album war er maßgeblich beteiligt, und mit ,,Play Dead” half er Björk als Mainstream-Artist zu etablieren. Um die Jahrtausendwende zog er nach Amsterdam, begeisterte sich für Berliner Indietronica und produzierte einen tollen Song mit Lali Puna. Sein erstes Album in 13 Jahren unter dem guten alten Projektnamen nennt sich ,,Future Chaos”.

Die psychedelischen, wabernden Klang-Kaskaden des klassischen Minimoog-Synthesizer und interessante Studiogäste wie Paul Conboy, Jah Wobble, Justin Warfield sowie Fujiya & Miyagi prägen die entrückte, abgeklärte Aura eines Spätwerks.
live@dot-Mail (leicht von Fehlern bereinigt)